{"id":10682,"date":"2018-09-13T08:11:00","date_gmt":"2018-09-13T06:11:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/menschenwuerdige-arbeit-starke-institutionen-und-partnerschaften\/"},"modified":"2018-09-13T08:11:00","modified_gmt":"2018-09-13T06:11:00","slug":"menschenwuerdige-arbeit-starke-institutionen-und-partnerschaften","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/menschenwuerdige-arbeit-starke-institutionen-und-partnerschaften\/","title":{"rendered":"Menschenw\u00fcrdige Arbeit, starke Institutionen und Partnerschaften"},"content":{"rendered":"<p>\u201eMan fragt sich, ob Nachhaltigkeit das wichtigste Thema ist?\u201c Viele Menschen in Deutschland f\u00fchlten sich \u00fcberfordert &#8211; und jetzt k\u00e4me auch noch dieses Weltthema! Prof. Dr. G\u00fcnther Bachmann behauptet: \u201eDas Gegenteil ist richtig: Wir unterfordern uns, was Nachhaltigkeit, was die Ziele der Agenda 2030 angeht.\u201c Der Generalsekret\u00e4r des Rates f\u00fcr Nachhaltige Entwicklung forderte am Dienstag, 4. September, zum intensiven Austausch und Nachdenken auf. An der dritten Auftaktveranstaltung von Evangelischem Bildungswerkes Ammerland und Engagement Global zu den UN-Zielen f\u00fcr nachhaltige Entwicklung im Evangelischen Gemeindehaus in Petersfehn nahmen gut 30 Interessierte teil. <br \/>&nbsp; <br \/>Kreispfarrer Lars Dede, der den Abend moderierte, zeigte sich in seiner Begr\u00fc\u00dfung \u00fcberzeugt, \u201edass diese vier Ziele, um die es heute geht, mit zu den Schl\u00fcsselzielen der gesamten Agenda 2030 geh\u00f6ren: Ziel 8, Menschenw\u00fcrdige Arbeit und Wirtschaftswachstum; Ziel 9, Industrie, Innovation und Infrastruktur; Ziel 16, Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen und Ziel 17, Partnerschaften zur Erreichung der Ziele.\u201c<br \/>\n&nbsp; <br \/>Anita Reddy, Bereichsleiterin Bildungsprogramme, F\u00f6rderung Inland bei Engagement Global in Bonn, besuchte gemeinsam mit ihrem Kollegen Dr. Christian Braun, Projektleiter bei Engagement Global, Au\u00dfenstelle Hamburg, die Veranstaltung. \u201eBesonders wichtig\u201c ist f\u00fcr Anita Reddy, viele Menschen \u201enicht nur in urbanen R\u00e4umen\u201c zu erreichen. Daher begr\u00fc\u00dfe sie es, dass diese Veranstaltung in Petersfehn stattfinde.<br \/>&nbsp; <br \/>Prof. Dr. G\u00fcnther Bachmann referierte zu vier der 17 nachhaltigen Entwicklungsziele (engl. \u201eSustainable Development Goals\u201c SDGs), die er mit zahlreichen Beispielen aus seiner allt\u00e4glichen Arbeit veranschaulichte. Die Logik aller 17 Ziele sei, dass sie nur zusammen funktionieren, nicht einzeln. \u201eIch glaube, dass wir viel mehr tun k\u00f6nnen\u201c, betonte Prof. Bachmann. \u201eDie 17 Ziele sind ein gro\u00dfer Meilenstein auf der internationalen B\u00fchne\u201c, doch pl\u00e4dierte er als Kern dieser Ziele f\u00fcr etwas, das so nicht in den 17 Zielen stehe, das aber f\u00fcr sie von grundlegender Bedeutung sei: Mut zur Hoffnung auf eine bessere Welt und das Vertrauen in die Kraft der Gegenseitigkeit. Er nannte dies quasi das 18. Ziel, die eigene bessere Zukunft im gelingenden Leben der Anderen zu verwirklichen.<br \/>&nbsp; <br \/>Die Anzahl 17 mit den 169 Unterzielen sei letztlich ein zuf\u00e4lliges Ergebnis hoch ambitionierter Verhandlungen, bei denen erstmals in der Geschichte der Vereinten Nationen die zivilgesellschaftlichen Gruppierungen ein Mitspracherecht hatten. Er berichtete, dass in der Welt jetzt lebhafte Diskussionen und \u00dcberlegungen stattf\u00e4nden, wie die SDGs umgesetzt w\u00fcrden. Zum Beispiel habe Togo die Ziele zur nationalen Strategie ernannt und Saudi-Arabien mache den Bau von Solaranlagen billiger als je zuvor und wolle dadurch die Unabh\u00e4ngigkeit von der fossilen Energie erreichen. <br \/>&nbsp; <br \/>Auch Deutschland war unter den ersten der mittlerweile rund 120 Staaten, die bei der UNO \u00fcber den Stand der Umsetzung berichtet hatten. Alle wollten dabei sein, mit einer so gro\u00dfen Beteiligung der Zivilbev\u00f6lkerung wie nie zuvor. \u201eFortschritt h\u00f6rt heute auf die Bezeichnung SDGs.