{"id":10918,"date":"2018-11-01T21:01:00","date_gmt":"2018-11-01T20:01:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/auf-theologischer-spurensuche\/"},"modified":"2018-11-01T21:01:00","modified_gmt":"2018-11-01T20:01:00","slug":"auf-theologischer-spurensuche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/auf-theologischer-spurensuche\/","title":{"rendered":"Auf theologischer Spurensuche"},"content":{"rendered":"<p>Auf Spurensuche zu theologischen Fragestellungen haben sich Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler unterschiedlicher Schulen im Oldenburger Land gemacht. Im Rahmen des Wettbewerbs \u201eSpurenelemente 17\/18\u201c fand am Dienstagabend, 30. Oktober, die Preisverleihung im Lambertisaal der Oldenburger Lambertikirche statt. Aus den eingereichten Facharbeiten zu theologischen Fragestellungen hat eine Jury vier Preistr\u00e4gerinnen und Preistr\u00e4ger ermittelt. Zus\u00e4tzlich zu den ersten drei Preisen wurde noch ein Sonderpreis vergeben. Erstmals war ein solcher Wettbewerb f\u00fcr Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler in der Region von der Nachwuchsf\u00f6rderung der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg ausgeschrieben worden.<\/p>\n<p>Die vier Preistr\u00e4gerinnen und Preistr\u00e4ger wurden am Dienstagabend in einer kleinen Feierstunde geehrt. Die Wahl sei insgesamt schwer gefallen, wie Oberkirchenr\u00e4tin Annette-Christine Lenk in ihrer Ansprache betonte. Zur Jury des Wettbewerbs, die die eingereichten Arbeiten zu beurteilen hatte, geh\u00f6rten: Pfarrerin Kerstin Hochartz (Leiterin der Arbeitsstelle f\u00fcr Religionsp\u00e4dagogik), Pfarrer Nico Szameitat (Referent f\u00fcr Theologische Grundsatzfragen und Gottesdienst) und Pfarrer Hartmut L\u00fcbben (Nachwuchsf\u00f6rderung der oldenburgischen Kirche). <\/p>\n<p>In ihren einleitenden Worten war Oberkirchenr\u00e4tin Lenk auf die Spurensuche im Allgemeinen eingegangen \u2013 die Spurensuche in der Sprache, in der Geschichte, im literarisch-theologischen Exkurs: \u201eMeine These ist, dass jeder Mensch das ganze Leben auf der Suche ist \u2013 der Suche nach Verwirklichung, der gro\u00dfen Liebe oder der Suche nach Antworten auf Fragen, die sich einem gewollt oder ungewollt stellen. Wer die Suche einstellt, hat aufgeh\u00f6rt zu leben!\u201c <\/p>\n<p>Immer wieder suchte Lenk dabei den Bezug zur Gegenwart: \u201eUnsere Sprache ist menschenverachtender geworden. Menschen, die bereit sind, Verantwortung f\u00fcr unser Land nde Arbeitenzu \u00fcbernehmen, werden in einer Sprache diffamiert, die jeden Respekt vermissen l\u00e4sst. Mit Sprache werden Feindbilder geschaffen.\u201c Und die Themen der Facharbeiten waren nicht eben typisch f\u00fcr das, mit dem sich Jugendliche normalerweise besch\u00e4ftigen. Da wurde sich mit der ersten Baptistengemeinde in Deutschland ebenso auseinandergesetzt wie mit Auswanderung der Pilgerv\u00e4ter oder der Reformation in England.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">\u00dcberzeugende Facharbeiten<br \/><\/span>Letztendlich \u00fcberzeugte die Jury die Arbeit von Frederik Ohlenbusch, der sich mit dem christlichen Sozialismus von Leonhard Ragaz und seiner Bibelinterpretation am Beispiel der Gleichnisse Jesu auseinandersetzte. Ohlenbusch hat im Sommer sein Abitur bestanden und studiert jetzt Ev. Theologie in M\u00fcnster. \u201eSie haben es vollbracht, in ihrer zw\u00f6lfseitigen Arbeit gleich zwei gro\u00dfe Systeme zu beschreiben: die Theologie und den Sozialismus\u201c, lobte Laudator Hartmut L\u00fcbben. \u201eWir haben beim Lesen einfach ihre Lust, ihre Neugier gesp\u00fcrt und im \u00dcbrigen eine Menge \u00fcber Leonhard Ragaz gelernt.