{"id":10852,"date":"2018-10-20T12:54:00","date_gmt":"2018-10-20T10:54:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/bruecken-zwischen-menschen-bauen-anstatt-waffen-mit-denen-sie-sich-umbringen\/"},"modified":"2018-10-20T12:54:00","modified_gmt":"2018-10-20T10:54:00","slug":"bruecken-zwischen-menschen-bauen-anstatt-waffen-mit-denen-sie-sich-umbringen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/bruecken-zwischen-menschen-bauen-anstatt-waffen-mit-denen-sie-sich-umbringen\/","title":{"rendered":"Br\u00fccken zwischen Menschen bauen, anstatt Waffen mit denen sie sich umbringen"},"content":{"rendered":"<p>Deutsche Waffen sind in nahezu allen Kriegsgebieten dieser Erde bei allen Konfliktparteien zu finden.&nbsp; Sie tragen damit zur Spirale der Gewalt bei, das vor dem Hintergrund, von Exportkontrollen per Gesetz, die aber immer wieder durch Ausnahmeregelungen ausgehebelt werden k\u00f6nnen. Eine gro\u00dfe Rolle spielen dabei deutsche Kleinwaffen. Zu diesem interessanten aber ebenso brisanten Thema stand am Donnerstag w\u00e4hrend der sechsten Vortragsveranstaltung im Rahmen des friedensethischen Konsultationsprozesses der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg die Frage im Raum, ob es nicht an der Zeit sei, Waffenproduktion und Waffenexporte in Deutschland ganz zu verbieten?<br \/>&nbsp;&nbsp; <br \/>Wie so oft w\u00e4re das klare Verbot die einfachste L\u00f6sung. Doch wie Kiflemarian Gebrewold, Referent f\u00fcr R\u00fcstungskonversion in der Evangelischen Kirche in Baden, im Gemeindezentrum der Stadtkirche Delmenhorst in seinem Referat \u201eR\u00fcstungsproduktion und R\u00fcstungsexporte\u201c darstellte, geht es u. a. um Arbeitspl\u00e4tze, Wissenstand und auch Standortfragen, um an der Weltspitze mitzuhalten.<br \/>&nbsp;&nbsp; <br \/>Demnach sind in Deutschland rund 80.000 Menschen direkt oder indirekt von der Produktion von Waffen abh\u00e4ngig. Sie sind z. B.&nbsp; auch bei Export- und Transportfirmen sowie zum Beispiel auch auf dem Testgel\u00e4nde im Moor bei Meppen besch\u00e4ftigt. F\u00fcr eine Exportweltmeister wie Deutschland substanzielle Fragen, die den Sachverhalt schwierig machen.<br \/>&nbsp;&nbsp; <br \/>Referent Gebrewold zeigt in seinem multimediagest\u00fctzten Vortrag auf, dass Deutschland nach den USA (34 Prozent), Russland (22 Prozent) und Frankreich (6,7 Prozent) mit 5,8 Prozent bei Waffenexporten an vierter Stelle steht. Daten, die \u00fcber einen Zeitraum von f\u00fcnf Jahren gewichtet und im M\u00e4rz 2018 von Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) ver\u00f6ffentlicht wurden. Die Hauptk\u00e4ufer (weltweit 2017) sind nach SIPRI Indien (12 Prozent), Saudi Arabien (10 Prozent) , \u00c4gipten (4,5 Prozent) und Vereinigte Arabische Emirate (4,4 Prozent).<br \/>&nbsp;&nbsp; <br \/>Wie der Referent vortrug, w\u00fcrden die Hauptk\u00e4ufer deutscher Waffenexporte S\u00fcdkorea (14 Prozent), Griechenland (11 Prozent) und Israel (8,7 Prozent) sein. \u201eDeutschlands Waffenexporte gingen in 2018 um 14 Prozent zur\u00fcck. Allerdings sei ein Zuwachs bei Lieferungen in Nahost mit einer Steigerung von 109 Prozent zu verzeichnen\u201c, so Gebrewold.<br \/>&nbsp;&nbsp; <br \/>Eine besondere Bedeutung h\u00e4tten die Kleinwaffen. Leicht h\u00e4ndelbar, transportabel, relativ g\u00fcnstig haben sie in den kriegerischen Auseinandersetzungen eine gro\u00dfe Rolle und Wirkung. Auch hier stehe Deutschland leicht r\u00fcckl\u00e4ufig an vierter Stelle. Die Gewehre G 3 und G 36 seien fast \u00fcberall auf der Welt zu finden.