\u201c <br \/>&nbsp; <br \/>Die vom Bundeskabinett beschlossene \u201eDeutsche Nachhaltigkeitsstrategie\u201c setzt die 17 Ziele f\u00fcr Deutschland um. Auf nationaler Ebene wird ihr Erfolg anhand von 63 Indikatoren gemessen. Knapp bei der H\u00e4lfte sei Deutschland allerdings nicht auf der Zielgeraden. \u201eEs fehlt das Zielmanagement bei den wichtigen und komplexen Zielen. Die Zielsetzungen k\u00f6nnten durchaus engagierter sein\u201c, kritisierte Generalsekret\u00e4r Bachmann. <br \/>&nbsp; <br \/>Eine kluge Entscheidung nannte es Prof. Bachmann, dass sich in Deutschland die Bundesregierung mit ihrem Ausschuss von Staatssekret\u00e4ren sehr fr\u00fchzeitig mit den 17 Zielen besch\u00e4ftigt hatte. So sei erarbeitet worden, was f\u00fcr Deutschland zu tun ist, zum Beispiel bei den Themen Konsum und Massentierhaltung, bei der Gesundheit, gegen den Fl\u00e4chenfra\u00df oder in den sozialen Bereichen.<br \/>&nbsp; <br \/>Dass in Deutschland neues Denken und neue B\u00fcndnisse n\u00f6tig sind, verdeutlichte der Experte am Bangladesch-Problem im Textilbereich, wo nach hunderten von Toten die deutsche Politik und die deutschen Unternehmen in einem Textilb\u00fcndnis daran arbeiteten, dass sich solche katastrophalen Arbeitsbedingungen dort nicht wiederholen. \u201eSolch ein B\u00fcndnis brauchen wir im Grunde auch hier gegen die schlechten Arbeitsverh\u00e4ltnisse. Denn auch wir haben Menschen, die in unw\u00fcrdigen Arbeitsverh\u00e4ltnissen stehen.\u201c Auch mahnte er an, dass die deutsche Politik sich viel st\u00e4rker f\u00fcr die Vereinten Nationen und den multilateralen Teil der Umsetzung der SDGs engagieren sollte.<br \/>&nbsp; <br \/>Das Thema Wirtschaftswachstum erkl\u00e4rte der Referent am Beispiel des Atomm\u00fcll-Lagers Asse: Er beschrieb die Szenarien mit eintretendem Wasser in dem alten, undichten Salzbergwerk und nannte die viel zu lange Aufbewahrungszeit an diesem unsicheren Standort. \u201eUnd all das nennen wir Wirtschaftswachstum.\u201c <br \/>&nbsp; <br \/>Nach dem Vortrag \u00e4u\u00dferten die Besuchenden ihre Meinung und stellten Fragen. Insbesondere besch\u00e4ftigte die Menschen im Ammerland Themen wie Massentierhaltung, Landwirtschaft und Wegwerfmentalit\u00e4t. Gesetze sollten mehr regeln, wurde gefordert. Bachmann verdeutlichte am Beispiel von Biogasanlagen, dass Fehler in der \u201egut gemeinten gesetzlichen Regulation\u201c nicht zu Nachhaltigkeit gef\u00fchrt habe. Durch die Aufnahme von G\u00fclle in solche Anlagen sei pl\u00f6tzlich mehr statt weniger Massentierhaltung m\u00f6glich. Die Verweise mancher Diskutanten darauf, dass sich \u201edie Gesellschaft\u201c erst \u00e4ndern m\u00fcsse, bevor es vorangehe, konterte er mit der Frage: \u201eWo ist \u201aGesellschaft\u2018, dort drau\u00dfen oder auch hier in diesem Raum?\u201c Umdenken beginne eben zu Hause.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Rat f\u00fcr Nachhaltige Entwicklung <\/span><br \/>Prof. Dr. G\u00fcnther Bachmann leitet die Gesch\u00e4ftsstelle des Rates f\u00fcr Nachhaltige Entwicklung seit dessen erster Einsetzung 2001. Als Generalsekret\u00e4r treibt er das Nachhaltigkeitsdenken in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft voran und koordiniert die Arbeit des Nachhaltigkeitsrates. Seine Arbeit sei relevant f\u00fcr die Lebenswirklichkeit und treibe ihn immer noch an. Vor 2001 war Bachmann im Umwelt-Bundesamt f\u00fcr technische Fragen des Bodenschutzes und der Umweltsanierung t\u00e4tig. Damals erschien es ihm h\u00e4ufig als verkopft und unzug\u00e4nglich, wie das Thema Nachhaltigkeit diskutiert und bearbeitet wurde. Er sei \u201egenervt\u201c gewesen, wenn er als Boden\u00f6kologie-Experte immer nur zu Details gefragt wurde, aber eine andere Sicht auf das gesamte Herangehen nicht einbringen konnte. Seit der \u00dcbernahme seiner jetzigen Aufgabe \u00e4nderte der Experte einige Grundelemente der Nachhaltigkeitspolitik: Sie solle den Menschen zugewandt und nicht mehr so verkopft sein. \u201eEs gibt Raum f\u00fcr Kreativit\u00e4t. Das positive Denken gewinnt an Wirksamkeit. Immer entsteht Neues, wir setzen auf eigenverantwortliches Engagement.