{"id":10518,"date":"2018-08-11T08:36:00","date_gmt":"2018-08-11T06:36:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/kita-besuch-fuer-immer-mehr-kinder-gebuehrenfrei-kommunen-und-traeger-warnen-vor-qualitaetsverlust-bei-der-betreuung\/"},"modified":"2018-08-11T08:36:00","modified_gmt":"2018-08-11T06:36:00","slug":"kita-besuch-fuer-immer-mehr-kinder-gebuehrenfrei-kommunen-und-traeger-warnen-vor-qualitaetsverlust-bei-der-betreuung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/kita-besuch-fuer-immer-mehr-kinder-gebuehrenfrei-kommunen-und-traeger-warnen-vor-qualitaetsverlust-bei-der-betreuung\/","title":{"rendered":"Kita-Besuch f\u00fcr immer mehr Kinder geb\u00fchrenfrei &#8211; Kommunen und Tr\u00e4ger warnen vor Qualit\u00e4tsverlust bei der Betreuung"},"content":{"rendered":"<p>Die gro\u00dfe Koalition in Berlin will die beitragsfreie Kita f\u00fcr alle. Rheinland-Pfalz, Hamburg und Berlin z\u00e4hlen zu den Vorreitern, zahlreiche L\u00e4nder wollen bald folgen. Doch drei str\u00e4uben sich gegen die komplette Abschaffung der Elternbeitr\u00e4ge.<\/p>\n<p>Hannover (epd). Immer mehr Kinder in Deutschland gehen geb\u00fchrenfrei in die Kita. Berlin hat als erstes Bundesland zum neuen Kindergartenjahr die Elternbeitr\u00e4ge komplett abgeschafft, in Niedersachsen und Hessen werden ab sofort f\u00fcr M\u00e4dchen und Jungen ab drei Jahren keine Geb\u00fchren mehr f\u00e4llig. Doch von einer fl\u00e4chendeckenden Geb\u00fchrenfreiheit, wie sie im Koalitionsvertrag gefordert wird, ist Deutschland noch weit entfernt. So planen etwa Bayern, Baden-W\u00fcrttemberg und Sachsen keine Abschaffung der Elternbeitr\u00e4ge. Kommunen und Tr\u00e4ger sehen eine generelle Befreiung ohnehin skeptisch.<\/p>\n<p>Die gesetzlichen Beitragsregelungen f\u00fcr Kitas unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland. In einigen L\u00e4ndern ist die Festlegung der Geb\u00fchren Sache der Kommunen. Die H\u00f6he schwankt laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung zwischen 30 und fast 400 Euro pro Monat. In vielen L\u00e4ndern sind die Beitr\u00e4ge nach Einkommen der Eltern gestaffelt oder werden bei Bedarf von der Jugendhilfe \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>Vorreiter auf dem Weg zur beitragsfreien Kita f\u00fcr alle ist Berlin. Hier entfielen zum 1. August auch die Geb\u00fchren f\u00fcr unter einj\u00e4hrige Kinder. In Hessen ist jetzt f\u00fcr Kinder ab drei Jahren das erste, zweite und dritte Kindergartenjahr f\u00fcr sechs Stunden am Tag geb\u00fchrenfrei, in Niedersachsen gilt dies f\u00fcr bis zu acht Stunden t\u00e4glich. Ein \u00e4hnliches Modell plant Bremen zum August 2019, ab 2020 soll dort vollst\u00e4ndige Beitragsfreiheit gelten.<\/p>\n<p>Die Kindergartengeb\u00fchren hatte als erstes Bundesland Rheinland-Pfalz ab 2007 schrittweise abgeschafft. Seit 2010 ist dort der Besuch von \u00f6ffentlich gef\u00f6rderten Kitas f\u00fcr alle Kinder ab zwei Jahren geb\u00fchrenfrei. Hamburg folgte 2014: Hier haben Kinder von der Geburt bis zur Einschulung Anspruch auf beitragsfreie Betreuung bis zu f\u00fcnf Stunden t\u00e4glich.