<br \/>&nbsp;&nbsp; <br \/>Angesichts des Grundgesetztes der BRD und des strengen Kriegswaffenkontrollgesetzes (KrWaffKontrG) scheine diese Entwicklung \u00fcberraschend. Aber noch zu Lebzeiten von Franz-Josef Strau\u00df sei das Au\u00dfenwirtschaftsgesetz (AWG) verabschiedet worden, was Ausnahmen zulasse. Im Jahr 2000 formulierte die Bundesregierung die politischen Grunds\u00e4tze, zur Beachtung der Menschenrechte im Bestimmungs- und Endverbleibsland als Entscheidung \u00fcber den Export von Kriegswaffen und sonstigen R\u00fcstungsg\u00fctern. Im Einzelfall sprechen au\u00dfen- und sicherheitspolitische Interessen der BRD unter Ber\u00fccksichtigung der B\u00fcndnisinteressen f\u00fcr eine Ausnahme-Genehmigung. \u201eWichtig ist dabei auch, zu wissen, dass die Entwicklung f\u00fcr Waffen f\u00fcr EU-Milit\u00e4rs hohe Kostenhintergr\u00fcnde hat. Um solche Waffen zu entwickeln, bedarf es des Exportes, sonst sind die nicht zu bezahlen\u201c, kl\u00e4rte der Referent auf.<br \/>&nbsp;&nbsp; <br \/>Einen gedanklichen Wendepunkt markierte die 12. M\u00fcnchener Sicherheitskonferenz (MSC) 2014. Darin hei\u00dft es: \u201eAbwarten ist keine Option.\u201c Wenn Deutschland \u00fcber die Mittel und F\u00e4higkeiten verf\u00fcge, \u201edann haben wir auch eine Verantwortung, uns zu engagieren.\u201c Allerdings bedeute das nicht, \u201edass wir dazu tendieren sollten, unser ganzes milit\u00e4risches Spektrum einzusetzen \u2013 auf gar keinen Fall\u201c, wie der damalige Bundespr\u00e4sident Gauck es formulierte.<br \/>&nbsp;&nbsp; <br \/>Angeregte wurde ein Wei\u00dfbuch zu f\u00fchren. Erfahrungen h\u00e4tten gezeigt, dass mehr Sicherheit durch Aufr\u00fcstung und Milit\u00e4rinterventionen nicht erreicht werde, so der Referent. Auch stellte er das Beispiel Jemenkrieg heraus. Deutsche Waffen werden auch dort verwendet, f\u00fcr das sie beim Export nicht gedacht waren.<br \/>&nbsp;&nbsp; <br \/>In der anschlie\u00dfenden Diskussion, moderiert durch Kreispfarrer Bertram Althausen, forderte Kiflemarian Gebrewold, der mit dem Zug angereist war und mit gut 20-min\u00fctiger Versp\u00e4tung in Delmenhorst eintraf, zu Redebeitr\u00e4gen auf. Fast erbost und zugleich entt\u00e4uscht zeigte sich ein Zuh\u00f6rer. Er hatte klare Forderungen und damit entsprechende Umsetzung gefordert. Die sah er an diesem Abend nicht gegeben, nur viele Worte, die kaum etwas bringen w\u00fcrden. Er verlie\u00df den Vortragsabend.<br \/>&nbsp;&nbsp; <br \/>Andere betonten, das meiste der Fakten sei in gewissem Rahmen vertraut. Dabei wurde auch die Frage stellt, wie es um die Aussage aussehen, das von deutschem Boden niemals wieder Krieg ausgehen solle, mit den Exporten vereinbar sei. Vielmehr sollten Br\u00fccken zwischen den Menschen gebaut werden, statt Waffen, mit denen sich die Menschen umbringen. Andere Meinungen waren schon im Vorfeld des Vortrages zu h\u00f6ren. Wenn die Deutschen nicht Waffen exportieren, machen das andere f\u00fcr sie.<br \/>&nbsp;&nbsp; <br \/>Referent Kiflemarian Gebrewold sprach, auch von kirchlicher Seite mehr auf Gespr\u00e4che mit der Politik zu setzen und f\u00fchrte Beispiele aus der Arbeit in der Landeskirche Baden an. Auch sollten Firmen, die Geld vom Finanzmarkt br\u00e4uchten, nur dann an kirchliche Finanzmittel kommen zu lassen, wenn sie nachweisen k\u00f6nnen, damit keine milit\u00e4rischen Produkte herzustellen.<br \/>&nbsp;&nbsp; <br \/>Als Fazit stellte er heraus, dass es gelte, viele dicke Bretter mit kleinen Schritten zu durchbohren. \u201e80 Prozent der B\u00fcrger sind gegen R\u00fcstungsexporte. Aber auf die Stra\u00dfe geht kaum jemand um dagegen zu demonstrieren\u2026\u201c, schloss Gebrewold und forderte mehr B\u00fcrgerprotest.<br \/><span style=\"font-style: italic\">Peter Kratzmann<\/span><br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutsche Waffen sind in nahezu allen Kriegsgebieten dieser Erde bei allen Konfliktparteien zu finden.&nbsp; Sie tragen damit zur Spirale der Gewalt bei, das vor dem Hintergrund, von Exportkontrollen per Gesetz, die aber immer wieder durch Ausnahmeregelungen ausgehebelt werden k\u00f6nnen. Eine gro\u00dfe Rolle spielen dabei deutsche Kleinwaffen. Zu diesem interessanten aber ebenso brisanten Thema stand am Donnerstag w\u00e4hrend der sechsten Vortragsveranstaltung im Rahmen des friedensethischen Konsultationsprozesses der Ev.-Luth. 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