{"id":10668,"date":"2018-09-11T09:08:00","date_gmt":"2018-09-11T07:08:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/die-oldenburger-kirche-und-die-pleite-der-lehman-brothers-vor-zehn-jahren-musste-die-kirche-beim-weltweiten-finanz-crash-rund-43-millionen-euro-abschreiben-von-joerg-nielsen\/"},"modified":"2018-09-11T09:08:00","modified_gmt":"2018-09-11T07:08:00","slug":"die-oldenburger-kirche-und-die-pleite-der-lehman-brothers-vor-zehn-jahren-musste-die-kirche-beim-weltweiten-finanz-crash-rund-43-millionen-euro-abschreiben-von-joerg-nielsen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/die-oldenburger-kirche-und-die-pleite-der-lehman-brothers-vor-zehn-jahren-musste-die-kirche-beim-weltweiten-finanz-crash-rund-43-millionen-euro-abschreiben-von-joerg-nielsen\/","title":{"rendered":"Die Oldenburger Kirche und die Pleite der Lehman-Brothers &#8211; Vor zehn Jahren musste die Kirche beim weltweiten Finanz-Crash rund 4,3 Millionen Euro abschreiben Von J\u00f6rg Nielsen"},"content":{"rendered":"<p>Die US Bank der Lehman-Brothers galt als zu gro\u00df, als dass sie h\u00e4tte zusammenbrechen k\u00f6nnen. Und doch passierte am 15. September 2008 das Undenkbare. Am Ende verloren zigtausend Anleger ihr Geld &#8211; unter ihnen auch die oldenburgische Kirche.<\/p>\n<p>Oldenburg (epd). Mit einem sprichw\u00f6rtlich \u00abblauen Auge\u00bb kam die oldenburgische Kirche vor zehn Jahren davon, als mit der Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers eine weltweite Wirtschaftskrise begann. Rund 4,3 Millionen Euro musste die Kirche nach dem Platzen der Immobilienblase am Ende abschreiben. Heute sei die Kirche gegen einen solchen Banken-Zusammenbruch gewappnet, sagt ihre Finanzchefin Susanne Teichmanis.<\/p>\n<p>\u00abEin Crash wie derjenige 2008 in den USA w\u00fcrde aufgrund der Gestaltung der Anlagerichtlinien die Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg nicht direkt betreffen\u00bb, unterstreicht Oberkirchenr\u00e4tin Teichmanis. Das interne Kontrollsystem sei erheblich ausgeweitet worden. Zudem seien neue, besonders auf Sicherheit bedachte Kriterien erstellt worden. \u00dcber deren Einhaltung wache ein von der Synode eingesetzter Ausschuss. Au\u00dferdem sei das Verm\u00f6gen der Kirche mit ihren 116 Gemeinden zwischen der Nordseeinsel Wangerooge und den Dammer Bergen nun auf mehrere Banken verteilt.<\/p>\n<p>Als am 15. September 2008 die ersten Informationen \u00fcber den Crash Oldenburg erreichten, sei es bereits zu sp\u00e4t gewesen, um gegenzusteuern, sagt Teichmanis. Der Zusammenbruch sei zu schnell verlaufen. \u00abEs gab keine Chance, die betroffenen Papiere zu verkaufen, da keine potenziellen K\u00e4ufer vorhanden waren.\u00bb<\/p>\n<p>Der damalige Bischof Jan Janssen hatte nur drei Wochen zuvor sein neues Amt angetreten. Auch er wurde von der Entwicklung \u00fcberrascht. In Gottesdiensten versuchte er, dass Vertrauen in die Kirche und ihrer Geldpolitik wieder herzustellen: Der Verlust sei bitter, sagte er, weil die Kirche mit ihrem Geld vor allem f\u00fcr andere Menschen da sei. Die Kirchenleitung ver\u00f6ffentlichte sogar ein sechsseitiges Papier als Argumentationshilfe gegen Kritiker.<\/p>\n<p>Zwar war die Kirche weder in ihrer Arbeitsf\u00e4higkeit noch in ihrer Existenz bedroht. Doch der Vertrauensverlust bei den Kirchengliedern war sp\u00fcrbar, auch angefeuert von \u00dcberschriften regionaler Zeitungen wie \u00abKirche verzockt Millionen\u00bb. Dabei lagen zu dieser Zeit etwa 118 Millionen Euro in den R\u00fccklagen. 90 Prozent davon waren in Sparbriefen, Bundesanleihen oder Genossenschaftsanteilen festgelegt &#8211; zu geringen Zinsen, aber unangreifbar. Unabh\u00e4ngige Pr\u00fcfer bescheinigten zudem sp\u00e4ter allen an den Geldanlagen Beteiligten, dass sie sich an die geltenden Vorschriften gehalten h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Seit 1998 hatte die oldenburgische Synode diskutiert, wie auch die Kirche von den damals hohen Gewinnen auf den internationalen Finanzm\u00e4rkten profitieren k\u00f6nne. Schlie\u00dflich beschloss das Kirchenparlament, dass f\u00fcr zehn Prozent der R\u00fccklagen etwas weniger scharfe Anlagebedingungen gelten sollten. Spekulative oder gar riskante Anlagen blieben verboten.<\/p>\n<p>\u00dcber ihre Hausbank kaufte die Kirche unterschiedliche Papiere unter anderem bei den Lehman Brothers ein. Laut dem damaligen Finanzchef Wolfram Friedrichs galten diese immer noch als sehr sicher angelegt &#8211; auch deshalb, weil die Bank bis zu ihrem Sturz zu den sichersten Geldh\u00e4usern in den Vereinigten Staaten z\u00e4hlte.<\/p>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die US Bank der Lehman-Brothers galt als zu gro\u00df, als dass sie h\u00e4tte zusammenbrechen k\u00f6nnen. Und doch passierte am 15. September 2008 das Undenkbare. Am Ende verloren zigtausend Anleger ihr Geld &#8211; unter ihnen auch die oldenburgische Kirche. Oldenburg (epd). Mit einem sprichw\u00f6rtlich \u00abblauen Auge\u00bb kam die oldenburgische Kirche vor zehn Jahren davon, als mit der Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers eine weltweite Wirtschaftskrise begann. Rund 4,3 Millionen Euro musste die Kirche nach dem Platzen der Immobilienblase am Ende abschreiben. 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