{"id":10609,"date":"2018-09-01T08:35:00","date_gmt":"2018-09-01T06:35:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/der-zukunft-durch-abruestung-und-zivile-friedenspolitik-ein-menschliches-gesicht-geben\/"},"modified":"2018-09-01T08:35:00","modified_gmt":"2018-09-01T06:35:00","slug":"der-zukunft-durch-abruestung-und-zivile-friedenspolitik-ein-menschliches-gesicht-geben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/der-zukunft-durch-abruestung-und-zivile-friedenspolitik-ein-menschliches-gesicht-geben\/","title":{"rendered":"Der Zukunft durch Abr\u00fcstung und zivile Friedenspolitik ein menschliches Gesicht geben"},"content":{"rendered":"<p>Die geplante Verdoppelung der Ausgaben f\u00fcr das Milit\u00e4r in Deutschland bis 2025 kritisieren mehrere kirchliche Friedensorganisationen. Pax Christi und die Evangelische Friedensarbeit ver\u00f6ffentlichten anl\u00e4sslich des Antikriegstages am 1. September eine gemeinsame Erkl\u00e4rung mit dem Titel \u201eMehr f\u00fcr&#8217;s Milit\u00e4r? Nicht mit uns!\u201c.<\/p>\n<p>Darin appellieren der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche Deutschlands, Renke Brahms an die Bundesregierung, und der katholische Pax-Christi-Bischof Heinz Josef Algermissen. Sie fordern ein Umdenken bez\u00fcglich der neuen Pl\u00e4ne f\u00fcr das Milit\u00e4r und lehnen au\u00dferdem die NATO-Vereinbarung ab, die besagt, dass Mitgliedsstaaten mindestens zwei Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes f\u00fcr milit\u00e4rische Zwecke verwenden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Hier folgt der Aufruf im Wortlaut:<\/p>\n<p>Gemeinsame Erkl\u00e4rung des pax christi-Pr\u00e4sidenten Bischof em. Heinz Josef Algermissen und des Friedensbeauftragten des Rates der Evangelischen Kirche Deutschlands Renke Brahms<br \/>&nbsp;<br \/>Kluge zivile Friedenspolitik und effektive Abr\u00fcstungsvertr\u00e4ge k\u00f6nnen der Zukunft ein menschliches Gesicht geben. Daf\u00fcr engagieren wir uns \u00f6kumenisch in der Friedensbewegung. <\/p>\n<p>Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland stellt die Friedensverantwortung des deutschen Staates in den Rahmen einer internationalen Ordnung des Friedens und des Rechts. Eine internationale Rechts- und Friedensordnung bietet die beste Gew\u00e4hr, dem Wohl der einzelnen Menschen, der V\u00f6lker und der gesamten Menschheit zu dienen. Alles politische Handeln gewinnt seine Orientierung daran, dem Frieden und dem Recht zu dienen. Auch die Globalisierung macht die gegenseitige Verbundenheit und Abh\u00e4ngigkeit aller Menschen und L\u00e4nder der Erde immer erkennbarer und bringt verst\u00e4rkt ins Bewusstsein, dass die Sorge f\u00fcr Gerechtigkeit und Frieden eine \u00fcbernationale weltweite Aufgabe ist. Die Friedensf\u00f6rderung stellt deutsche Interessen in Zusammenhang mit den Interessen anderer L\u00e4nder. Sie k\u00f6nnen durch konsequentes Streben nach gerechtem Ausgleich verwirklicht werden.<\/p>\n<p>\u00dcberall auf der Welt setzen sich Menschen mutig und kreativ daf\u00fcr ein, die Ursachen von Krieg und Flucht, Armut und Hunger zu \u00fcberwinden. Als christliche Friedensbewegungen f\u00fchlen wir uns diesen Menschen und der UN-Agenda 2030 verpflichtet. Die Mitglieder der Vereinten Nationen haben sich mit der Agenda 2030 auf politische Zielsetzungen verst\u00e4ndigt, die der Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung in \u00f6konomischer und sozialer, politischer sowie \u00f6kologischer Hinsicht dienen. Die \u00dcberwindung von Hunger und Armut, die Bereitstellung von Bildung, Infrastruktur und Gesundheitsf\u00fcrsorge geh\u00f6ren