{"id":10099,"date":"2018-06-19T10:46:00","date_gmt":"2018-06-19T08:46:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/reformationstag-wird-neuer-feiertag-in-niedersachsen\/"},"modified":"2018-06-19T10:46:00","modified_gmt":"2018-06-19T08:46:00","slug":"reformationstag-wird-neuer-feiertag-in-niedersachsen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/reformationstag-wird-neuer-feiertag-in-niedersachsen\/","title":{"rendered":"Reformationstag wird neuer Feiertag in Niedersachsen"},"content":{"rendered":"<p>\u00dcber Monate hinweg f\u00fchrten die Niedersachsen eine \u00e4u\u00dferst kontroverse Diskussion \u00fcber einen neuen Feiertag. Jetzt entschied sich der Landtag f\u00fcr den Reformationstag. Das st\u00f6\u00dft im Land auf Zustimmung und Kritik.<\/p>\n<p>Hannover (epd). Nach monatelanger kontroverser Diskussion in Niedersachsen hat sich der Landtag in Hannover am Dienstag f\u00fcr den Reformationstag am 31. Oktober als neuen gesetzlichen Feiertag entschieden. Das Parlament in Hannover beschloss am Dienstag mit 100 von 137 Stimmen einen entsprechenden Gesetzentwurf der rot-schwarzen Landesregierung von Ministerpr\u00e4sident Stephan Weil (SPD). Damit wird der 31. Oktober bereits in diesem Jahr arbeitsfrei sein. Die evangelische Kirche und die Gewerkschaften begr\u00fc\u00dften die Entscheidung. Andere Verb\u00e4nde und Religionsgemeinschaften erneuerten ihre Kritik an dem Tag oder signalisierten Gespr\u00e4chsbereitschaft.<\/p>\n<p>\u00abMit dem Reformationstag bekommt Niedersachsen einen Feiertag, der in seiner Gestaltung herausfordernd ist und gro\u00dfe Chancen bietet, aber auch unbequem sein kann\u00bb, sagte der der hannoversche Landesbischof Ralf Meister f\u00fcr die evangelischen Kirchen in Niedersachsen. Mehr als 2.000 evangelische Kirchengemeinden im Land seien ein Garant daf\u00fcr, dass der Feiertag breit verankert werde. Er sei zuversichtlich, dass es gelingen werde, den Tag als einen Tag f\u00fcr alle B\u00fcrger zu feiern: \u00abFr\u00f6hlich, offen, \u00f6kumenisch und interreligi\u00f6s und mit Blick auf die zentralen Fragen unserer Gesellschaft.\u00bb<\/p>\n<p>Der katholische Pr\u00e4lat Felix Bernard sagte, die katholische Kirche habe zwar f\u00fcr den Bu\u00df- und Bettag pl\u00e4diert, doch nach der Entscheidung des Landtages w\u00fcrden sich die Katholiken jetzt nicht gegen den Reformationstag wenden. \u00abEs liegt bei der evangelischen Kirche, diesen neuen gesetzlichen Feiertag inhaltlich zu gestalten.\u00bb Wenn dabei ein Mitwirken der katholischen Kirche gew\u00fcnscht werde, sei sie gespr\u00e4chsbereit.<\/p>\n<p>Der j\u00fcdische Verbandsvorsitzende Michael F\u00fcrst zeigte sich \u00fcberrascht von dem deutlichen Votum des Landtages. Die j\u00fcdischen Gemeinden w\u00fcrden sich an den Feierlichkeiten zum Reformationstag nicht beteiligen, sagte er dem Evangelischen Pressedienst (epd). Zu einer von manchen heraufbeschworenen Spaltung der Gesellschaft werde die Entscheidung aber nicht f\u00fchren. Die j\u00fcdischen Gemeinden hatten sich mit Verweis auf die Judenfeindlichkeit des Reformators Martin Luthers (1483-1546) gegen den Reformationstag ausgesprochen.<\/p>\n<p>Bei der namentlichen Abstimmung im Landtag stimmten 20 Parlamentarier gegen den Reformationstag. 17 Abgeordnete enthielten sich. Zuvor wurden Antr\u00e4ge f\u00fcr den Internationalen Frauentag am 8. M\u00e4rz, den Europatag am 9. Mai, den Tag des Grundgesetzes am 23. Mai und den Bu\u00df- und Bettag im November zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n<p>Ministerpr\u00e4sident Weil betonte in der Parlamentsdebatte: \u00abDer Reformationstag ist unter den vorgeschlagenen Tagen derjenige, der am breitesten in der Gesellschaft verankert ist.\u00bb Weil hatte den neuen Feiertag vorgeschlagen, weil die norddeutschen L\u00e4nder deutlich weniger Feiertage haben als die s\u00fcddeutschen L\u00e4nder. Der Reformationstag erinnert an den Beginn der Reformation von Kirche und Gesellschaft im 16. Jahrhundert durch die Ver\u00f6ffentlichung der 95 Thesen Martin Luthers am 31. Oktober 1517.<\/p>\n<p>Die Opposition erneuerte in der Debatte ihre Kritik am Verfahren zur Einf\u00fchrung des Feiertags. Weil habe den Reformationstag mit den \u00fcbrigen Regierungschefs der Nordl\u00e4nder \u00abim Hinterzimmer\u00bb ausgemacht und dann im Hauruck-Verfahren \u00abmit der Brechstange\u00bb durchgesetzt, sagte Gr\u00fcnen-Fraktionschefin Anja Piel.<\/p>\n<p>Die islamischen Verb\u00e4nde forderten die Politik und die evangelische Kirche auf, den Reformationstag zu nutzen, um wie angek\u00fcndigt den interreligi\u00f6sen Dialog zu f\u00f6rdern. \u00abWir Muslime sind bereit, unseren Beitrag hierzu zu leisten\u00bb, sagte der Schura-Vorsitzende Recep Bilgen dem epd. Die Unternehmerverb\u00e4nde halten den neuen Feiertag f\u00fcr falsch, weil er einen Wettbewerbsnachteil darstelle. Der Deutsche Gewerkschaftsbund sprach dagegen von einem guten Tag f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten in Niedersachsen.<\/p>\n<p>Der Reformationstag ist bereits gesetzlicher Feiertag in Ostdeutschland au\u00dfer Berlin. Schleswig-Holstein und Hamburg hatten den 31. Oktober im Februar ebenfalls zum Feiertag erkl\u00e4rt. Die Bremer B\u00fcrgerschaft wird am Mittwoch in zweiter Lesung \u00fcber den Reformationstag als Feiertag abstimmen. Eine Mehrheit f\u00fcr den Tag ist wahrscheinlich.<\/p>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber Monate hinweg f\u00fchrten die Niedersachsen eine \u00e4u\u00dferst kontroverse Diskussion \u00fcber einen neuen Feiertag. Jetzt entschied sich der Landtag f\u00fcr den Reformationstag. Das st\u00f6\u00dft im Land auf Zustimmung und Kritik. Hannover (epd). Nach monatelanger kontroverser Diskussion in Niedersachsen hat sich der Landtag in Hannover am Dienstag f\u00fcr den Reformationstag am 31. 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