{"id":10906,"date":"2018-11-01T00:43:00","date_gmt":"2018-10-31T23:43:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/darum-beneide-ich-sie-aber\/"},"modified":"2018-11-01T00:43:00","modified_gmt":"2018-10-31T23:43:00","slug":"darum-beneide-ich-sie-aber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/darum-beneide-ich-sie-aber\/","title":{"rendered":"\u201eDarum beneide ich Sie, aber \u2026\u201c"},"content":{"rendered":"<div>\u201eDarum beneide ich Sie, aber \u2026\u201c Diesen Satz konnten die G\u00e4ste der Festveranstaltung der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg zum diesj\u00e4hrigen Reformationstag&nbsp; in die Klosterkirche Vechta von den Teilnehmenden eines Podiumsgespr\u00e4chs am h\u00e4ufigsten h\u00f6ren. Unter der Moderation von Dr. Gabriele Lachner, Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Niedersachsen hatten Pastorin B\u00e4rbel Krohn-Blaschke f\u00fcr die evangelisch-methodistische Kirche, Offizialatsrat Msgr. Bernd Winter f\u00fcr die r\u00f6misch-katholische Kirche und Kreispfarrer Michael Braun f\u00fcr die evangelisch-lutherische Kirche gegenseitig ihre Konfessionen vorgestellt.<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Nachdem das Reformationsjubil\u00e4um im vergangenen Jahr von einem wachsenden Miteinander der christlichen Konfessionen gepr\u00e4gt war, solle nun nicht nur in der Z\u00e4hlung der Jahre, sondern auch im Miteinander weitergehen, sagte Bischof Thomas Adomeit in seiner Begr\u00fc\u00dfung. Die Reformation habe die Gesellschaft und die Kirchen ver\u00e4ndert. Beide ver\u00e4ndern sich weiter \u2013 und so k\u00f6nne dieser neue gesetzliche Feiertag der Reformation ein guter Anlass sein, dieses Ver\u00e4ndern miteinander zu bedenken.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>&nbsp; &nbsp;<br \/>\n<span style=\"font-weight: bold\">Kleineren Gemeinden in der evangelisch-methodistischen Kirche<\/span><\/div>\n<div>Im Podiumsgespr\u00e4ch, bei dem Kreispfarrer Michael Braun die evangelisch-methodistische Kirche vorstellte, hob er zun\u00e4chst die N\u00e4he beider Kirchen hervor. So gebe es zwischen der evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland und der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) seit 1987 volle Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft. In theologischen Fragen st\u00fcnden sich beide Kirchen sehr nahe und wichen nur in Nuancen voneinander ab. \u201eAber ich beneide Sie, um die die st\u00e4rkere religi\u00f6se Sozialisation, die \u00fcber das Elternhaus stattfindet und um die kleineren Gemeinden in der evangelisch-methodistischen Kirche\u201c, sagte Braun. So habe eine Gemeinde hat im Schnitt 111 Gemeindeglieder und eine Pfarrstelle sei f\u00fcr 166 Christinnen und Christen da, w\u00e4hrend ein Gemeindepfarramt in der evangelisch-lutherischen&nbsp; Kirche auf knapp 3.000 Gemeindeglieder komme, in der katholischen Kirche seien es noch deutlich mehr. Das seien \u201etraumhafte Verh\u00e4ltnisse und das bei einer Kirche, die nicht nur auf ethisches Handeln und Mission, sondern auf die Beteiligung von Laien ganz besonderen Wert legt.