{"id":10916,"date":"2018-11-02T18:03:00","date_gmt":"2018-11-02T17:03:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/norddeutscher-bildhauer-ludwig-muenstermann-soll-bekannter-werden\/"},"modified":"2018-11-02T18:03:00","modified_gmt":"2018-11-02T17:03:00","slug":"norddeutscher-bildhauer-ludwig-muenstermann-soll-bekannter-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/norddeutscher-bildhauer-ludwig-muenstermann-soll-bekannter-werden\/","title":{"rendered":"Norddeutscher Bildhauer Ludwig M\u00fcnstermann soll bekannter werden"},"content":{"rendered":"<p>Der bedeutende norddeutsche Bildhauer Ludwig M\u00fcnstermann soll in Zukunft weit \u00fcber die Grenzen des Oldenburger Landes bekannt gemacht werden. Am Freitag, 2. November, wurde in Oldenburg eine Gr\u00fcndung einer Ludwig M\u00fcnstermann Gesellschaft in der Rechtsform eines eingetragenen Vereins gegr\u00fcndet. So soll das Werk des norddeutschen Bildhauers (1575-1638) erhalten und das Wissen \u00fcber den K\u00fcnstler vertieft und verbreitet werden, betonte der Kunsthistoriker Dietmar Ponert vom Initiativkreis der Gesellschaft bei der Gr\u00fcndungsversammlung am Freitag im Lambertus-Saal der Oldenburger St.-Lamberti-Kirche. Mit der Gr\u00fcndung ist auch das Anliegen verbunden, ein Forum und ein Netzwerk aus engagierten Menschen zu etablieren, die ihr Interesse, ihre Neugier, ihre Kenntnisse und vor allem ihre Begeisterung f\u00fcr den einzigartigen Bildhauer des nordeurop\u00e4ischen Manierismus b\u00fcndeln, verbreiten und vertiefen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg, Thomas Adomeit, sagte am Freitag, dass die \u00fcberragende k\u00fcnstlerische Bedeutung des genialen K\u00fcnstlers M\u00fcnstermanns unumstritten sei. M\u00fcnstermanns Arbeiten seien eine Form der darstellenden Verk\u00fcndigung, die es wieder zu entdecken gelte. Er habe sich dem Sehen und Sp\u00fcren in besonderer Weise zugewandt, in dem er beeindruckende Kunstwerke geschaffen habe. Dabei sei es erstaunlich, dass noch so viele Alt\u00e4re, Kanzeln und Taufen des K\u00fcnstlers fast ausschlie\u00dflich im Oldenburger Land erhalten seien, da er in einer Zeit eines bilderfeindlichen Protestantismus gewirkt habe. M\u00fcnstermann habe im Jahr des Reformationsjubil\u00e4ums viel Aufmerksamkeit bekommen und mitgeholfen, die evangelische Tradition aus den Wurzeln der Reformation deutlich zu machen. Seine Werke sollten bekannter und der \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich gemacht werden, so Adomeit.<\/p>\n<p>Der nieders\u00e4chsische Minister f\u00fcr Wissenschaft und Kultur, Bj\u00f6rn Th\u00fcmler, rief dazu auf, das norddeutsche Understatement zu \u00fcberwinden und selbstbewusst auf die bedeutenden Kunstsch\u00e4tze hinzuweisen. Es gehe darum, die regionale Identit\u00e4t herauszustellen. Th\u00fcmler k\u00fcndigte an, als Gr\u00fcndungsmitglied der Gesellschaft angeh\u00f6ren zu wollen und regte an, dass viele Menschen sich der Gesellschaft anschlie\u00dfen. Der nieders\u00e4chsische Minister w\u00fcrdigte M\u00fcnstermann als bedeutenden K\u00fcnstler, der w\u00e4hrend des 30-j\u00e4hrigen Krieges erstaunliches geschaffen habe. Nur wenige Werke anderer K\u00fcnstler erz\u00e4hlten so plastisch die biblischen Geschichten von der Geburt Jesu