{"id":10073,"date":"2018-06-18T03:47:00","date_gmt":"2018-06-18T01:47:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/fluchtursache-klimawandel\/"},"modified":"2018-06-18T03:47:00","modified_gmt":"2018-06-18T01:47:00","slug":"fluchtursache-klimawandel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/fluchtursache-klimawandel\/","title":{"rendered":"\u201eFluchtursache Klimawandel\u201c"},"content":{"rendered":"<p>\u201eWir leben in einer Welt. Das merken wir am Klimawandel und an der Migration, da gibt es keine Grenzen\u201c, begr\u00fc\u00dfte Pastor Reiner Backenk\u00f6hler die G\u00e4ste am Donnerstag, 14. Juni, in der St. Elisabeth-Kirche in Hude zum Vortrag \u201eFluchtursache Klimawandel\u201c. Es war die vierte Veranstaltung der Vortragsreihe \u201eRichte unsere F\u00fc\u00dfe auf den Weg des Friedens\u201c der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg. <\/p>\n<p>Das Wetter im S\u00fcden bringe Menschen in Bedr\u00e4ngnis, die Migration bringe Menschen im Norden in Schwierigkeiten. Backenk\u00f6hler mahnte. \u201eHier bleibt die Frage nach Gerechtigkeit. Einerseits der Wohlstand \u2013 andererseits die Menschen, die fl\u00fcchten m\u00fcssen, auch wenn sie lieber in ihrer Heimat leben wollen. Die Diskussion um Grenzen betrifft uns. Daher ist es wichtig, gemeinsam etwas zu \u00e4ndern.\u201c <\/p>\n<p>Er stellte Sophia Wirsching vor, Referentin f\u00fcr Migration und Entwicklung beim evangelischen Hilfswerk \u201eBrot f\u00fcr die Welt\u201c, die sich f\u00fcr bessere Lebensbedingungen weltweit einsetze. Die Politikwissenschaftlerin und Soziologin k\u00f6nne \u00fcber viele eigene Erfahrungen berichten, da sie einige der die betroffenen L\u00e4nder besucht habe. <\/p>\n<p>Informativ und kurzweilig f\u00fchrte die Referentin durch das Thema \u201eFlucht durch Klimawandel\u201c. \u201eDie Folgen der Klimaver\u00e4nderung schr\u00e4nkt die Menschenrechte stark ein. Das Thema Klimawandel hat viel mit dem Thema Flucht zu tun\u201c, so Sophia Wirsching. Sie untermauerte ihren Vortrag mit Bildern, Zahlen und Fakten, zusammengestellt von \u201eBrot f\u00fcr die Welt\u201c, (Evangelisches Werk f\u00fcr Diakonie und Entwicklung e.V.). <\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Millionen Menschen k\u00f6nnen nicht mehr in ihrer Heimat leben <br \/><\/span>\u201eDer \u00fcberwiegende Teil der fast 70 Millionen Fl\u00fcchtlinge bleibt im eigenen Land\u201c, kl\u00e4rte Wirsching auf. Es sei ein Irrtum anzunehmen, dass Deutschland oder Europa das Ziel der Gefl\u00fcchteten sei. Die H\u00e4lfte aller Fl\u00fcchtlinge seien Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Die Referentin zeigte zu ihren Ausf\u00fchrungen Landkarten, Statistiken und Bilder von D\u00fcrre oder \u00dcberflutungen, die als Folgen des Klimawandels anzusehen seien. <\/p>\n<p>\u201eDer Klimawandel ist kein zuk\u00fcnftiges Problem, sondern heute schon Realit\u00e4t\u201c, betonte Wirsching. \u201eDenn die Klimafolgen sind Gr\u00fcnde, warum Menschen ihre Heimat dauerhaft aufgeben mussten und m\u00fcssen. Die am st\u00e4rksten betroffenen Gebiete befinden sich in Entwicklungsl\u00e4ndern.