\u201c<\/div>\n<div><\/div>\n<div>&nbsp; &nbsp;<br \/>\n<span style=\"font-weight: bold\">Die katholische Kirche stehe \u201emitten im Leben\u201c<\/span><\/div>\n<div>In der Vorstellung der r\u00f6misch-katholischen Kirche betonte Pastorin B\u00e4rbel Krohn-Blaschke, wie sehr die katholische Kirche mit ihren Mitgliedern \u201emitten im Leben\u201c stehe. Gerade in der katholischen Arbeiterbewegung nehme sie das wahr, sowie der aktive Widerstand in Missst\u00e4nden, wie es&nbsp; aktuell bei den unzumutbare Zust\u00e4nde f\u00fcr Arbeiter im s\u00fcdlichen Oldenburg geschehe. Dieses \u201emitten im Leben\u201c k\u00f6nne sich auch darin \u00e4u\u00dfern, dass es Kollegen m\u00f6glich sei, im ganz normalen Plauderton eine Andacht zu Beginn einer Sitzung zu halten und dann \u201eohne Vorwarnung\u201c in ein Gebet \u00fcberzugehen. \u201eDas fasziniert mich sehr\u201c, betonte Krohn-Blaschke. Hinzu komme der gro\u00dfe Schatz von liturgischen Ges\u00e4ngen und Gebeten aus dem die katholische Kirche sch\u00f6pfen k\u00f6nne. Die Bedeutung der Heiligen und dass nur M\u00e4nner geweiht und priesterlich t\u00e4tig sein d\u00fcrfen, k\u00f6nne sie allerdings nur schwer nachvollziehen. \u201eIn der Zusammenarbeit freue ich mich \u00fcber die Freiheit, in der miteinander offen Gottesdienst gefeiert werden kann, ein freundliches Wort gefunden wird und ehrlicher Austausch m\u00f6glich ist\u201c, so Pastorin Krohn-Blaschke.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>&nbsp; &nbsp;<br \/>\n<span style=\"font-weight: bold\">Fragen aus dem Publikum<\/span><\/div>\n<div>Aus dem Publikum auf die Gottesdienst angesprochen, erwiderte Monsignore Bernd Winter, dass er sich \u201eeine gr\u00f6\u00dfere Freiheit\u201c w\u00fcnsche. Leider w\u00fcrden Wortgottesdienste und andere Formen von den katholischen Christen nicht so angenommen. Die Vorstellung, dass nur eine Messe ein \u201erichtiger Gottesdienst\u201c darstelle, sei noch zu sehr in den K\u00f6pfen verwurzelt.&nbsp; Auch zu einer gemeinsamen Eucharistie \u201em\u00fcssen wir hin\u201c, aber es werde sicherlich noch seine Zeit dauern. Da teile er den Schmerz. Bei einem neuen Feiertag h\u00e4tte er sich lieber den Bu\u00df- und Bettag gew\u00fcnscht, aber er sei gerne dabei, gemeinsam an diesem Tag auf Christus zu schauen und daf\u00fcr einzutreten, dass der christliche Glaube eine gesellschaftliche Bedeutung habe. Schlie\u00dflich gebe es viele gemeinsame wichtige Fragen, die aufgriffen werden sollten. Ein Beispiel sei die Klimaerw\u00e4rmung, die nicht durch ein Fingerschnipsen behoben werden k\u00f6nne, dort sei jede und jeder mit seinem Verhalten gefordert.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>&nbsp; &nbsp;<br \/>\n<span style=\"font-weight: bold\">Die \u201eFreiheit f\u00fcr Ver\u00e4nderungsprozesse\u201c in der evangelisch-lutherischen Kirche<\/span><\/div>\n<div>Die evangelisch-lutherische Kirche beneide er um die \u201eFreiheit f\u00fcr Ver\u00e4nderungsprozesse\u201c, sagte Monsignore Bernd Winter in seiner Vorstellung. Die katholische Kirche, die sich als Weltkirche verstehe, reagiere immer nur langsam. Die evangelische Kirche k\u00f6nne sogar mit unterschiedlichen Entscheidungen leben, wie es bei der Frauenordination oder bei der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare der Fall sei. Auch innerhalb der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) gebe es unterschiedliche Geschwindigkeiten bei Entscheidungen. So hatte die Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg bei der Frauenordination 1966 bundesweit das fortschrittlichste Pfarrergesetz verabschiedet.