{"id":11044,"date":"2018-11-24T10:20:00","date_gmt":"2018-11-24T09:20:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/synode-der-oldenburgischen-kirche-beschliesst-trauung-fuer-alle\/"},"modified":"2018-11-24T10:20:00","modified_gmt":"2018-11-24T09:20:00","slug":"synode-der-oldenburgischen-kirche-beschliesst-trauung-fuer-alle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/synode-der-oldenburgischen-kirche-beschliesst-trauung-fuer-alle\/","title":{"rendered":"Synode der oldenburgischen Kirche beschlie\u00dft \u201eTrauung f\u00fcr alle\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Die Synode der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg hat am Donnerstag, 22. November, bei drei Enthaltungen beschlossen, die kirchliche Trauung auch f\u00fcr gleichgeschlechtliche Ehepaare zu \u00f6ffnen. Die Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg begr\u00fc\u00dfe \u201edie rechtliche Gleichstellung von Personen gleichen Geschlechts bez\u00fcglich der M\u00f6glichkeit der Eheschlie\u00dfung durch das Gesetz zur Einf\u00fchrung des Rechts auf Eheschlie\u00dfung f\u00fcr Personen gleichen Geschlechts vom 20. Juli 2017 und die damit beabsichtigte Beendigung der Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Paare\u201c, so der Wortlaut des Synodenbeschlusses. <\/p>\n<p>In der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg sei die kirchliche Trauung Amtshandlung und zugleich ein besonderer Gottesdienst f\u00fcr Ehegatten aus Anlass ihrer Eheschlie\u00dfung. Dieses gelte f\u00fcr gleichgeschlechtliche ebenso wie f\u00fcr verschiedengeschlechtliche Ehegatten. Voraussetzung f\u00fcr die kirchliche Trauung sei die g\u00fcltige Eheschlie\u00dfung nach staatlichem Recht. Die Trauung sei als Amtshandlung in das Kirchenbuch der Gemeinde einzutragen, in der sie vollzogen wurde. Den Ehegatten sei eine Urkunde \u00fcber die Trauung auszuh\u00e4ndigen.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Bitte um Entschuldigung f\u00fcr entstandene Verletzungen<br \/><\/span>Im Anschluss sagte Bischof Thomas Adomeit: \u201eDie Gleichstellung von Personen gleichen Geschlechts hat die Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg nicht immer umgesetzt. Es ist dadurch manche Verletzung entstanden, indem homosexuelle Paare, die um Gottes Segen f\u00fcr ihre Beziehungen gebeten haben, nicht getraut werden konnten. Das dadurch entstandene Leid, die durchlebte Entt\u00e4uschung und die erlittene Diskriminierung begleiten manche Beziehung bis heute.\u201c Im Namen der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg bat Bischof Thomas Adomeit alle Paare, \u201edenen die Verweigerung einer kirchlichen Trauung wegen ihrer gleichgeschlechtlichen Liebe und Lebensgemeinschaft widerfahren ist, aufrichtig um Entschuldigung. Verletzungen sind aber auch bei Theologinnen und Theologen entstanden, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung nicht in den Dienst der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg \u00fcbernommen wurden oder die ihre Beziehung nicht offen leben konnten. Auch hier hat die Kirche Leid und Entt\u00e4uschung verursacht. Und auch diese Menschen bitte ich f\u00fcr die oldenburgische Kirche um Verzeihung.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Positives Res\u00fcmee <br \/><\/span>Synodenpr\u00e4sidentin Sabine Bl\u00fctchen lobte insbesondere die Entscheidung zum neuen Kommunikationskonzept der oldenburgischen Kirche. Das \u201eKonzept f\u00fcr die mediale Kommunikation der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg\u201c sei im Bewusstsein beschlossen worden, \u201edass wir die Menschen damit heute besser erreichen.