{"id":10697,"date":"2018-09-16T11:39:00","date_gmt":"2018-09-16T09:39:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/kz-gedenkstaetten-auf-holocaust-leugner-vorbereitet\/"},"modified":"2018-09-16T11:39:00","modified_gmt":"2018-09-16T09:39:00","slug":"kz-gedenkstaetten-auf-holocaust-leugner-vorbereitet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/kz-gedenkstaetten-auf-holocaust-leugner-vorbereitet\/","title":{"rendered":"KZ-Gedenkst\u00e4tten auf Holocaust-Leugner vorbereitet"},"content":{"rendered":"<p>St\u00f6rungen bei F\u00fchrungen in KZ-Gedenkst\u00e4tten sind eher selten, aber auch kein Einzelfall. Die Gedenkst\u00e4tten haben sich inzwischen auf Besucher vorbereitet, die Gr\u00e4uel der NS-Zeit leugnen oder an diesen Orten f\u00fcr rechtsextreme Weltanschauungen werben.<\/p>\n<p>Bergen-Belsen\/Hannover (epd). Die KZ-Gedenkst\u00e4tten in Deutschland stellen sich verst\u00e4rkt auf Besucher ein, die nationalsozialistische Verbrechen verharmlosen. \u00abDie Grenzen des Sagbaren haben sich in den vergangenen Jahren eindeutig nach rechts verschoben\u00bb, sagte der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Stiftung nieders\u00e4chsische Gedenkst\u00e4tten, Jens-Christian Wagner, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Wie eine epd-Umfrage ergab, sind die Gedenkst\u00e4tten auf Besucher vorbereitet, die bei F\u00fchrungen mit einer rechtsextremen Weltanschauung auftreten oder gar den Holocaust leugnen.<\/p>\n<p>Am 10. Juli war es in der KZ-Gedenkst\u00e4tte Sachsenhausen bei Berlin zu massiven St\u00f6rungen durch eine AfD-Besuchergruppe gekommen. Einige der Teilnehmer sollen NS-Verbrechen verharmlost und die Existenz von Gaskammern bezweifelt haben. Nach dem Vorfall wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung eingeleitet. Solche St\u00f6rungen sind bisher allerdings eher die Ausnahme, auch in Niedersachsen und Bremen. Das ergab eine bundesweite epd-Umfrage unter den Gedenkst\u00e4tten, die an die Gr\u00e4uel der NS-Zeit erinnern.<\/p>\n<p>In Niedersachsen ist es bislang lediglich in der KZ-Gedenkst\u00e4tte Schillstra\u00dfe in Braunschweig bei Gedenkveranstaltungen schon zu Vorf\u00e4llen mit Rechtsextremisten gekommen. Allerdings gibt es immer wieder Einzelbesucher oder auch Gruppen, die den Holocaust relativieren oder die NS-Geschichte umdeuten wollen. Auch der Staatsschutz wurde schon eingeschaltet.<\/p>\n<p>In der KZ-Gedenkst\u00e4tte Bergen-Belsen bei Celle tauchen nach Angaben von Jens-Christian Wagner auch im Besucherbuch entsprechende Positionen auf. \u00abBei strafrechtlich relevanten Eintragungen wird immer sofort die Polizei informiert.\u00bb Das treffe auch auf Briefe und E-Mails mit rechtsextremistischem Inhalt zu, die regelm\u00e4\u00dfig eingingen, und auf Kommentare auf Internetseiten der Gedenkst\u00e4tten. \u00abAuf solche Einsendungen antworten wir prinzipiell nicht, sondern leiten sie an den Staatsschutz weiter, wenn wir davon ausgehen, dass ein Gesetzesversto\u00df vorliegt.