<\/p>\n<p>In Brandenburg kostet seit dem 1. August das letzte Kindergartenjahr nichts mehr, was in Nordrhein-Westfalen bereits seit 2011 und in Th\u00fcringen seit Januar 2018 gilt. Langfristig sollen in allen drei L\u00e4ndern die Elternbeitr\u00e4ge ganz wegfallen. Das planen auch Mecklenburg-Vorpommern ab 2020 sowie Schleswig-Holstein.<\/p>\n<p>Bayern, Baden-W\u00fcrttemberg und Sachsen wollen dagegen daran festhalten. Der Mehrheit der bayerischen Eltern sei Qualit\u00e4t wichtiger als kostenlose Kitas, sagte ein Sprecher des Sozialministeriums in M\u00fcnchen. Es gebe zudem keine Anzeichen daf\u00fcr, dass Eltern sich Betreuungspl\u00e4tze momentan nicht leisten k\u00f6nnten, die Betreuungsquote sei hoch. Bayern setze stattdessen auf das neue Familiengeld, das zum 1. September 2018 eingef\u00fchrt wird.<\/p>\n<p>Kommunalverb\u00e4nde \u00e4u\u00dferten sich kritisch \u00fcber den Trend zur Beitragsfreiheit. Diese d\u00fcrfe nicht das prim\u00e4re Ziel sein, \u00absondern zuallererst ist an den Ausbau der Kapazit\u00e4ten sowie der Qualit\u00e4t zu denken\u00bb, sagte der Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Deutschen St\u00e4dte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, dem Evangelischen Pressedienst (epd). \u00abDer politische Ansatz, selbst gut verdienende Eltern von den Kindergartengeb\u00fchren zu befreien, ist falsch und auch nicht im Sinne der Eltern.<\/p>\n<p>Auch der Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Deutschen St\u00e4dtetags, Helmut Dedy, mahnte, unter der Beitragsbefreiung d\u00fcrfe nicht die Betreuungsqualit\u00e4t und der n\u00f6tige Ausbau der Pl\u00e4tze leiden. Die Diakonie als freier Tr\u00e4ger erkl\u00e4rte, langfristig sollten Kitas wie Schulen kostenfrei sein. Aktuell gehe aber eine Abschaffung der Geb\u00fchren auf Kosten der Qualit\u00e4t, sagte Maria Loheide, Diakonie Vorstand Sozialpolitik, dem epd.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich \u00e4u\u00dferte sich das M\u00fcnchner ifo Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung. \u00bbBevor nicht eine fl\u00e4chendeckende Betreuungsqualit\u00e4t gef\u00f6rdert und gesichert wird, braucht niemand eine &#8216;geb\u00fchrenfreie Kita&#8217; als gelungene Familienpolitik zu plakatieren&quot;, sagte Larissa Zierow vom ifo Zentrum f\u00fcr Bildungs\u00f6konomik.<\/p>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die gro\u00dfe Koalition in Berlin will die beitragsfreie Kita f\u00fcr alle. Rheinland-Pfalz, Hamburg und Berlin z\u00e4hlen zu den Vorreitern, zahlreiche L\u00e4nder wollen bald folgen. Doch drei str\u00e4uben sich gegen die komplette Abschaffung der Elternbeitr\u00e4ge. Hannover (epd). Immer mehr Kinder in Deutschland gehen geb\u00fchrenfrei in die Kita. Berlin hat als erstes Bundesland zum neuen Kindergartenjahr die Elternbeitr\u00e4ge komplett abgeschafft, in Niedersachsen und Hessen werden ab sofort f\u00fcr M\u00e4dchen und Jungen ab drei Jahren keine Geb\u00fchren mehr f\u00e4llig. Doch von einer fl\u00e4chendeckenden Geb\u00fchrenfreiheit, wie sie im Koalitionsvertrag gefordert wird, ist Deutschland noch weit entfernt. 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