{"id":10262,"date":"2018-07-03T11:10:00","date_gmt":"2018-07-03T09:10:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/migrationsexperte-europa-wird-immer-ziel-von-migranten-bleiben\/"},"modified":"2018-07-03T11:10:00","modified_gmt":"2018-07-03T09:10:00","slug":"migrationsexperte-europa-wird-immer-ziel-von-migranten-bleiben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/migrationsexperte-europa-wird-immer-ziel-von-migranten-bleiben\/","title":{"rendered":"Migrationsexperte: Europa wird immer Ziel von Migranten bleiben"},"content":{"rendered":"<p>Der Osnabr\u00fccker Migrationsforscher Jochen Oltmer hat die Pl\u00e4ne der Europ\u00e4ischen Union scharf kritisiert, Fl\u00fcchtlingszentren in afrikanischen Staaten aufzubauen. Damit werde die L\u00f6sung der Fl\u00fcchtlingsproblematik den L\u00e4ndern aufgeb\u00fcrdet, die ohnehin schon \u00fcberm\u00e4\u00dfig stark belastet seien, sagte Oltmer in einem Gespr\u00e4ch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). \u00abDann werden die Fl\u00fcchtlinge demn\u00e4chst nicht mehr im Mittelmeer ertrinken, sondern in der libyschen W\u00fcste verdursten. Aber in Europa wird das dann vermutlich kaum jemand registrieren.\u00bb<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp; Weil die EU sich nicht auf eine Teilung der Verantwortung bei der Aufnahme von Schutzsuchenden einigen k\u00f6nne, versuche sie das Problem wegzuschieben, bem\u00e4ngelte der Professor am Institut f\u00fcr Migrationsforschung der Uni Osnabr\u00fcck: \u00abAber auf l\u00e4ngere Sicht wird Europa nicht darum herumkommen, sich mit den globalen Fluchtbewegungen zu besch\u00e4ftigen. Europa wird immer Ziel von Migranten bleiben.\u00bb<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp; Rund 85 Prozent der Schutzsuchenden weltweit landeten nach neuesten Erhebungen schon jetzt in den \u00e4rmsten L\u00e4ndern der Erde, erl\u00e4uterte Oltmer. Nur 15 Prozent f\u00e4nden Aufnahme in den Industriestaaten. \u00abDieses globale Ungleichgewicht wird sich weiter versch\u00e4rfen, wenn es zu den geplanten Aufnahmezentren etwa in Albanien, Algerien oder Tunesien kommt.\u00bb<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp; Die scheinbar einfache L\u00f6sung werde der Komplexit\u00e4t des Problems nicht gerecht, betonte der Historiker. Es sei nicht gekl\u00e4rt, ob europ\u00e4ische Institutionen oder etwa das Fl\u00fcchtlingshochkommissariat der Vereinten Nationen UNHCR diese Zentren leiten sollten. Wie in m\u00f6glicherweise gro\u00dfen umz\u00e4unten Lagern die Genfer Fl\u00fcchtlingskonvention oder europ\u00e4ische Asyl- und Menschenrechtsstandards zur Geltung kommen sollten, sei mehr als fraglich. \u00abUnd wer wird die dort als schutzberechtigt anerkannten Menschen aufnehmen, wenn doch innerhalb der EU kein Instrument f\u00fcr die Verteilung existiert?\u00bb<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp; Noch kein einziges Land habe sich bislang bereiterkl\u00e4rt, solche Zentren einzurichten, sagte Oltmer. \u00abIhnen muss schon viel geboten werden.\u00bb Nicht alles lasse sich einfach mit Geld regeln. Die sozialen und politischen Spannungen in diesen Staaten, in denen h\u00e4ufig instabile oder autokratische Regime an der Macht seien, w\u00fcrden weiter zunehmen. \u00abDa entstehen neue Probleme und Konfliktherde, die irgendwann einmal wieder auf Europa zur\u00fcckfallen werden.\u00bb<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp; Einen Hoffnungsschimmer sehe er allerdings, sagte Oltmer. Zynischerweise beruhe der gerade darauf, dass es tats\u00e4chlich gel\u00e4nge, die Menschen f\u00fcr eine gewisse Zeit von Europa fernzuhalten. Dann w\u00fcrden Populisten m\u00f6glicherweise das Interesse am Thema Flucht verlieren, die Diskussion lie\u00dfe sich versachlichen und die EU k\u00f6nnte doch noch zu einer Abstimmung \u00fcber gemeinsame Asylstandards kommen.<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic\">epd<\/span><br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Osnabr\u00fccker Migrationsforscher Jochen Oltmer hat die Pl\u00e4ne der Europ\u00e4ischen Union scharf kritisiert, Fl\u00fcchtlingszentren in afrikanischen Staaten aufzubauen. Damit werde die L\u00f6sung der Fl\u00fcchtlingsproblematik den L\u00e4ndern aufgeb\u00fcrdet, die ohnehin schon \u00fcberm\u00e4\u00dfig stark belastet seien, sagte Oltmer in einem Gespr\u00e4ch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). \u00abDann werden die Fl\u00fcchtlinge demn\u00e4chst nicht mehr im Mittelmeer ertrinken, sondern in der libyschen W\u00fcste verdursten. Aber in Europa wird das dann vermutlich kaum jemand registrieren.\u00bb &nbsp;&nbsp; Weil die EU sich nicht auf eine Teilung der Verantwortung bei der Aufnahme von Schutzsuchenden einigen k\u00f6nne, versuche sie das Problem wegzuschieben, bem\u00e4ngelte der Professor am Institut f\u00fcr Migrationsforschung&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"false","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[43],"tags":[44],"class_list":["post-10262","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kirche-oldenburg","tag-kirche-oldenburg"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10262","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10262"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10262\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10262"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10262"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10262"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}