&nbsp;<br \/>\n&nbsp; &nbsp;&nbsp;<\/div>\n<div>Die Freiheit, auch \u201ehei\u00dfe Eisen\u201c anfassen zu k\u00f6nnen, sehe er in der hohen Bedeutung der Synode. Dort w\u00fcrden Entscheidungen nach demokratischen Prozessen getroffen und zwar von \u201eganz normale Leute\u201c seien, die von den Kirchengemeinden delegiert worden seien und Zweidrittel der Mitglieder in der Synode ausmachen. \u201eDass bei ihnen die Gemeinden soviel Einfluss haben, darum beneide ich sie\u201c, sagte Winter. M\u00f6ge sie&nbsp; immer auch eine geistliche Versammlung sein, die gemeinsam um Entscheidungen ringe und treffe. Im Vergleich dazu seien manche Entscheidungswege in der katholische Kirche hingegen nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df. Unbehagen bereite ihm die synodale Struktur allerdings dann, \u201ewenn Glaubensaussagen oder Werte, die in sich stehen\u201c, zu einer Entscheidung kommen sollten. Denn die k\u00f6nne man nicht per Mehrheitsentscheid ver\u00e4ndern. Insgesamt erlebe er die evangelische Kirche als offen, freundlich und einladend. Viele Prozesse w\u00fcrden in der evangelisch-lutherischen und in der katholischen Kirche \u00e4hnlich verlaufen und er sei dankbar f\u00fcr die vielen guten Kontakte. \u201eWas f\u00fcr uns zukunftsweisend und was unser Kerngesch\u00e4ft ist\u201c, dar\u00fcber m\u00fcssen sich die Kirchen verst\u00e4ndigen und genauso welche Themen sie sie gemeinsam angehen m\u00fcssen. Als Beispiele nannte er die Sorge um das geeinte Europa oder die Bek\u00e4mpfung des Rechtspopulismus.&nbsp;<\/div>\n<div><\/div>\n<div>&nbsp; &nbsp;<br \/>\n<span style=\"font-weight: bold\">Freir\u00e4ume ernst nehmen und zugestehen<\/span><\/div>\n<div>In der abschlie\u00dfenden \u00f6kumenischen Andacht forderte Bischof Thomas Adomeit, die \u201eFreiheit und bei uns auch das Eintreten f\u00fcr den Frieden\u201c weiterhin als ein hohes Gut anzusehen. Diese Werte seien mit der Gesundheit vergleichbar. \u201eErst wenn mal nicht alles glatt l\u00e4uft, wenn wir Schmerzen haben, dann erinnern wir uns wieder, wie wertvoll die Gesundheit ist. Leider merken wir uns das nicht sehr lange.\u201c Aber die Freiheit gehe noch weiter: \u201eFreiheit bedeutet nicht nur frei von etwas, sondern auch frei f\u00fcr etwas zu sein.\u201c Freiheit brauche Entscheidung, wie ich mit ihr umgehe.<\/div>\n<div>&nbsp; &nbsp;<\/div>\n<div>Gott komme uns Menschen in Jesus Christus nahe, damit Freiheit unser Leben pr\u00e4gen k\u00f6nne. \u201eIn dieser Freiheit \u2013 von Christus geschenkt und auf Christus hin ausgerichtet \u2013 ist es ein Geschenk, diesen Abend miteinander zu gestalten: Im Miteinander der Konfessionen, die sich in aller Freiheit begegnen. Im Ernst nehmen und Zugestehen der Freir\u00e4ume, die wir brauchen und die unsere Pr\u00e4gungen erst zur Vielfalt werden lassen \u2013 auf dem Weg der Einen Kirche Jesu Christi.\u201c<\/div>\n<div>&nbsp; &nbsp;<\/div>\n<div>F\u00fcr die Festveranstaltung zum Reformationstag war die Klosterkirche Vechta als symboltr\u00e4chtiger Ort ausgew\u00e4hlt worden. Sie ist die einzige Kirche im Oldenburger Land, die von evangelisch-lutherischer und r\u00f6misch-katholischer Kirche gleicherma\u00dfen f\u00fcr Gottesdienste genutzt wird. Die musikalische Gestaltung der Festveranstaltung hatte Kantor Eberhard Jung zusammen mit vielen weiteren Mitwirkenden \u00fcbernommen.&nbsp;<\/div>\n<div><\/div>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDarum beneide ich Sie, aber \u2026\u201c Diesen Satz konnten die G\u00e4ste der Festveranstaltung der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg zum diesj\u00e4hrigen Reformationstag&nbsp; in die Klosterkirche Vechta von den Teilnehmenden eines Podiumsgespr\u00e4chs am h\u00e4ufigsten h\u00f6ren. Unter der Moderation von Dr. Gabriele Lachner, Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Niedersachsen hatten Pastorin B\u00e4rbel Krohn-Blaschke f\u00fcr die evangelisch-methodistische Kirche, Offizialatsrat Msgr. 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