{"id":10442,"date":"2018-07-31T15:56:00","date_gmt":"2018-07-31T13:56:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/zum-beten-hinaus-auf-hohe-see\/"},"modified":"2018-07-31T15:56:00","modified_gmt":"2018-07-31T13:56:00","slug":"zum-beten-hinaus-auf-hohe-see","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/zum-beten-hinaus-auf-hohe-see\/","title":{"rendered":"Zum Beten hinaus auf hohe See"},"content":{"rendered":"<p>\u00abAuf hoher See sind wir alle in Gottes Hand\u00bb lautet eine alte Erkenntnis von der K\u00fcste. Urlauber in Ostfriesland k\u00f6nnen dies bei einer Kutterandacht hautnah erleben.<\/p>\n<p>Neuharlingersiel\/Kr. Wittmund (epd). Gleich hinter der Hafenmole atmet Karin Jachow tief durch und l\u00e4chelt. \u00abEndlich wieder auf dem Meer!\u00bb Zusammen mit ihren Kindern Leon und Laura und weiteren 47 Urlaubern f\u00e4hrt sie zu einer abendlichen Andacht an Bord des Krabbenkutters \u00abGorch Fock\u00bb vom ostfriesischen Neuharlingersiel aus hinaus auf die Nordsee. \u00abIch bin Wiederholungst\u00e4terin\u00bb, gesteht die Mutter aus der N\u00e4he von D\u00fcsseldorf.<\/p>\n<p>Vor sieben Jahren sei sie schon einmal mit der \u00abGorch Fock\u00bb zur Andacht hinausgefahren, sagt sie. \u00abSo ein Gottesdienst in freier Natur gibt eine Ahnung von Gottes Sch\u00f6pfung. Ein tolles Erlebnis\u00bb, schildert sie ihre Gef\u00fchle. Eigentlich hat sie nur selten Kontakt zur Kirche. \u00abDoch das Beten bei See- und Wellengang hat mich beeindruckt, das ist tief in meinen Erinnerungen verankert.\u00bb<\/p>\n<p>Doch an diesem Abend ist die Nordsee v\u00f6llig ruhig. Nur wenige unter den G\u00e4sten halten angestrengt den Blick auf den Horizont geheftet, um die sich ank\u00fcndigende Seekrankheit unter Kontrolle zu halten. Einige sind zum ersten Mal \u00abauf hoher See\u00bb. Sie lassen ihren Blick \u00fcber die sanften Wellen schweifen. Immer wieder f\u00e4llt dabei ihr Blick auf das Schild \u00fcber dem Steuerhaus. Dort steht geschrieben: \u00abGott mit uns.\u00bb<\/p>\n<p>\u00abNormalerweise spritzt die Gischt \u00fcber die Reling. Da wird man auch mal etwas nass\u00bb, sagt die evangelische Urlauberseelsorgerin Heike Pendias und lacht. Seit 2002 f\u00e4hrt sie unter dem Kommando von \u00abK\u00e4pt&#8217;n Willy\u00bb mit der Gorch Fock alle 14 Tage zwischen Juni und August hinaus zur Abendandacht auf der Nordsee &#8211; solange Seegang und Wetter mitspielen. Die Karten f\u00fcr die 50 Pl\u00e4tze an Bord gibt es nur im Kirchenzelt auf dem Campingplatz und sie sind stets ruckzuck vergeben. \u00abWir wollen die Leute ins Gespr\u00e4ch bringen. Wenn sie sich nach so einem T\u00f6rn wieder treffen, haben sie genug zu erz\u00e4hlen\u00bb, berichtet die Diakonin.<\/p>\n<p>Auf dem Meer ist es f\u00fcr viele Menschen leichter, sich auf ein Gebet oder eine Andacht einzulassen, hat sie beobachtet. \u00abDer Kontakt mit der Natur ist einfach viel direkter und intensiver.\u00bb Au\u00dferdem sei es so viel leichter, auch M\u00e4nner f\u00fcr ein Gebet zu begeistern. In der Zeltkirche auf dem Campingplatz arbeitet Pendias mit einem ehrenamtlichen Team bei der \u00abKirche-Unterwegs\u00bb zusammen. \u00abWenn es dort ans Beten geht, sind die M\u00e4nner schnell verschwunden\u00bb, sagt sie. \u00abAn Bord ist weglaufen ja schwierig &#8211; und pl\u00f6tzlich k\u00f6nnen sich die M\u00e4nner darauf einlassen &#8211; erstaunlich oder?\u00bb<\/p>\n<p>Gut zwei Stunden dauert die Fahrt von Neuharlingersiel Richtung Spiekeroog und Langeoog. Im Windschatten der Inseln stoppt \u00abK\u00e4pt&#8217;n Willy\u00bb den Motor. Hier ist die See ruhig genug, und Heike Pendias greift zur bis dahin gut gesch\u00fctzten Gitarre. Auch bei den letzten G\u00e4sten siegt die Begeisterung \u00fcber das leichte Unwohlsein &#8211; jetzt, wo H\u00e4nde und Augen keinen Halt mehr brauchen. \u00abWir sollen Gott vertrauen und unser Leben in seine H\u00e4nde geben\u00bb, sagt die 18-j\u00e4hrige Tabea aus Remscheid, die zusammen mit ihrer Mutter Anja G\u00fcnther die Andacht h\u00e4lt. Die beiden verst\u00e4rken in diesem Jahr das Kirche-Unterwegs-Team von Heike Pendias auf dem Campingplatz.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck geht die Fahrt vorbei an den Seehundb\u00e4nken vor Langeoog. Nur wenige Meter entfernt liegen hier die Robben, dicht an dicht aufgereiht in den letzten Strahlen der bald untergehenden Sonne. Joachim Haas aus Hannover ist mit seiner Familie zum ersten Mal bei der Kutterandacht. \u00abDas war schon ein spezielles Erlebnis. Selten hat mich etwas so anger\u00fchrt.\u00bb<\/p>\n<p>Nach dem T\u00f6rn f\u00e4llt der sichere Gang auf dem wieder festen Boden in Neuharlingersiel nicht ganz leicht. Doch Heike Pendias ist zufrieden: \u00abSo etwas bleibt auch im Alltag nach dem Urlaub im Ged\u00e4chtnis.\u00bb<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Internet: <\/span>Kirche im Tourismus: http:\/\/u.epd.de\/r9v <\/p>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00abAuf hoher See sind wir alle in Gottes Hand\u00bb lautet eine alte Erkenntnis von der K\u00fcste. Urlauber in Ostfriesland k\u00f6nnen dies bei einer Kutterandacht hautnah erleben. Neuharlingersiel\/Kr. Wittmund (epd). 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