\u201c Auch dass sich die oldenburgische Kirche verst\u00e4rkt sich in den gesellschaftlichen Diskurs einbringen und Haltung zeigen wolle sei zu begr\u00fc\u00dfen. \u201eDas steht uns als Kirche gut an\u201c, betonte Bl\u00fctchen. <\/p>\n<p>F\u00fcr die Entscheidung der Synode empfinde er gro\u00dfe Dankbarkeit, betonte Bischof Adomeit. Dies sei eine Sternstunde kirchlichen Handelns gewesen. \u201eWir haben Menschen in unsere Mitte geholt, die zuvor unter Diskriminierung leiden mussten\u201c, so Adomeit.<\/p>\n<p>Der Vorsitzende des Finanz- und Personalausschusses, Manfred Pfaus, erkl\u00e4rte, dass die oldenburgische Kirche trotz eines R\u00fcckgangs bei den Mitgliederzahlen eine stabile finanzielle Entwicklung verzeichne. So gebe es eine gute Entwicklung e aber auch Kostensteigerungen beim Personal. Er freute sich, dass durch die guten Ertr\u00e4ge die entsprechenden Zuweisungen an die Kirchengemeinden f\u00fcr das kommende Jahr stabil bleiben konnten. Mit Blick auf die schwierige Situation bei vielen Diakonie-Sozialstationen beklagte Pfaus die vielfachen finanziellen Defizite. Diese seien \u201eklar von der Politik und den anderen Beteiligten verursacht werden, da diese keine ausf\u00fchrliche Finanzierung gew\u00e4hrleisten\u201c, so Pfaus.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Pfarrerin Gudrun Mawick zum theologischen Mitglied des Oberkirchenrates gew\u00e4hlt <br \/><\/span>Pfarrerin Gudrun Mawick (54) ist am Freitagvormittag im zweiten Wahlgang zum neuen hauptamtlichen theologischen Mitglied des Oberkirchenrates gew\u00e4hlt worden. Sie ist damit Nachfolgerin von Oberkirchenr\u00e4tin Annette-Christine Lenk, deren zehnj\u00e4hrige Amtszeit im kommenden Fr\u00fchjahr endet. Die Berufung erfolgt in ein \u00f6ffentlich-rechtliches Dienst- und Treueverh\u00e4ltnis auf Zeit und f\u00fcr die Dauer von zehn Jahren.<\/p>\n<p>Im ersten Wahlgang entfielen am Freitagvormittag von 60 abgegebenen und 59 g\u00fcltigen Stimmen acht Stimmen auf Kreispfarrer Michael Braun aus dem Oldenburger M\u00fcnsterland, 28 Stimmen auf Oberkirchenr\u00e4tin Annette-Christine Lenk 28 Stimmen und 23 Stimmen auf die Pfarrerin und Kommunikationswirtin Gudrun Mawick aus Unna. Damit hatte keiner der Kandidatinnen und Kandidaten die erforderliche Mehrheit der Stimmen im ersten Wahlgang erreicht. Nach der Bekanntgabe des Ergebnisses zog Kreispfarrer Michael Braun seine Kandidatur zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Im zweiten Wahlgang entfielen von 60 abgegebenen Stimmen 35 Stimmen auf Pfarrerin Gudrun Mawick und 25 Stimmen auf Oberkirchenr\u00e4tin Annette-Christine Lenk.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Pfarrerin Gudrun Mawick <\/span>arbeitet zurzeit f\u00fcr die Gesch\u00e4ftsstelle des 37. Deutschen Ev. Kirchentages und ist verantwortlich f\u00fcr Gottesdienste und geistliches Programm des Kirchentages 2019 in Dortmund. Seit 2011 ist sie Dozentin im Fachbereich f\u00fcr Gottesdienst und Kirchenmusik im Institut f\u00fcr Aus-, Fort- und Weiterbildung der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) in Villigst. Zuvor war die ausgebildete Kommunikationswirtin Leiterin der Abteilung \u201eKommunikation\u201c des Kirchenkreises Unna (2005 bis 2011) sowie Pressesprecherin, Referentin der Superintendentin und Beauftragte f\u00fcr den EKvW-Reformprozess sowie Pfarrerin in Hagen (1998 bis 2005) und in Bottrop-Batenbrock (1995 bis 1998).