\u201c<br \/>\n&nbsp; <br \/>Mit der Initiative RENN wurden vier regionale Netzstellen f\u00fcr Nachhaltigkeitsstrategie gegr\u00fcndet, eine regional organisierte Informations- und Aktions-Plattform f\u00fcr nachhaltige Entwicklung. Sie verleiht auch den Nachhaltigkeitspreis (www.projektnachhaltigkeit.renn-netzwerk.de). Der zentrale Bezugspunkt seien dabei die SDGs. Prof. Bachmann ist Vorsitzender der Jury des Deutschen Nachhaltigkeitspreises sowie des Next Economy Awards. Es g\u00e4be ein gro\u00dfes Interesse bei Unternehmen. \u201eNachhaltigkeit in Deutschland m\u00fcssen Konzepte sein, die Begeisterung ausl\u00f6sen. Deshalb kommt hier auch wieder das 18. Ziel \u201aHoffnung\u2018 zum Ausdruck.\u201c<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Kooperation Evangelisches Bildungswerk Ammerland \/ Engagement Global <\/span><br \/>Das Evangelische Bildungswerk Ammerland ist zur Umsetzung des Projektes \u201eSDGs im Ammerland\u201c eine Kooperation mit Engagement Global eingegangen, welche die Au\u00dfenstelle Hamburg ausf\u00fchrt. Engagement Global arbeitet im Auftrag der Bundesregierung und wird vom Bundesministerium f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert. Mit dem Ministerium teilt Engagement Global das Ziel, mehr B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger f\u00fcr entwicklungspolitisches Engagement zu gewinnen<\/p>\n<p>Anita Reddy, Bereichsleiterin Bildungsprogramme, F\u00f6rderung Inland bei Engagement Global in Bonn, stellte in ihrer kurzen Ansprache zur Beginn des Abends viele Bildungsangebote bei Engagement Global vor. Es gebe eine Vielzahl von Projekten, Initiativen, Netzwerken und Materialien, die sich auf Globale Entwicklung und auf Globales Lernen beziehen. Interessierte k\u00f6nnen gerne unmittelbar mit Engagement Global Kontakt aufnehmen (www.engagement-global.de\/lernbereich-globale-entwicklung.html).<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Ideenschmiede zur Umsetzung am 13. September<\/span><br \/>Barthel Pester begleitet gemeinsam mit Helena Inkermann die vier Vortragsveranstaltungen sowie vier sich anschlie\u00dfende Ideenschmieden. Die n\u00e4chste Ideenschmiede findet am Donnerstag, 13. September um 19 Uhr im Gemeindehaus Petersfehn, Mittellinie 83, zu den vier von Prof. Baumann erl\u00e4uterten SDGs statt. Nach den Treffen in den vier Ideenschmieden sollen zwei Arbeitsgruppen im Kirchenkreis Ammerland starten. Es wird eingeladen, in diesen Arbeitsgruppen das eine oder das andere Nachhaltigkeitsziel der Vereinten Nationen gemeinsam zu diskutieren und praktisch im Kirchenkreis Ammerland umzusetzen.<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic\">B\u00e4rbel Romey<\/span><br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eMan fragt sich, ob Nachhaltigkeit das wichtigste Thema ist?\u201c Viele Menschen in Deutschland f\u00fchlten sich \u00fcberfordert &#8211; und jetzt k\u00e4me auch noch dieses Weltthema! Prof. Dr. G\u00fcnther Bachmann behauptet: \u201eDas Gegenteil ist richtig: Wir unterfordern uns, was Nachhaltigkeit, was die Ziele der Agenda 2030 angeht.\u201c Der Generalsekret\u00e4r des Rates f\u00fcr Nachhaltige Entwicklung forderte am Dienstag, 4. September, zum intensiven Austausch und Nachdenken auf. 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