{"id":10015,"date":"2018-06-11T15:59:00","date_gmt":"2018-06-11T13:59:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/haltlos-halt-gehalten\/"},"modified":"2018-06-11T15:59:00","modified_gmt":"2018-06-11T13:59:00","slug":"haltlos-halt-gehalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/haltlos-halt-gehalten\/","title":{"rendered":"Haltlos. Halt! Gehalten."},"content":{"rendered":"<p>Haltepunkte. Halt gibt die Erde; sie gr\u00fcndet, sie stabilisiert. Halt gibt der Himmel; er \u00f6ffnet den Raum der M\u00f6glichkeiten. Zum Halten zwingt das Leben manchmal, und Halt! hei\u00dft oft auch: Grenzen ziehen. \u201eHaltepunkte\u201c \u00f6ffneten am 10. Frauentag der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg den Blick in alle Richtungen \u2013 vor allem nach innen.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Freies Bewegen<br \/><\/span>Mit dem \u201eFrauentag\u201c schaffen jedes zweite Jahr Frauen, die in Kirche und Diakonie in der oldenburgischen Kirche Verantwortung tragen, Freir\u00e4ume f\u00fcr neue Anst\u00f6\u00dfe in st\u00e4rkender Gemeinschaft. Einen gesch\u00fctzte Rahmen, um einander zu ermutigen, sich zu erproben, sich uneingeschr\u00e4nkt zu bewegen \u2013 spirituell-geistig bis hoch-politisch. \u201eAuch wenn Frauen sich heute nicht mehr so stark an den Defiziten orientieren und sich mittlerweile weniger benachteiligt f\u00fchlen, braucht es eigene R\u00e4ume\u201c, sagt Dr. Andrea Schrimm-Heins, die der veranstaltenden Arbeitsgemeinschaft Frauenarbeit der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg (AGFA) am l\u00e4ngsten angeh\u00f6rt und den Vergleich hat. Denn: \u201eFrauen bewegen sich in Frauenbez\u00fcgen anders als in gemischten Gruppen: offener\u201c.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Impulse f\u00fcr Erfahrungen<br \/><\/span>Tats\u00e4chlich: Mit gro\u00dfer Offenheit folgten die etwa 100 Teilnehmerinnen den aktivierenden Angeboten, den Impulsen der Referentin Tina Willms und der Workshops.<\/p>\n<p>Tina Willms, Autorin f\u00fcr Radioandachten (NDR1) und Publizistin, f\u00fchrte w\u00e4hrend des Er\u00f6ffnungsvortrags von einem Haltepunkt zum anderen \u2013 und lie\u00df die Zuh\u00f6rerinnen in sorgsam integrierten \u201eMurmelpausen\u201c eigene Erfahrungen wachrufen und teilen. <\/p>\n<p>Auch Tina Willms selbst teilte pers\u00f6nliche Erfahrungen mit den Anwesenden: Sie schilderte ihren Burnout, den sie \u2013 damals Pastorin in Krankenhaus und Gemeinde \u2013 als Verlust der eigenen Identit\u00e4t erfuhr. Was sie f\u00fcr sicher gehalten hatte, br\u00f6ckelte; nichts gab Orientierung und Halt; \u201eich hatte keine Kraft, aber viel Zeit\u201c. Dann aber, langsam, bemerkte sie, dass gerade darin ein Geschenk verborgen lag: Sie begann die kleinen Wunder wahrzunehmen, hinter den Horizont zu blicken \u2013 und: zu staunen. Sie entdeckte den \u201eeigenen inneren Reichtum\u201c wieder, von dem sie sich \u201eentfernt\u201c hatte.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Workshops offenbaren Reichtum<br \/><\/span>Der 10. Frauentag gab den Frauen reichlich Gelegenheit, diesen eigenen inneren Reichtum wahrzunehmen. Im Workshop \u201eWenn das Leben Purzelb\u00e4ume schl\u00e4gt. Die Pausen zwischen Chaos und Ordnung\u201c, der genau solche Umbr\u00fcche zum Thema hatte, offenbarte sich die Krise als \u201eentz\u00fcndliche Stille\u201c (Rose Ausl\u00e4nder) mit gro\u00dfem Potenzial. <\/p>\n<p>Ein anderer Workshop besch\u00e4ftigte sich damit, \u201ein Balance zu kommen\u201c, K\u00f6rper, Seele und Geist gleicherma\u00dfen einzubeziehen und sich immer wieder selbst zu fragen: Wo bin ich im Ungleichgewicht? <\/p>\n<p>Ihren K\u00f6per hautnah als Schwingung erfahren konnten die Teilnehmerinnen im \u201eDrum Circle\u201c (Trommelkreis) der Delmenhorster