<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic\">Hier finden Sie weitere biografische Eckdaten: www.kirche-oldenburg.de\/fileadmin\/Redakteure\/PDF\/PDFs_2018\/Synode-2018-CV_tab-Mawick.pdf <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Ausgeglichener Haushalt f\u00fcr das Jahr 2019 beschlossen<br \/><\/span>Die Synode hat f\u00fcr das Haushaltsjahr 2019 einen ausgeglichenen Haushalt f\u00fcr die Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg in H\u00f6he von 93,7 Millionen Euro beschlossen. Der wesentliche Grund f\u00fcr den ausgeglichenen Haushaltsplan liege an der \u2013 bis jetzt realistisch zu erwarteten \u2013 deutlichen Steigerung der Kirchensteuerertr\u00e4ge, so Oberkirchenr\u00e4tin Dr. Susanne Teichmanis als Leiterin des Dezernats f\u00fcr Recht und Finanzen. Die oldenburgische Kirche plane mit Einnahmen von insgesamt 93,73 Millionen Euro. Das Plus bei den Kirchensteuern werde mit 3,7 Millionen Euro angenommen.<\/p>\n<p>Im laufenden Jahr sei zwar die Zuweisung f\u00fcr die Investitionen in Kirchengemeinden um zwei Drittel gek\u00fcrzt worden (von 1,45 Millionen Euro auf 500.000 Euro). Die Zuweisung werde im Jahr 2019 jedoch wieder auf 1,1 Millionen Euro aufgestockt. Damit seien, bei Erf\u00fcllung der Vorgaben, auch wieder Investitionshilfen f\u00fcr Kirchengemeinden m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Die Zuweisungen an die Kirchengemeinden sind zwar im Haushaltsplan, wie vorgesehen um drei Prozent gesenkt worden. (von 13,66 Millionen Euro auf 13,25 Millionen Euro). Aufgrund der erwarteten guten Ertragslage ist die K\u00fcrzung aber \u00fcber eine Sonderzuweisung wieder aufgehoben worden. Damit werde eine Beteiligung der Kirchengemeinden an der guten Ertragsentwicklung im Jahr 2019 gesichert, so Teichmanis. <\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">\u00c4nderungen zum Rahmenpfarrstellenplan<br \/><\/span>Auf ihrer 9. Tagung im Mai hatte die oldenburgische Synode beschlossen, bis zum Jahr 2030 die Zahl der Pfarrstellen von derzeit 250 auf 173 zu verringern. Dem Vorschlag der Arbeitsgruppe, dass f\u00fcr gesamtkirchliche Aufgaben zehn Prozent der Gesamtpfarrstellen zur Verf\u00fcgung gestellt werden sollen, war die Synode im Mai nicht gefolgt. Sie hatte daraufhin die Arbeitsgruppe zum Rahmenpfarrstellenplan 2030 beauftragt, bis zur 10. Tagung jetzt im November eine oder mehrere Alternativen zu den Vorlagen zu erarbeiten, so Bischof Thomas Adomeit in seiner Einbringung.<\/p>\n<p>Alternativ zu dem von der Arbeitsgruppe Rahmenpfarrstellenplan eingebrachten Vorschlag beschloss die Synode nach ausf\u00fchrlicher Debatte auf Vorschlag des Synodalen Hanspeter Teetzmann, dass die Kirchenkreise insgesamt 145,5 Stellen vordringlich f\u00fcr gemeindliche Aufgaben erhalten. Dies sind neben sechs Kreispfarramtstellen mit pfarramtlichen Diensten im Kirchenkreis insgesamt 139,5 Stellen, die auf die Kirchenkreise wie folgt verteilt sind: Ammerland 24,5, Friesland\/Wilhelmshaven 26,5, Oldenburger M\u00fcnsterland 19,5, Oldenburg Stadt 26, Wesermarsch 14,5 und Delmenhorst\/Oldenburg Land 28,5. Daf\u00fcr werden Pfarrstellen zur Koordination der Altenseelsorge nicht mehr gesondert ausgewiesen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Bereiche der Pfarrstellen mit einem allgemeinen kirchlichen Auftrag mit regionalem Bezug, f\u00fcr den Gesamtbereich der Ev.-Luth. Kirche und in der Kirchenleitung werden insgesamt 33 Pfarrstellen inklusive 5,5 refinanzierter Pfarrstelleanteile vorgesehen.