\u00bb<\/p>\n<p>Am Bremer Denkort \u00abBunker Valentin\u00bb hat der Staatsschutz nach Worten des wissenschaftlichen Leiters Marcus Meyer in den vergangenen Jahren zweimal ermittelt, zuletzt hatten Unbekannte im Dezember 2017 den Spruch \u00abSchluss mit dem Schuldkult\u00bb an eine Deichwand gegen\u00fcber dem Bunker gespr\u00fcht. Der Bunker ist die Ruine einer U-Boot-Werft aus dem Zweiten Weltkrieg. Zwischen 1943 und 1945 wurden dort Tausende von Zwangsarbeitern eingesetzt. Viele von ihnen starben.<\/p>\n<p>In der Gedenkst\u00e4tte Sachsenhausen habe es 2017 zwei Vorf\u00e4lle gegeben, 2018 bislang vier, hie\u00df es. Darunter seien zwei Vorf\u00e4lle mit Besuchern gewesen, die rechtsextreme Symbole an ihrer Kleidung trugen. \u00abIn zwei F\u00e4llen haben wir Anzeige erstattet\u00bb, sagte Horst Seferens von der Stiftung Brandenburgische Gedenkst\u00e4tten. \u00abInsgesamt haben wir 2017 f\u00fcnf und 2018 bisher zehn Vorf\u00e4lle mit rechtem Hintergrund, darunter f\u00fcnf Vorf\u00e4lle unmittelbar in der Gedenkst\u00e4tte und f\u00fcnf Vorf\u00e4lle in den digitalen Medien.\u00bb<\/p>\n<p>Wenn \u00aboffenkundig Verbrechen verharmlost, bezweifelt oder gar geleugnet werden\u00bb und dies nach Aufforderung nicht unterbleibt, werden Personen von F\u00fchrungen ausgeschlossen und gebeten, die Gedenkst\u00e4tte zu verlassen, sagte Seferens: \u00abLetzteres kommt aber gl\u00fccklicherweise so gut wie nie vor.\u00bb<\/p>\n<p>Rikola-Gunnar L\u00fcttgenau von der Stiftung Gedenkst\u00e4tten Buchenwald und Mittelbau-Dora in Th\u00fcringen sagte, zwar beobachte man in den vergangenen Monaten keine verst\u00e4rkten St\u00f6rungen der F\u00fchrungen in den Gedenkst\u00e4tten, allerdings gebe es immer wieder Hakenkreuz-Schmierereien oder Einritzungen in Schilder oder B\u00e4ume, die immer zur Anzeige gebracht werden. \u00abIn diesem Jahr waren es bislang etwa zehn F\u00e4lle, was einen Anstieg im Vergleich zum letzten Jahr bedeutet.\u00bb<\/p>\n<p>Die beiden bayerischen KZ-Gedenkst\u00e4tten Dachau bei M\u00fcnchen und Flossenb\u00fcrg bei Weiden beobachten keine Zunahme von Besuchern, die NS-Verbrechen verharmlosen. Die ehemalige NS-Ordensburg Vogelsang in der Eifel verzeichnete dagegen in den vergangenen Jahren mehr Besuche von Gruppen aus der rechten Szene. Das zeige sich etwa durch Eintr\u00e4ge im G\u00e4stebuch und Aufkleber, die auf dem Gel\u00e4nde gefunden w\u00fcrden, sagte eine Sprecherin.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Internet:<br \/><\/span>www.stiftung-ng.de <br \/>www.denkort-bunker-valentin.de <br \/>www.kz-gedenkstaette-dachau.de <br \/>www.gedenkstaette-flossenbuerg.de <br \/>www.vogelsang-ip.de <br \/>www.facebook.com\/SachsenhausenMemorial <\/p>\n<p>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>St\u00f6rungen bei F\u00fchrungen in KZ-Gedenkst\u00e4tten sind eher selten, aber auch kein Einzelfall. Die Gedenkst\u00e4tten haben sich inzwischen auf Besucher vorbereitet, die Gr\u00e4uel der NS-Zeit leugnen oder an diesen Orten f\u00fcr rechtsextreme Weltanschauungen werben. Bergen-Belsen\/Hannover (epd). 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