Popkantorin Karola Schmelz-H\u00f6pfner, die selber mit k\u00f6rperlichem Einsatz ins Volle ging. \u201eErdiger Groove und himmlische Sounds\u201c hie\u00df ihr Workshop, der die Kraft von Klang und Bewegung sp\u00fcrbar machte. <\/p>\n<p>Ebenso viel Spa\u00df machte es Frauen, bei kleinen Theaterszenen rund um \u201eHalten\u201c und \u201eParken\u201c aus sich herauszukommen. Theaterp\u00e4dagogin Elisabeth Terhaag nutzte Spiel und Improvisation, um herauszukitzeln, was \u2013 oft ungeahnt \u2013 in jedem Menschen steckt. <\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Nach innen und nach au\u00dfen<br \/><\/span>Religionsp\u00e4dagogin Kirstin Anders-P\u00f6ppelmeier bewegte sich mit einer Gruppe von Frauen \u201ezwischen Ankommen und Weitergehen, zwischen Festhalten und Loslassen\u201c. Eine Phase assoziativen Erschlie\u00dfens m\u00fcndete in einen meditativen \u201eTanz des Lebens\u201c.<\/p>\n<p>Auf andere Weite meditativ war ein Spaziergang durch die Stadt. Gef\u00fchrt von Kirsten Ulrich-Welz, Vorsitzende der Pfarrfrauenvertretung, machten Frauen hier und dort eigene Haltestellen aus.<\/p>\n<p>Mit Workshop-Teilnehmerinnen unterwegs waren auch Beate Schulte vom Evangelischen Verband \u201eKirche Wirtschaft Arbeitswelt\u201c (KWA) und die Gleichstellungsbeauftragte Gabriele R\u00fcsch-Tillmanns \u2013 n\u00e4mlich auf einer \u201eZeitreise zu den Meilensteinen der Gleichberechtigung\u201c. Gesellschaftspolitische Stationen erinnerten an gesetzliche Schranken und an Vork\u00e4mpferinnen f\u00fcr die Rechte von Frauen, zu studieren, zu w\u00e4hlen, zu arbeiten, \u00fcber Einkommen und Verm\u00f6gen selbst zu verf\u00fcgen und f\u00fcr gleiche Leistung gleichen Lohn zu erhalten wie M\u00e4nner. \u201eGehalt(en) \u2013 Warum Frauen Dinge d\u00fcrfen\u201c war dieser Workshop betitelt.<\/p>\n<p>Um Intuition und Kreativit\u00e4t ging es im \u201eFrau-, Freu-, Freiraum\u201c von Kirchenmusikerin und Kulturwissenschaftlerin Sonja Manderbach. Sie inspirierte Frauen, auf ganz eigene Weise mit Wort-Schnipseln umzugehen und die Wortfelder \u201eHaltepunkt\u201c und \u201ePause\u201c sch\u00f6pferisch zu beleben.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Blick auf die Haltepunkte im Alltag<br \/><\/span>\u201eHaltepunkte\u201c bildeten w\u00e4hrend des 10. Frauentages im Kulturzentrum PFL in Oldenburg auch kurze \u00dcbungen, um sich zu erden oder das Herz zu weiten, Gesang und Bewegung, Gebete, Austausch und Pausen. \u201eHaltepunkte\u201c gibt es \u00fcberall, zu jeder Zeit \u2013 wie f\u00fcr die Gastgeberinnen vom AGFA etwa \u201eeine gute Tasse Kaffee\u201c, \u201eein Gang durch den Garten\u201c, \u201eStillwerden, wenn alle schlafen\u201c, \u201eein Blick in den Himmel\u201c, \u201eLaufen am fr\u00fchen Sonntagmorgen\u201c. Und hin und wieder: beim Frauentag dabei sein. \u201eIch bin danach so aufgef\u00fcllt\u201c, sagt eine Teilnehmerin aus Delmenhorst, \u201edas h\u00e4lt eine ganze Woche an.\u201c<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic\">Ein Beitrag von Laelia Kaderas.<br \/><\/span><br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Haltepunkte. Halt gibt die Erde; sie gr\u00fcndet, sie stabilisiert. Halt gibt der Himmel; er \u00f6ffnet den Raum der M\u00f6glichkeiten. Zum Halten zwingt das Leben manchmal, und Halt! hei\u00dft oft auch: Grenzen ziehen. \u201eHaltepunkte\u201c \u00f6ffneten am 10. Frauentag der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg den Blick in alle Richtungen \u2013 vor allem nach innen. Freies BewegenMit dem \u201eFrauentag\u201c schaffen jedes zweite Jahr Frauen, die in Kirche und Diakonie in der oldenburgischen Kirche Verantwortung tragen, Freir\u00e4ume f\u00fcr neue Anst\u00f6\u00dfe in st\u00e4rkender Gemeinschaft. 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