<\/p>\n<p>Der Oberkirchenrat wurde gebeten, der Synode sp\u00e4testens bis zur 12. Tagung (November 2019) ein Pfarrstellenverteilungskonzept f\u00fcr diese insgesamt 33 Pfarrstellen vorzulegen. Dabei soll er grundlegend die Vorschl\u00e4ge der Arbeitsgruppe zum Rahmenpfarrstellenplan in der Pfarrstellenplan\u00fcbersicht 2030 ber\u00fccksichtigen. <\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus wurden die Kreiskirchenr\u00e4te gebeten, alsbald mit den Planungen des Pfarrstellenverteilungskonzeptes auf der Grundlage des Rahmenpfarrstellenplanes 2030 f\u00fcr ihren jeweiligen Kirchenkreis zu beginnen. Die Kreiskirchenr\u00e4te sollen sich w\u00e4hrend des Erarbeitungsprozesses mit dem Oberkirchenrat austauschen und gegebenenfalls beraten lassen.<\/p>\n<p>Die Entscheidung \u00fcber die Pfarrstellenverteilungskonzepte in den Kirchenkreisen obliegt den Kreissynoden. Die Kreiskirchenr\u00e4te sollen den Kreissynoden sp\u00e4testens vier Wochen vor der Tagung den Entwurf des Pfarrstellenverteilungsplanes vorlegen. Freie Pfarrstellen in den Kirchengemeinden und Kirchenkreisen sollen im Hinblick auf die \u00dcberlegungen zum jeweiligen Pfarrstellenverteilungskonzept nur nach Zustimmung des jeweiligen Kreiskirchenrates durch den Oberkirchenrat ausgeschrieben werden.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Neues Kommunikationskonzept verabschiedet <br \/><\/span>Am Freitag hat die Synode mir gro\u00dfer Mehrheit ein neues Kommunikationskonzept mit dem Titel: \u201eKonzept f\u00fcr die mediale Kommunikation der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg\u201c verabschiedet. Insbesondere die sozialen Medien sollen in Zukunft st\u00e4rker genutzt werden, um so j\u00fcngere Zielgruppen zu erreichen. Das Konzept sieht auch vor, dass die oldenburgische Kirche Haltung zeigt und sich st\u00e4rker und aktiv in den gesellschaftlichen Diskurs einbringt.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Hass, Rechtspopulismus, Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit schaden der Seele<br \/><\/span>Im Er\u00f6ffnungsgottesdienst in der St.-Ulrichs-Kirche in Rastede rief Kreispfarrer Bertram Althausen in seiner Predigt (zu Markus 8,36) zur Empathie im gesellschaftlichen Miteinander und zur N\u00e4chstenliebe gegen\u00fcber von Fremden und Andersglaubenden auf. Es sei f\u00fcr jeden Menschen wichtig, sich um seine Seele zu k\u00fcmmern und darauf zu achten, dass sie keinen Schaden nehme. \u201eHalten wir uns fern von dem, was unsrer Seele schadet: Hass, Rechtspopulismus, Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit. Lassen Sie uns widersprechen! Lassen Sie uns stattdessen lieben, denn Liebe tut der Seele gut. Lassen Sie uns miteinander auf unsere Seelen achten und uns bewusst machen, dass wir uns um unsere Seele sorgen m\u00fcssen, weil wir sonst alle Schaden nehmen\u201c, so Kreispfarrer Althausen.<br \/><span style=\"font-weight: bold\"><br \/>Weitere Informationen und Beschl\u00fcsse sowie Fotos zur Synodentagung finden Sie unter: www.kirche-oldenburg.de\/kirche-gemeinden\/synode\/1048-synode.html<\/span>&nbsp; <\/p>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Synode der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg hat am Donnerstag, 22. November, bei drei Enthaltungen beschlossen, die kirchliche Trauung auch f\u00fcr gleichgeschlechtliche Ehepaare zu \u00f6ffnen. Die Ev.-Luth. 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