bis zur Auferstehung, wie die von M\u00fcnstermann. <\/p>\n<p>F\u00fcr den Oldenburger Kirchenhistoriker OKR i.R. Prof. Dr. Rolf Sch\u00e4fer sind die Alt\u00e4re, Kanzeln und Taufen M\u00fcnstermanns mit \u201etheologischen Wimmelbildern\u201c zu vergleichen. Die Figuren seien wie in einer Momentaufnahme an den erz\u00e4hlten biblischen Geschichten aktiv beteiligt und verdeutlichten lutherisches Glaubensverst\u00e4ndnis. Zu M\u00fcnstermanns Zeiten seien noch viele Menschen Analphabeten gewesen. Wie der Reformator Martin Luther (1483-1546) habe M\u00fcnstermann mit seiner Kunst den Menschen einen Zugang zur Bibel er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Der in Hamburg geborene Ludwig M\u00fcnstermann hat fast ausschlie\u00dflich f\u00fcr die Grafschaften Oldenburg und Delmenhorst gearbeitet. Wie kein anderer Bildhauer hat er die Kirchen in der Region gepr\u00e4gt. Er gilt als die eigenwilligste und eigenst\u00e4ndigste K\u00fcnstlerpers\u00f6nlichkeit unter den Bildhauern des nord- und mitteldeutschen Manierismus und geh\u00f6rt zu den gro\u00dfen Pers\u00f6nlichkeiten des Oldenburger Landes. <\/p>\n<p>Seine beeindruckenden Werke pr\u00e4gen seit dem fr\u00fchen 17. Jahrhundert viele Kirchen im Oldenburger Land. Im Auftrag des Grafen und der Gemeinden wurde reformatorische Theologie faszinierend in Bild und Szene gesetzt. M\u00fcnstermanns Kanzeln und Alt\u00e4re, seine Taufbecken und Epitaphien versetzen bis heute Einheimische wie Touristen ins Staunen. Wie Martin Luther dem Volk die Bibel mit seiner deutschen \u00dcbersetzung im Wort nahegebracht hat, so hat Ludwig M\u00fcnstermann mit Alt\u00e4ren und Kirchenschmuck die biblische Geschichte in eindrucksvollen Bildern erz\u00e4hlt. <\/p>\n<p>Der Initiativkreis zur Gr\u00fcndung der Ludwig M\u00fcnstermann Gesellschaft bestand aus: Dr. Michael Brandt, Pfarrer Tom O. Brok, Pfarrer i.R. Frank Klimmeck, Achim Kn\u00f6fel, Dr. Walter M\u00fcller, OKR i.R. Prof. Dr. Rolf Sch\u00e4fer, Dr. Dietmar Ponert und Dr. J\u00f6rgen Welp.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Buchhinweise: <br \/><\/span>Rolf Sch\u00e4fer: M\u00fcnstermann-Bilder. Ausgew\u00e4hlt und kommentiert von Rolf Sch\u00e4fer, Verlag Isensee 2017, 12,90 Euro, ISBN: 978-3-7308-1398-0<\/p>\n<p>Dietmar J. Ponert, Rolf Sch\u00e4fer: Ludwig M\u00fcnstermann, Bildhauerkunst des Manierismus im Dienste lutherischer Glaubenslehre, Verlag Schnell und Steiner 2016, Zwei B\u00e4nde mit zusammen rund 1.000 Seiten, 99 Euro, ISBN: 978-3-7954-3166-2<\/p>\n<p>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der bedeutende norddeutsche Bildhauer Ludwig M\u00fcnstermann soll in Zukunft weit \u00fcber die Grenzen des Oldenburger Landes bekannt gemacht werden. Am Freitag, 2. November, wurde in Oldenburg eine Gr\u00fcndung einer Ludwig M\u00fcnstermann Gesellschaft in der Rechtsform eines eingetragenen Vereins gegr\u00fcndet. So soll das Werk des norddeutschen Bildhauers (1575-1638) erhalten und das Wissen \u00fcber den K\u00fcnstler vertieft und verbreitet werden, betonte der Kunsthistoriker Dietmar Ponert vom Initiativkreis der Gesellschaft bei der Gr\u00fcndungsversammlung am Freitag im Lambertus-Saal der Oldenburger St.-Lamberti-Kirche. 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