{"id":10747,"date":"2018-09-25T11:25:00","date_gmt":"2018-09-25T09:25:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/experte-restauration-der-moorbrand-flaeche-kann-jahrzehnte-dauern\/"},"modified":"2018-09-25T11:25:00","modified_gmt":"2018-09-25T09:25:00","slug":"experte-restauration-der-moorbrand-flaeche-kann-jahrzehnte-dauern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/experte-restauration-der-moorbrand-flaeche-kann-jahrzehnte-dauern\/","title":{"rendered":"Experte: Restauration der Moorbrand-Fl\u00e4che kann Jahrzehnte dauern"},"content":{"rendered":"<p>Meppen\/Greifswald (epd). Der ausgedehnte Moorbrand auf dem  Waffen-Testgel\u00e4nde der Bundeswehr im Emsland k\u00f6nnte nach Ansicht des  Greifswalder Moorforschers Jan Peters langfristig fatale Folgen f\u00fcr das  \u00d6kosystem Hochmoor und das Klima haben. \u00abEs kann Jahrzehnte dauern, bis  auf der abgebrannten Fl\u00e4che \u00fcberhaupt wieder etwas w\u00e4chst\u00bb, mahnte der  Landschafts\u00f6kologe der Succow-Stiftung mit Sitz in Greifswald im  Gespr\u00e4ch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Auf einer \u00e4hnlichen  Fl\u00e4che im Baltikum rege sich nach einem Moor- und Torfbrand in den  1970er Jahren trotz vielf\u00e4ltiger Versuche zur Wiederherstellung noch  immer kein Halm und kein Strauch.<\/p>\n<p>Dabei seien Moore als  Kohlenstoffspeicher Nummer eins enorm wichtig f\u00fcr die Eind\u00e4mmung des  Klimawandels, sagte Peters. Sie k\u00f6nnten den CO2-Aussto\u00df senken und  langfristig Kohlenstoff binden. Da aber mehr als 90 Prozent der ohnehin  nur noch rund 18.000 Quadratkilometer Moorfl\u00e4chen in Deutschland  entw\u00e4ssert seien und landwirtschaftlich sowie f\u00fcr den Torfabbau genutzt  w\u00fcrden, seien sie derzeit sogar eine Quelle f\u00fcr Kohlendioxid. Wenn dann  noch eine der wenigen kaum entw\u00e4sserten Moorfl\u00e4chen wie die im  Naturschutzgebiet Tinner und Staverner Dose n\u00f6rdlich von Meppen auf  einen Schlag riesige Mengen CO2 freisetze, heize das den Klimawandel  weiter an.<\/p>\n<p>Oberirdische Br\u00e4nde der Pflanzendecke in Mooren k\u00e4men  in trockenen Jahren etwa durch Blitzeinschlag h\u00e4ufiger vor und seien f\u00fcr  das \u00d6kosystem sogar eher hilfreich, erl\u00e4uterte der Experte der  Naturschutzstiftung, die sich im Moorschutz weltweit und bei der  Entwicklung und Sicherung von Nationalparken und Biosph\u00e4ren-Reservaten  vor allem in Osteuropa engagiert. Das Problem bei diesem Brand sei  jedoch, dass er bereits die unterirdischen Torfschichten erreicht habe  und der Torf verbrenne. Diese Schichten seien offenbar durch den  regenarmen Sommer und den Wasserentzug der umliegenden  landwirtschaftlichen Nutzung extrem ausgetrocknet.<\/p>\n<p>Nach dem Brand  bleibt Peters zufolge ein extrem n\u00e4hrstoffarmer, schwarzer Boden  zur\u00fcck, der sich in den Sommern immer wieder so stark aufheizen k\u00f6nne,  dass sterilisierende Temperaturen erreicht w\u00fcrden. Darauf k\u00f6nnten sich  keine Pflanzen entwickeln. Die n\u00e4hrstoffreichere Asche werde in kurzer  Zeit vom Wind weggetragen.<\/p>\n<p>Der Schwelbrand hinterlasse zudem eine  unebene Oberfl\u00e4che mit H\u00f6hen und Senken, auf der sich nur schwer wieder  eine durchgehend feuchte Moorfl\u00e4che entwickeln k\u00f6nne. Der  Landschafts\u00f6kologe pl\u00e4dierte dringend daf\u00fcr, die verbrannte Fl\u00e4che nicht  sich selbst zu \u00fcberlassen, sondern bei der Restauration nachzuhelfen  etwa durch eine dauerhafte Anhebung der Wasserst\u00e4nde und das Ausbringen  von Torfmoosen und anderen Moorpflanzen. Allerdings zeigten Erfahrungen,  dass ein Erfolg auch dann nicht garantiert sei. Bei vielen Versuchen in  \u00e4hnlichen Gebieten sei die Restauration mindestens deutlich langsamer  vorangeschritten als prognostiziert.<\/p>\n<p>Der Moorbrand in Meppen, der  sich mittlerweile auf zw\u00f6lf Quadratkilometer ausgedehnt habe, k\u00f6nne im  \u00dcbrigen noch deutlich l\u00e4nger andauern als die Brandexperten bislang  vermuteten, warnte Peters. \u00abWir hatten Moorbr\u00e4nde in Russland, bei denen  noch nach einem halben Jahr Glutnester unter der Erde schwelten.\u00bb  Verantwortliche von Feuerwehr und Bundeswehr hatten angek\u00fcndigt, dass  die L\u00f6scharbeiten noch einige Wochen weitergehen k\u00f6nnten.<br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meppen\/Greifswald (epd). 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