\u201c<\/p>\n<p>Durch Katastrophen, wie z. B. \u00dcberschwemmungen, Wirbelst\u00fcrme aber auch Trockenheit und D\u00fcrre h\u00e4tten im Jahr 2017 Menschen in 135 L\u00e4ndern ihre Heimat verlassen m\u00fcssen. \u201eDiese Menschen wollten nicht weg, k\u00f6nnen aber nicht zur\u00fcck und ziehen \u00fcberwiegend in ihrem eigenen Land an andere Orte. Seit 2008 haben Wetterereignisse 175 Millionen Menschen entwurzelt. Wir bemerken eine deutliche Zunahme und Intensit\u00e4t\u201c, stellte Sophia Wirsching die Fakten vor. Mit einer Grafik aus dem Jahr 2014 zeigte sie, dass es kein Land gibt, das nicht betroffen sei. <\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">\u00dcberschwemmungen und D\u00fcrre <br \/><\/span>Lange bevor Inseln verschwinden, \u201eist durch \u00dcberschwemmungen dort kein Leben mehr m\u00f6glich und gibt es dort kein S\u00fc\u00dfwasser mehr.\u201c Auch etliche der heutigen sogenannten Urlaubsparadiese seien betroffen. <\/p>\n<p>Die Referentin ging auf das sog. 2-Grad-Ziel ein, bekannt durch die t\u00e4gliche Berichterstattung in den Medien. Diese Zahl d\u00fcrfe nicht \u00fcberschritten werden, eine Steigerung bis maximal 1,5 Grad globaler Mitteltemperatur w\u00e4re anzustreben, um gef\u00e4hrliche Folgen f\u00fcr die menschliche Gesellschaft und nat\u00fcrliche \u00d6kosysteme abwenden zu k\u00f6nnen. \u201eBei einer 2-Grad Temperatur-Erw\u00e4rmung m\u00fcssen 280 Millionen Menschen ihre Heimat aufgeben\u201c. Gro\u00dfe St\u00e4dte, wie zum Beispiel New York, Miami oder Mumbai seien bedroht, unz\u00e4hlige weitere Inseln w\u00fcrden \u00fcberschwemmt, wenn der Meeresspiegel ansteige. <\/p>\n<p>Sophia Wirsching empfindet \u201edie Situation ist desolat. Bei \u00dcberschwemmungen bleiben Salzwiesen zur\u00fcck und Landwirtschaft ist nicht mehr m\u00f6glich.\u201c Am Beispiel Bangladesch zeigte sie, dass Millionen Menschen ins Landesinnere fl\u00fcchten mussten. Sehr viele seien durch zu viel Salzkonsum im Wasser und den angebauten Lebensmitteln krank geworden. Auch in den Niederlanden w\u00fcrde Land \u00fcberschwemmt, doch w\u00fcrde dort der Staat f\u00fcr eine L\u00f6sung sorgen. Das sei in Bangladesch nicht so. <\/p>\n<p>\u201eIn vielen Regionen der Welt sehen wir die Not gar nicht. Diese Menschen werden nicht gerettet.\u201c Denen fehlten das Wissen, das Geld und auch die n\u00f6tigen Hilfsmittel. \u201eDiese Menschen fl\u00fcchten nicht in die EU oder nach Deutschland. Die Gefl\u00fcchteten, die hier ankommen, sind privilegiert, denn sie sind versorgt.\u201c<\/p>\n<p>Keine \u00dcberschwemmungen, sondern Wassermangel aus verschiedenen Gr\u00fcnden verursache in vielen Regionen der Welt eine gro\u00dfe Trockenheit und damit Hungersnot. Die Frage nach Migration stelle sich nicht \u00fcberall. Zum Beispiel w\u00fcrden in China oder Mexiko die Menschen durch Grenzen und Mauern an Flucht gehindert.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Hilfe bei Migration <br \/><\/span>Sophia Wirsching erl\u00e4uterte, dass durch Projekte von \u201eBrot f\u00fcr die Welt\u201c und andere Organisationen versucht werde, Migrantinnen und Migranten zu st\u00e4rken. Nach Ausbildungen und Umschulungen w\u00fcrden Menschen in gesicherten Verh\u00e4ltnissen leben k\u00f6nnen. Es gebe Umsiedlung von ganzen Gemeinden in Risikogebieten, teils durch Naturkatastrophen, aber auch durch Habgier, wegen Bodenabbau oder geplanten Luxushotels. <\/p>\n<p>\u201eExtreme Wetter und schleichende Ver\u00e4nderungen k\u00f6nnen Menschen ausl\u00f6schen\u201c, fasste die Referentin zusammen. Humanit\u00e4re Hilfe und rechtzeitiges Erkennen von Risiken sei wichtig. \u201eDie bedrohten Menschen wollen die Bedrohung h\u00e4ufig nicht wahrhaben. Sie leben nach dem Motto; \u201eGott wird es schon richten.