\u201c Dotiert ist der erste Preis mit 300 Euro. <\/p>\n<p>Der zweite Preis (200 Euro) ging an Annika Niewald vom Gymnasium Antonianum Vechta, die sich unter dem Thema \u201eZwischen Kreuz und \u00c4hrenkranz\u201c mit der Kirche in der DDR besch\u00e4ftigte. Die Laudatio hielt diesmal Annette-Christine Lenk selbst, die nach eigenen Angaben 29 Jahre ihres Lebens selbst in der DDR gelebt hat \u2013 erst als Pfarrerstochter, sp\u00e4ter selbst als Pfarrerin: \u201eMit gro\u00dfem Interesse habe ich daher die Arbeit von Annika Niewald gelesen. Kirchen m\u00fcssen in Diktaturen, um sich behaupten zu k\u00f6nnen, ihren gesellschafspolitischen Ort selbst genau bestimmen. Dieser blieb in der DDR stets umstritten, was ambivalente Erscheinungsbilder der evangelischen Kirche auch erkl\u00e4rt\u201c, so Lenk weiter. Die Einmischungsversuche der SED seien vielf\u00e4ltig, hinterh\u00e4ltig und subtil gewesen. Und doch h\u00e4tten \u201eChristinnen und Christen in der DDR ihrem Glauben ihr Gesicht verliehen und ihr Leben vom Glauben bestimmen lassen.\u201c<\/p>\n<p>Der dritte Preis (100 Euro) ging an Miriam R\u00fcther vom Oldenburger Graf-Anton-G\u00fcnther-Gymnasium. Sie hatte sich mit Luther und der Musik der Reformationszeit besch\u00e4ftigt. Laudator Nico Szameitat lobte den \u201esouver\u00e4nen Balanceakt durch so viele F\u00e4cher\u201c: \u201eDass die Verfasserin so souver\u00e4n zwischen den F\u00e4chern wechselt, der Geschichte, Religion und Musik, ist wohl das herausragendste Merkmal. Diese Arbeit ist im wahrsten Sinne des Wortes interdisziplin\u00e4r.\u201c<\/p>\n<p>Einen Sonderpreis gab es f\u00fcr Wiebke Uebachs vom Gymnasium Brake, die anhand konkreter Beispiele die Kindheit und Jugend zur Zeit des Nationalsozialismus in der Gemeinde Ovelg\u00f6nne beleuchtete. Zwar war diese Facharbeit nicht im Fach Religion, sondern Geschichte entstanden: \u201eDoch enth\u00e4lt sie tats\u00e4chlich gleichsam mikroskopisch kleine Spurenelemente an Theologie, Kirche, Glaube, Gott\u201c, betont Laudatorin Kerstin Hochartz. \u201eKirche, Religion, Gott spielen dabei immer wieder eine Rolle: Wenn Mitglieder der NSDAP auch Mitglieder im Kirchenrat sind\u201c, erl\u00e4utert die Religionsp\u00e4dagogin. Wiebke Uebachs hatte f\u00fcr ihre Arbeit Zeitzeugen befragt und war auf viel Offenheit gesto\u00dfen. \u201eIch habe die Arbeit mit viel Gewinn gelesen\u201c, so Kerstin Hochartz.<\/p>\n<p>Ziel des Wettbewerbs war die Ermutigung zur Wahrnehmung und Reflexion theologischer Fragestellungen \u00fcber die Grenze des Faches Evangelische Religion hinaus. Spurenelemente: Gedanken, Fragestellungen, Anmerkungen oder auch Einsichten, die nur in geringer Konzentration vorkommen und deren Spuren nur bei genauem Hinsehen zu entdecken sind.<\/p>\n<p>\u201eNicht selten kommen theologische Fragestellungen als so ein \u201aSpurenelement\u2019 in den unterschiedlichsten Lebensbereichen vor: in der popul\u00e4ren Musik, in der Malerei, in der Literatur. Sie k\u00f6nnen den kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Diskurs begleiten und sogar pr\u00e4gen, ohne dabei selbst zu Tage zu treten. Theologische Fragen und Perspektiven wirken nicht selten latent: Sie sind da, aber treten nicht auf den ersten Blick in Erscheinung\u201c, so Initiator Pfarrer Hartmut L\u00fcbben, der in der oldenburgischen Kirche f\u00fcr die Nachwuchsf\u00f6rderung