Unwirklich

Der 11. September ist damals ein Dienstag.

Und dienstags ist Konfer, auch schon 2001.

Die Neuen sind gerade das zweite Mal da.

Nur Katharina hat schon was gehört: Da ist ein Flugzeug in ein Hochhaus geflogen, in New York.

Genaues wissen wir nicht: Kein Fernseher in der Nähe, an Smartphones denkt noch keiner.

Also machen wir Konfer. Und Katharinas Nachricht bleibt seltsam unwirklich.

 

Völlig unwirklich sind die Bilder immer noch, als ich abends Nachrichten schaue.

Ich begreife langsam, was passiert ist. Aber ich kann es nicht fassen.

 

16 Jahre sind seitdem vergangen. Wir haben viele grausame Bilder gesehen.

Für meine Konfis heute ist der Terror furchtbar wirklich.

Gut, wenn sie im Konfer von ihrer Angst erzählen können oder sie aufschreiben, für ein Gebet.

Aber ich wünsche mir, dass sie auch entdecken, dass Gewalt nicht die einzige Wirklichkeit ist.

Dass Menschen auch helfen und teilen und lieben.

 

Erstaunlich viele wählen am Ende als Konfirmationsspruch:

„Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“

Und das freut mich. Wirklich.

 

Meike von Fintel

Hören Sie diesen Beitrag bei Radio Jade:
Alle Beiträge im Überblick | RADIO JADE