{"id":10158,"date":"2018-06-26T08:08:00","date_gmt":"2018-06-26T06:08:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/studie-bemaengelt-fehlende-moderation-bei-online-debatten\/"},"modified":"2018-06-26T08:08:00","modified_gmt":"2018-06-26T06:08:00","slug":"studie-bemaengelt-fehlende-moderation-bei-online-debatten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/studie-bemaengelt-fehlende-moderation-bei-online-debatten\/","title":{"rendered":"Studie bem\u00e4ngelt fehlende Moderation bei Online-Debatten"},"content":{"rendered":"<p>Debatten und Kommentare in journalistischen Online-Angeboten werden nach einer von der Universit\u00e4t Bremen mitgestalteten Studie nur selten redaktionell durch einen Moderator begleitet. Zugleich f\u00fcllten aber zunehmend Hassreden und Verleumdungen die Kommentarspalten, hei\u00dft es in der am Dienstag in Berlin vorgestellten Untersuchung im Auftrag der Landesanstalt f\u00fcr Medien Nordrhein-Westfalen. Im Ergebnis fordern die Autoren die Medienunternehmen auf, mehr \u00abin den Dialog mit den Nutzern\u00bb zu investieren und bei Online-Angeboten eine kompetente Moderation sicherzustellen. Die Endergebnisse der Studie \u00abHasskommentare im Netz. Steuerungsstrategien f\u00fcr Redaktionen\u00bb sollen im Herbst ver\u00f6ffentlicht werden.<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp; Der Dialog mit den Nutzern sei auch aus wirtschaftlichen Gr\u00fcnden wichtig f\u00fcr die Medien, sagte der Medienwissenschaftler Leif Kramp von der Universit\u00e4t Bremen. Stephan Weichert von der Hamburg Media School betonte, Redaktionen k\u00f6nnten nicht Kommentare zu einzelnen Beitr\u00e4gen zulassen, diese aber dann nicht redaktionell betreuen.<br \/>Gerade kleinere Redaktionen, die sich eine umf\u00e4ngliche Moderation nicht leisten k\u00f6nnten, sollten die Kommentarfunktionen und Debattenm\u00f6glichkeiten in ihren Onlineangeboten auf bestimmte Themen und Beitr\u00e4ge beschr\u00e4nken.<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp; F\u00fcr ihre Handreichung f\u00fcr Redaktionen hatten Kramp und Weichert rund 8.500 Nutzerkommentare zu journalistischen Beitr\u00e4gen auf Facebook und redaktionellen Nachrichten-Websites untersucht.<br \/>Insgesamt ging es um 16 journalistische Beitr\u00e4ge zu unterschiedlichen Themen bei \u00abRTL Aktuell\u00bb, \u00abtagesschau.de\u00bb, \u00abRheinische Post Online\u00bb (RP Online) und Deutschlandradio. Au\u00dferdem f\u00fchrten die Medienwissenschaftler mehrere Expertengespr\u00e4che zum Umgang mit Nutzerkommentaren und \u00abhetzenden Netzdiskursen\u00bb.<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp; Ein Ergebnis: \u00abRedaktionen k\u00f6nnen mit relativ \u00fcberschaubarem Aufwand \u00f6ffentliche Diskurse zu ihren Gunsten beeinflussen, um das konstruktive Potenzial von Debatten noch st\u00e4rker auszusch\u00f6pfen\u00bb, so Weichert. In ihrem Zehn-Punkte-Plan gegen Hassrede empfehlen die Wissenschaftler unter anderem \u00abentschieden\u00bb zu moderieren, um mit sachlicher Ansprache das \u00abHausrecht\u00bb durchzusetzen. Bei der \u00abdirekten Ansprache\u00bb sollten Moderatoren auf Spott und Ironie verzichten, auch wenn dies manchmal schwer falle. Zudem sollten durch das St\u00e4rken der Gegenrede konstruktive User belohnt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp; Weiter sprechen sich die Autoren der Studie daf\u00fcr aus, auch im Nutzerdialog das redaktionelle Vier-Augen-Prinzip anzuwenden. Damit w\u00fcrde einem Moderator noch ein zweiter Redakteur etwa zum Gegenlesen zur Seite gestellt. Unter dem Stichwort \u00abkonstruktiver Journalismus\u00bb empfehlen Kramp und Weichert zudem das Aufzeigen von Handlungsm\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp; \u00abAuf diesem Weg k\u00f6nnen wir Hassrednern gezielt und wirkungsvoll Einhalt gebieten\u00bb, sagte Tobias Schmid, Direktor der Landesanstalt f\u00fcr Medien Nordrhein-Westfalen. Er verwies dabei auch auf die bereits laufende Initiative \u00abVerfolgen statt nur L\u00f6schen &#8211; Rechtsdurchsetzung im Internet\u00bb. Die Initiative hat seit Februar bereits mehr als 180 Hasskommentare den Ermittlungsbeh\u00f6rden gemeldet. Bei einer Mehrzahl der Verst\u00f6\u00dfe handele es sich um Online-Kommentare, die im Verdacht der Volksverhetzung stehen, sagte Schmid. Zudem seien mehr als 30 Ermittlungsverfahren eingeleitet worden.<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic\">epd<\/span><br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Debatten und Kommentare in journalistischen Online-Angeboten werden nach einer von der Universit\u00e4t Bremen mitgestalteten Studie nur selten redaktionell durch einen Moderator begleitet. Zugleich f\u00fcllten aber zunehmend Hassreden und Verleumdungen die Kommentarspalten, hei\u00dft es in der am Dienstag in Berlin vorgestellten Untersuchung im Auftrag der Landesanstalt f\u00fcr Medien Nordrhein-Westfalen. Im Ergebnis fordern die Autoren die Medienunternehmen auf, mehr \u00abin den Dialog mit den Nutzern\u00bb zu investieren und bei Online-Angeboten eine kompetente Moderation sicherzustellen. Die Endergebnisse der Studie \u00abHasskommentare im Netz. 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