{"id":10622,"date":"2018-09-03T09:38:00","date_gmt":"2018-09-03T07:38:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/studie-inklusion-an-schulen-kommt-in-niedersachsen-und-bremen-voran-wohlfahrtsverbaende-gewerkschaft-und-opposition-fordern-weitere-verbesserungen\/"},"modified":"2018-09-03T09:38:00","modified_gmt":"2018-09-03T07:38:00","slug":"studie-inklusion-an-schulen-kommt-in-niedersachsen-und-bremen-voran-wohlfahrtsverbaende-gewerkschaft-und-opposition-fordern-weitere-verbesserungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/studie-inklusion-an-schulen-kommt-in-niedersachsen-und-bremen-voran-wohlfahrtsverbaende-gewerkschaft-und-opposition-fordern-weitere-verbesserungen\/","title":{"rendered":"Studie: Inklusion an Schulen kommt in Niedersachsen und Bremen voran &#8211; Wohlfahrtsverb\u00e4nde, Gewerkschaft und Opposition fordern weitere Verbesserungen"},"content":{"rendered":"<p>Bremen ist laut einer Bertelsmann-Studie Spitze in Sachen Inklusion an den Schulen. Auch Niedersachsen sei gut vorangekommen. Doch Kritiker warnen, der genaue Blick zeigt noch viele Schwachstellen auf.<\/p>\n<p>Bremen\/Hannover (epd). Die schulische Inklusion von Kindern mit Behinderungen ist in den vergangenen Jahren in Niedersachsen und Bremen offenbar gut vorangekommen. Nach einer Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung ist Bremen bundesweiter Spitzenreiter bei der Inklusion, wie die Stiftung am Montag in G\u00fctersloh mitteilte. Dort gehen nur noch 1,2 Prozent aller Sch\u00fcler auf F\u00f6rderschulen. Niedersachsen kommt im L\u00e4ndervergleich mit 3,4 Prozent auf den f\u00fcnften Platz und liegt damit deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 4,3 Prozent. Wohlfahrtsverb\u00e4nde, Gewerkschafter und die Opposition im Landtag fordern gleichwohl Verbesserungen.<\/p>\n<p>Inklusion bedeutet, dass die Regelschulen auch diejenigen Sch\u00fcler aufnehmen, die zum Beispiel aufgrund einer Behinderung, Lernschwierigkeiten oder sozialen Problemen besonders gef\u00f6rdert werden m\u00fcssen. Nach der Analyse des Bildungsforschers Klaus Klemm ist der Anteil der Kinder, die an separaten F\u00f6rderschulen unterrichtet werden, in den letzten Jahren bundesweit gesunken. Im Jahr 2008 hatten in Deutschland noch 4,9 Prozent aller Sch\u00fcler eine F\u00f6rderschule besucht &#8211; bis 2016 sank die Quote um 0,6 Prozentpunkte. Zwischen den Bundesl\u00e4ndern gibt es allerdings gro\u00dfe Unterschiede. Bertelsmann-Stiftungsvorstand J\u00f6rg Dr\u00e4ger forderte daher bundesweit einheitliche Qualit\u00e4tsstandards.<\/p>\n<p>Niedersachsen hat seit 2013 den gemeinsamen Unterricht aufsteigend eingef\u00fchrt. Urspr\u00fcnglich sollten dabei bestimmte F\u00f6rderschulen nach und nach abgeschafft werden. Nach Widerst\u00e4nden aus der CDU einigte sich die rot-schwarze Landesregierung aber darauf, die Fristen f\u00fcr ein Auslaufen der F\u00f6rderschulen Lernen deutlich zu verl\u00e4ngern. Der Sozialverband Deutschland kritisierte, dass die schwarz-rote Koalition in Niedersachsen den Prozess der Inklusion verlangsame. Sie werde \u00abauf die lange Bank geschoben\u00bb, sagte Verbandspr\u00e4sident Adolf Bauer.<\/p>\n<p>Birgit Eckert vom Parit\u00e4tischen Wohlfahrtsverband sagte, das Land sei zwar auf dem richtigen Weg. \u00abAber im Kleingedruckten kann man lesen, was noch verbessert werden muss.\u00bb Nach wie vor h\u00e4tten die Regelschulen zu selten die personelle und r\u00e4umliche Ausstattung, um das Miteinander von Kindern mit und ohne Behinderungen gut gestalten zu k\u00f6nnen. Laut der Studie besuchten Kinder mit sozial-emotionalen Beeintr\u00e4chtigungen sogar h\u00e4ufiger die F\u00f6rderschule als fr\u00fcher. \u00abDie Regelschulen sind mit dieser Thematik \u00fcberfordert.\u00bb<\/p>\n<p>Wie der Parit\u00e4tische forderten auch die Gr\u00fcnen im Landtag einen Masterplan Inklusion. Der Aufbau multiprofessioneller Teams m\u00fcsse st\u00e4rker forciert werden, sagte die bildungspolitische Sprecherin der Partei, Julia Willie Hamburg. \u00abDie Anzahl von Sonderp\u00e4dagoginnen und Sonderp\u00e4dagogen muss endlich zunehmen.\u00bb<\/p>\n<p>Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Niedersachsen h\u00e4lt ebenfalls mehr Personal und mehr Fortbildungen f\u00fcr n\u00f6tig. Die Zuweisungen der F\u00f6rderlehrer und therapeutischen Fachkr\u00e4fte d\u00fcrften nicht mehr an einzelne Sch\u00fcler mit F\u00f6rderbedarf gekoppelt werden, sagte die Landesvorsitzende Laura Pooth. Dies stigmatisiere diese Sch\u00fcler nur. Zus\u00e4tzliche Mittel m\u00fcssten insgesamt in die inklusive Schule gegeben werden.<\/p>\n<p>Bundesweit haben neben Bremen und Niedersachsen auch Schleswig-Holstein (2,1 Prozent), Berlin (2,8 Prozent) und Hamburg (3,1) besonders niedrige Anteile separat unterrichteter Kinder. In Baden-W\u00fcrttemberg (4,9 Prozent), Bayern (4,8 Prozent) und Rheinland-Pfalz (4,0 Prozent) ist die Quote der F\u00f6rdersch\u00fcler der Analyse zufolge in den letzten zehn Jahren sogar gestiegen. Die h\u00f6chsten Anteile von Kindern auf F\u00f6rderschulen haben Mecklenburg-Vorpommern mit 6,0 Prozent, Sachsen-Anhalt (5,9 Prozent) und Sachsen (5,7 Prozent).<br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bremen ist laut einer Bertelsmann-Studie Spitze in Sachen Inklusion an den Schulen. Auch Niedersachsen sei gut vorangekommen. Doch Kritiker warnen, der genaue Blick zeigt noch viele Schwachstellen auf. Bremen\/Hannover (epd). 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