verantwortlich ist. <\/p>\n<p>F\u00fcr L\u00fcbben war der Wettbewerb ein Erfolg. Gleichwohl sieht er gro\u00dfe Probleme auf die Kirchen zukommen: \u201e\u00c4hnlich wie in anderen Berufen hat auch die Kirche mit Nachwuchsproblemen zu k\u00e4mpfen. Und auch bei uns werden in den kommenden Jahren zahlreiche Pfarrer fehlen\u201c, bef\u00fcrchtet er. Das habe mit dem demografischen Wandel einerseits, aber auch mit gesellschaftlichen Fragestellungen zu tun, beispielsweise welchen Stellenwert die Kirche hat. Fr\u00f6mmigkeit oder eine christliche Erziehung sei \u00fcbrigens weder Voraussetzung noch Normalit\u00e4t bei der Wahl eines Theologiestudiums. \u201eDie meisten Studierenden w\u00e4hlen das Studium, weil sie sich mit religi\u00f6sen Themen auseinandersetzen m\u00f6chten.\u201c <\/p>\n<p>Wer sich f\u00fcr den Beruf interessiert, findet weitere Informationen unter: www.kirchliche-berufe-oldenburg.de <\/p>\n<p>Pfarrer Hartmut L\u00fcbben ist auch unter Telefon 0441\/7701134 oder per Email unter hartmut.luebben@kirche-oldenburg.de f\u00fcr etwaige Fragen erreichbar. <\/p>\n<p>Musikalisch wurde der Abend von Popkantor Steffen Sch\u00f6ps &amp; Verst\u00e4rkung gestaltet. <\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Themen der eingereichten Facharbeiten:<br \/><\/span>\u2022&nbsp;&nbsp;&nbsp; Wer diese Kunst kann, der ist von guter Art\u2019: Luther und die Musik der Reformationszeit. Recherchen und Untersuchungen (Graf-Anton-G\u00fcnther-Schule Oldenburg)<br \/>\u2022&nbsp;&nbsp;&nbsp; Zwischen Kreuz und \u00c4hrenkranz. Die Kirche in der DDR (Gymnasium Antonianum Vechta)<br \/>\u2022&nbsp;&nbsp;&nbsp; Kindheit und Jugend zur Zeit des Nationalsozialismus in der Gemeinde Ovelg\u00f6nne (Gymnasiums Brake)<br \/>\u2022&nbsp;&nbsp;&nbsp; Der christliche Sozialismus von Leonhard Ragas und seine Bibelinterpretation am Beispiel der Gleichnisse Jesu (KGS Rastede)<br \/>\u2022&nbsp;&nbsp;&nbsp; \u201eNon omnis moriar\u201c \u2013 Ich sterbe nie ganz. [zu: Bruno Frank, Chamfort erz\u00e4hlt seinen Tod] (Zinzendorfschule Tossens)<br \/>\u2022&nbsp;&nbsp;&nbsp; Protestantismus und Bildung (Zinzendorfschule Tossens)<br \/>\u2022&nbsp;&nbsp;&nbsp; Johann Gerhard Oncken, der Gr\u00fcnder der ersten deutschen Baptistengemeinde (Zinzendorfschule Tossens)<br \/>\u2022&nbsp;&nbsp;&nbsp; Die Reformation in England (Zinzendorfschule Tossens)<br \/>\u2022&nbsp;&nbsp;&nbsp; Auswanderung um des Glaubens willen am Beispiel der Pilgerv\u00e4ter (Zinzendorfschule Tossens)<\/p>\n<p>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf Spurensuche zu theologischen Fragestellungen haben sich Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler unterschiedlicher Schulen im Oldenburger Land gemacht. Im Rahmen des Wettbewerbs \u201eSpurenelemente 17\/18\u201c fand am Dienstagabend, 30. Oktober, die Preisverleihung im Lambertisaal der Oldenburger Lambertikirche statt. Aus den eingereichten Facharbeiten zu theologischen Fragestellungen hat eine Jury vier Preistr\u00e4gerinnen und Preistr\u00e4ger ermittelt. Zus\u00e4tzlich zu den ersten drei Preisen wurde noch ein Sonderpreis vergeben. Erstmals war ein solcher Wettbewerb f\u00fcr Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler in der Region von der Nachwuchsf\u00f6rderung der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg ausgeschrieben worden. Die vier Preistr\u00e4gerinnen und Preistr\u00e4ger wurden am Dienstagabend in einer kleinen Feierstunde geehrt. 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