\u201c <\/p>\n<p>Spontane Hilfe sei nicht weitreichend genug. Und in der Politik sei das Thema Migration und Klimawandel \u201eam letzten Zipfel\u201c angesiedelt. \u201eDringend m\u00fcssen Klimawandel und Migration thematisiert werden\u201c, beendete Sophia Wirsching ihren Vortrag. \u201eWas passiert mit uns Menschen. Dar\u00fcber m\u00fcssen wir alle nachdenken.\u201c <\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Lebendige Diskussion<br \/><\/span>Die M\u00f6glichkeit nachzufragen und eigene Gedanken zu \u00e4u\u00dfern, nutzten viele der Interessierten in der St. Elisabeth-Kirche. Ein Besucher wies auf die pers\u00f6nliche Verantwortung hin. \u201eWir sind nicht bereit zu verzichten, das m\u00fcssen wir erkennen.\u201c Ein sofortiger Ausstieg sei schwierig, bemerkte Andrea Feyen, Beauftragte f\u00fcr Umwelt, Klimaschutz und Energie der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg. \u201eVer\u00e4nderung ist immer schmerzhaft.\u201c Verantwortung m\u00fcsse von politischer Seite geregelt sein. Angeklagt wurde von einer Besucherin das st\u00e4ndig geforderte und gelobte Wachstum: \u201eIrgendwann geht es doch nicht mehr. Wir m\u00fcssen uns bescheiden.\u201c <\/p>\n<p>Diskutiert wurde weiterhin, dass das Umweltthema in der Entwicklungsplanung eine zu geringe Rolle spiele. Humane Hilfsprojekte m\u00fcssten mit langfristigen Projekten verkn\u00fcpft werden. Jeder einzelne Mensch k\u00f6nnte sein Verhalten \u00fcberpr\u00fcfen und Verantwortung \u00fcbernehmen. <\/p>\n<p>Gut gelinge dies den Jugendlichen w\u00e4hrend ihrer Konfirmandenzeit, berichtete Pastor Reiner Backenk\u00f6hler. Dabei spiele \u201eBrot f\u00fcr die Welt\u201c mit seinem Bildungsauftrag eine wichtige Rolle. \u201eIn ihrer Projektarbeit w\u00e4hlen die Jugendlichen gerne Klima- und Wasserprojekte.\u201c Er sieht bei den J\u00fcngeren ein starkes Bewusstsein f\u00fcr die Umwelt.<\/p>\n<p>Weitere Informationen finden Sie unter: https:\/\/www.brot-fuer-die-welt.de\/themen\/hintergruende-zur-flucht&nbsp; <\/p>\n<p>Pastor Olaf Grobleben, Beauftragter f\u00fcr Ethik und Weltanschauungsfragen der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg, wies auf die n\u00e4chste Veranstaltung der Vortragsreihe hin. Er ist Mitinitiator des Friedensethischen Konsultationsprozesses \u201eRichte unsere F\u00fc\u00dfe auf den Weg des Friedens\u201c in der oldenburgischen Kirche. <\/p>\n<p>Im September folgt der Vortrag: Faire Handelsbeziehungen f\u00fcr mehr Gerechtigkeit\u201c. Referent ist Sven Giegold, Mitglied des EU-Parlaments, Mitglied des Pr\u00e4sidiums des Deutschen Evangelischen Kirchentages. Montag, 17. September 2018, 20:00 Uhr, im Gemeindehaus an der St. Matth\u00e4us-Kirche, Schulstra\u00dfe 5, 28935 Rodenkirchen. <\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic\">Ein Beitrag von B\u00e4rbel Romey.<br \/><\/span><br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWir leben in einer Welt. Das merken wir am Klimawandel und an der Migration, da gibt es keine Grenzen\u201c, begr\u00fc\u00dfte Pastor Reiner Backenk\u00f6hler die G\u00e4ste am Donnerstag, 14. Juni, in der St. Elisabeth-Kirche in Hude zum Vortrag \u201eFluchtursache Klimawandel\u201c. Es war die vierte Veranstaltung der Vortragsreihe \u201eRichte unsere F\u00fc\u00dfe auf den Weg des Friedens\u201c der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg. Das Wetter im S\u00fcden bringe Menschen in Bedr\u00e4ngnis, die Migration bringe Menschen im Norden in Schwierigkeiten. Backenk\u00f6hler mahnte. \u201eHier bleibt die Frage nach Gerechtigkeit. 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