genauso dazu wie Rechtsstaatlichkeit und Frieden. <\/p>\n<p>Wir setzen uns daf\u00fcr ein, dass Deutschland diese Ziele verfolgt und seinen Wohlstand daf\u00fcr nutzt, den Weltfrieden durch St\u00e4rkung und Verbreitung ziviler Konfliktbearbeitung, Diplomatie und Verhandlungsl\u00f6sungen zu f\u00f6rdern. Dabei geht es immer auch um den Einsatz von finanziellen Mitteln. Um den aktuellen Herausforderungen der Klimakatastrophe, der Hungersn\u00f6te, der Gewalt und Kriege und der auf diesen Hintergr\u00fcnden entstandenen gro\u00dfen Migrationsbewegung effektive Strategien entgegen zu setzen, bedarf es umfassender Ausstattung bspw. des Fl\u00fcchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen oder Ma\u00dfnahmen zur \u00dcberwindung von Armut und Hunger sowie gewaltfreier Instrumente der Konfliktbearbeitung, insbesondere des Zivilen Friedensdienstes. <\/p>\n<p>In diesem Sinne sind \u00f6ffentliche Gelder Ausdruck eines solidarischen Ausgleichs zwischen einem reichen Land wie Deutschland und armen L\u00e4ndern des globalen S\u00fcdens. In dieser Weise eingesetzte Ressourcen stiften Zusammenhalt und f\u00f6rdern die gegenseitige Anerkennung und die Entwicklung globaler Solidarit\u00e4t, welche ein wesentliches Element einer internationalen Friedens- und Rechtsordnung sein muss. Eine solche Solidarit\u00e4t entspricht der Berufung des Evangeliums, dass alle Menschen als Schwestern und Br\u00fcder miteinander leben sollen.<\/p>\n<p>Der gegenw\u00e4rtige politische Druck, die Ausgaben f\u00fcr das Milit\u00e4r massiv zu erh\u00f6hen und die daf\u00fcr eingesetzten Gelder in Deutschland von heute aus gesehen bis ins Jahr 2025 zu verdoppeln, widerspricht allerdings diesen moralischen Verpflichtungen und politischen Einsichten. Die Vereinbarung der NATO, wonach Mitgliedsstaaten zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes f\u00fcr ihre Milit\u00e4rhaushalte einsetzen sollen, lehnen wir ab, weil sie den notwendigen Bestrebungen nach Deeskalation, Abr\u00fcstung und Stopp des internationalen Waffenhandels zuwider l\u00e4uft.<\/p>\n<p>Bitte unterst\u00fctzen Sie durch Ihre Unterschrift den Appell \u201eMehr f\u00fcr\u00b4s Milit\u00e4r? Nicht mit uns!\u201c und fordern mit uns die deutsche Bundesregierung auf:<br \/>\u2022 St\u00e4rken Sie Wege gemeinsamer Sicherheit und internationaler Zusammenarbeit<br \/>\u2022 Setzen Sie auf Abr\u00fcstung und R\u00fcstungskontrolle<br \/>\u2022 Stoppen Sie das Zweiprozentziel der NATO<br \/>&nbsp;<br \/>pax christi-Pr\u00e4sident Bischof em. Heinz Josef Algermissen und Friedensbeauftragter des Rates der Evangelischen Kirche Deutschland Renke Brahms<\/p>\n<p>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die geplante Verdoppelung der Ausgaben f\u00fcr das Milit\u00e4r in Deutschland bis 2025 kritisieren mehrere kirchliche Friedensorganisationen. Pax Christi und die Evangelische Friedensarbeit ver\u00f6ffentlichten anl\u00e4sslich des Antikriegstages am 1. September eine gemeinsame Erkl\u00e4rung mit dem Titel \u201eMehr f\u00fcr&#8217;s Milit\u00e4r? Nicht mit uns!\u201c. Darin appellieren der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche Deutschlands, Renke Brahms an die Bundesregierung, und der katholische Pax-Christi-Bischof Heinz Josef Algermissen. Sie fordern ein Umdenken bez\u00fcglich der neuen Pl\u00e4ne f\u00fcr das Milit\u00e4r und lehnen au\u00dferdem die NATO-Vereinbarung ab, die besagt, dass Mitgliedsstaaten mindestens zwei Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes f\u00fcr milit\u00e4rische Zwecke verwenden m\u00fcssen. 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