An einer Empore in der Christus- und Garnisonkirche steht die im vergangenen Jahr aktualisierte Inschrift „Sie alle starben. Für ihr Vaterland?“. Der Passionspunkt „Vaterland“ fragt am Montag nach denen, die nicht als gehorsame Soldaten starben, sondern desertierten, flüchteten und nicht mehr Teil der Kriegsmaschinerie sein wollten. Es wird an jene erinnert, die vor das Kriegsgericht wegen Fahnenflucht gestellt wurden und in Wilhelmshaven durch die Todesstrafe starben. Ihrer wird durch eine Tafel an der JVA am Ölhafendamm 2 gedacht und ihre Lebensdaten aufgeführt. Viele von ihnen erreichten kaum das 25. Lebensjahr. Erinnert wird an einen 17jährigen, der sich auf den Weg zu seiner Mutter machte, abgefangen und erschossen wurde. Erinnert wird auch an jene, die in Wilhelmshaven hingerichtet wurden.

Mitwirkende:

Fachmänner: Rüdiger Schaarschmidt, Theologe und Journalist & Mike Cramme, JVA-Museumsorganisator

Kurzpredigt: Pastor Bernhard Busemann

Musik: Hartwig Oldenettel (Akkordeon)

Lektorinnen: Ins Röben und Michaela Müller-Rosenberger

Bis zum 31. März finden wieder die Passionspunkte statt. Jeweils um 18 Uhr verlässt die Gemeinde der Christus- und Garnisonkirche die Kirche und feiert sogenannte Passionspunkte an wunden Punkten in der Süd- und Innenstadt.

35 Minuten lang werden Fachleute, MusikerInnen, LektorInnen und TheologInnen den Ort im Kontext der Passionsgeschichte Jesu beleuchten. Ein ausgezeichnetes Projekt, so stellte letztes Jahr die „Stiftung Gottesdienst“ aus Kassel statt und zeichnete das Format mit dem alljährlichen Preis aus. Dabei bewerteten sie die Passionspunkte als sehr besonders, weil sie es sich zur Aufgabe gemacht hätten, die Stadt gottesdienstlich zu kartographieren. Ein besonderes Kompliment, dem die Passionspunkte auch dieses Jahr wieder gerecht werden wollen. Für dieses Jahr sind wieder eindrückliche Orte gefunden worden, die sowohl die Stadtgeschichte als auch die Geschichte Jesu in neuem und anderem Licht erscheinen lassen. Folgende Orte sind für die Karwoche geplant: Der alte Bunker an der Jadeallee, die JVA am Ölhafendamm, ein Wohnheim in der Südstadt, die Dachterrasse des Wattenmeer Besucherzentrums, Kirche, Kunsthalle und die Wiesbadenbrücke. Im letzten Jahr zählten die Organisatoren um die beiden Pastoren Busemann und Morgenstern wieder einmal mehr Besuchende. 1364 Besuchende verteilten sich auf die sieben Orte der Passionspunkte. Auch in diesem Jahr hat jeder Passionspunkt seinen ganz besonderen Charme. Viele Geschichten warten darauf, erzählt zu werden.

Einen Radio-Jade-Spot zu den Passionspunkten hören Sie hier: