{"id":10794,"date":"2018-10-06T14:20:00","date_gmt":"2018-10-06T12:20:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/friedenspreistraegerin-nationales-pathos-bedroht-frieden-in-europa\/"},"modified":"2018-10-06T14:20:00","modified_gmt":"2018-10-06T12:20:00","slug":"friedenspreistraegerin-nationales-pathos-bedroht-frieden-in-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/friedenspreistraegerin-nationales-pathos-bedroht-frieden-in-europa\/","title":{"rendered":"Friedenspreistr\u00e4gerin: Nationales Pathos bedroht Frieden in Europa"},"content":{"rendered":"<p>Osnabr\u00fcck\/Frankfurt (epd). Die diesj\u00e4hrige Tr\u00e4gerin des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, Aleida Assmann, sieht den Frieden in Europa durch eine R\u00fcckkehr zu nationalem Pathos bedroht. \u00abImmer mehr Europ\u00e4er vergessen heute, dass es die \u00dcbersteigerung des Nationalen war, die Europa in zwei Weltkriege getrieben hat\u00bb, sagte sie dem \u00abRedaktionsNetzwerk Deutschland\u00bb (RND\/Sonnabend). Am 14. Oktober wird die Kulturwissenschaftlerin zusammen mit ihrem Mann Jan Assmann f\u00fcr ihr Werk zur \u00abKultur des Erinnerns\u00bb in der Frankfurter Paulskirche ausgezeichnet.<\/p>\n<p>Die F\u00e4higkeit zur historischen Wahrheit und zu einer selbstkritischen Erinnerungskultur sei eine fragile Errungenschaft, die die Europ\u00e4er st\u00e4rker beherzigen m\u00fcssten, sagte Assmann. \u00abLeider erleben wir aber gerade eher das Gegenteil.\u00bb<\/p>\n<p>Assmann verwies auf neue nationalpopulistische T\u00f6ne in Deutschland. \u00abDer Wunsch nach einem unverstellt heldenhaften Selbstbild f\u00fchrt zur\u00fcck ins 19. Jahrhundert.\u00bb Den AfD-Politikern Bj\u00f6rn H\u00f6cke und Alexander Gauland warf sie vor, mit ihren \u00c4u\u00dferungen zum Holocaust \u00abPhrasen vom Schuldkult\u00bb \u00f6ffentlich neues Gewicht zu geben. \u00abWer in Kategorien von Ruhm und Ehre denkt, bagatellisiert die deutsche Schuld an ma\u00dflosen Verbrechen.\u00bb<\/p>\n<p>Dass nationalpopulistische T\u00f6ne insbesondere in Ostdeutschland neue Anh\u00e4nger finden, erkl\u00e4rte Assmann mit unterschiedlichen Aufarbeitungen der Geschichte. Die alte Bundesrepublik habe &#8211; mit Verz\u00f6gerung &#8211; die Auseinandersetzung mit den historischen Verbrechen betrieben. \u00abIn der DDR wurde einem die schmerzhafte selbstkritische Konfrontation mit der NS-Geschichte abgenommen\u00bb. Dort sei der kommunistische Widerstand hervorgehoben worden, der jegliche Mitschuld ausschloss. \u00abWer in seiner Sozialisation das Ringen um Anerkennung der Wahrheit nicht so erlebt hat, ist wom\u00f6glich schneller bereit, das Heil in nationalem Pathos zu suchen und die Erinnerung an eigene Gr\u00f6\u00dfe zu feiern\u00bb, sagte Assmann.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Info:<\/span><br \/>Zum \u00abRedaktionsNetzwerk Deutschland\u00bb geh\u00f6ren mehr als 30 Tageszeitungen, unter anderem die \u00abHannoversche Allgemeine Zeitung\u00bb, die \u00abLeipziger Volkszeitung\u00bb, die \u00abDresdner Neuesten Nachrichten\u00bb, die \u00abM\u00e4rkische Allgemeine Zeitung\u00bb, die \u00abKieler Nachrichten\u00bb, das \u00abG\u00f6ttinger Tageblatt\u00bb, die \u00abL\u00fcbecker Nachrichten\u00bb und die \u00abOstsee Zeitung\u00bb.<\/p>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Osnabr\u00fcck\/Frankfurt (epd). 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