{"id":10996,"date":"2018-11-12T14:26:00","date_gmt":"2018-11-12T13:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/delmenhorster-mahnen-zum-pogromgedenken-nie-wieder\/"},"modified":"2018-11-12T14:26:00","modified_gmt":"2018-11-12T13:26:00","slug":"delmenhorster-mahnen-zum-pogromgedenken-nie-wieder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/delmenhorster-mahnen-zum-pogromgedenken-nie-wieder\/","title":{"rendered":"Delmenhorster mahnen zum Pogromgedenken: Nie wieder!"},"content":{"rendered":"<p>Die J\u00fcdische Gemeinde in Delmenhorst lud am Freitag, den 9. November, gemeinsam mit der Stadt und den christlichen Kirchen zum Gedenken an die Reichspogromnacht im Jahr 1938 ein. Und die Synagoge wurde so voll, dass die Teilnehmenden sogar in den G\u00e4ngen und im Vorraum stehen mussten. <br \/>&nbsp;&nbsp; <br \/>In seiner Begr\u00fc\u00dfung warnte Pedro Becerra, Vorsitzender der J\u00fcdischen Gemeinde in Delmenhorst, davor, dass &quot;antisemitische \u00c4u\u00dferungen wieder gesellschaftsf\u00e4hig geworden sind&quot;. Er sei emp\u00f6rt, dass sich Sch\u00e4ndungen von j\u00fcdischen Friedh\u00f6fen regelm\u00e4\u00dfig wiederholten. Die Aufbruchsstimmung der Vergangenheit sei f\u00fcr viele Juden inzwischen einer wachsenden Verunsicherung gewichen.<br \/>&nbsp;&nbsp; <br \/>Auch Oberb\u00fcrgermeister Axel Jahnz schlug mit einem wachsamen Blick f\u00fcr die Fehlentwicklungen in unserer Gesellschaft einen Bogen von der Pogromnacht vor 80 Jahren zu dem Antisemitismus der heutigen Zeit. Judenfeindliches Mobbing an deutschen Schulen sei f\u00fcr ihn alarmierend. Hinzu k\u00e4men Angriffe auf Juden, von denen viele gar nicht an die \u00d6ffentlichkeit gel\u00e4ngen. <br \/>&nbsp;&nbsp; <br \/>Kreispfarrer Bertram Althausen wies in seiner emotionalen Rede darauf hin, dass das j\u00e4hrliche Pogromgedenken nicht nur ein Ritual bleiben d\u00fcrfe. Es sei ein Auftrag, das &quot;Nie wieder!&quot;, das die Generation nach dem Krieg ausgerufen hatte, auch heute umzusetzen. &quot;Der Faschismus taucht wieder auf. Die W\u00f6lfe legen ihren Schafspelz ab. Machen wir nicht den Fehler, das nicht ernst zu nehmen.&quot; &quot;Wir m\u00fcssen nicht Angst haben vor der Vielfalt in unserer Gesellschaft, sondern vor der Einfalt!&quot; Nie wieder!, hei\u00dfe dabei &quot;nicht nur nie wieder brennende Gottesh\u00e4user!, sondern auch nie wieder still sein! und nie wieder mitmachen!&quot;<br \/>&nbsp;&nbsp; <br \/>Rabbinerin Alina Treiger dankte den Rednern der Gedenkveranstaltung und f\u00fcgte in aller Klarheit hinzu, dass das Gedankengut der AfD, ihr Fremdenhass und Rassismus f\u00fcr die j\u00fcdische Gemeinde inakzeptabel sei. Niemals werde jemand aus der j\u00fcdischen Gemeinde Mitglied in der AfD sein k\u00f6nnen. <br \/>&nbsp;&nbsp; <br \/>Auch in Delmenhorst brannte in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 die Synagoge. Die Feuerwehr wollte l\u00f6schen, doch die Polizei hinderte sie daran. Zwei Jahre sp\u00e4ter, 1940, war das j\u00fcdische Leben aus der Stadt verschwunden. Wer es nicht schaffte rechtzeitig zu fliehen, wurde von den Nationalsozialisten in Vernichtungslager deportiert. Nach 1945 brauchte es lange, bis in Delmenhorst erst 1997 wieder eine j\u00fcdische Gemeinde entstand. Heute z\u00e4hlt sie 167 Mitglieder. <br \/>&nbsp;&nbsp; <br \/>Unter den etwa 150 Teilnehmenden der Gedenkveranstaltung waren auch eine neunte Klasse der Realschule Delmenhorst. Die Sch\u00fclerInnen f\u00fchrten den anschlie\u00dfenden Gedenkmarsch an, der die Teilnehmenden von der Synagoge zum j\u00fcdischen Friedhof f\u00fchrte. Dabei trugen sie gut sichtbar ein Banner mit dem Aufdruck: \u201eGegen das Vergessen\u201c.<\/p>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die J\u00fcdische Gemeinde in Delmenhorst lud am Freitag, den 9. November, gemeinsam mit der Stadt und den christlichen Kirchen zum Gedenken an die Reichspogromnacht im Jahr 1938 ein. 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