{"id":11348,"date":"2019-01-03T10:27:00","date_gmt":"2019-01-03T09:27:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/bischof-thomas-adomeit-fordert-mehr-engagement-fuer-frieden\/"},"modified":"2019-01-03T10:27:00","modified_gmt":"2019-01-03T09:27:00","slug":"bischof-thomas-adomeit-fordert-mehr-engagement-fuer-frieden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/bischof-thomas-adomeit-fordert-mehr-engagement-fuer-frieden\/","title":{"rendered":"Bischof Thomas Adomeit fordert mehr Engagement f\u00fcr Frieden"},"content":{"rendered":"<p>Der oldenburgische Bischof Thomas Adomeit hat mehr Engagement in Politik und Gesellschaft f\u00fcr den Frieden gefordert. &quot;Es ist entsetzlich, dass Krieg als Ultima Ratio &#8211; also als letztes Mittel &#8211; wieder eine politische Option geworden ist&quot;, sagte er im Gespr\u00e4ch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) mit Blick auf die biblische Jahreslosung &quot;Suche Frieden und jage ihm nach&quot; f\u00fcr 2019.<br \/>&nbsp;&nbsp; <br \/>In der Politik sei ein Wechsel weg von der Verteidigungshaltung und hin zu einer politischen Einflussnahme mit Gewalt zu beobachten, sagte Adomeit. &quot;Ich glaube, dass manches Tun nicht unter dem Label, den Frieden zu sichern, gedacht wird, sondern als Interessensvertretung. Da m\u00fcssen wir als Kirche den Finger heben und fragen: Wer verfolgt hier welches Interesse?&quot;<br \/>&nbsp;&nbsp; <br \/>Es sei ein Problem, dass die Generation derjenigen weniger werde, die Krieg erlebt h\u00e4tten, sagte der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg. Die absolute Wertsch\u00e4tzung des Friedens drohe in Vergessenheit zu geraten. &quot;Die Erlebnisgeneration kann uns nicht mehr berichten, wie es ist zu hungern oder zu h\u00f6ren, wenn Fliegerbomben fallen.&quot; Die Kirchen st\u00fcnden vor der Aufgabe, den &quot;unglaublichen Wert von Frieden&quot; f\u00fcr die Menschen wieder hervorzuheben.<br \/>&nbsp;&nbsp; <br \/>Um Menschen in bedrohlichen Situationen zu sch\u00fctzen, m\u00fcsse nicht zwangsl\u00e4ufig zu milit\u00e4rischer Gewalt gegriffen werden, mahnte der Theologe. Die Geschichte lehre bis in die Gegenwart, dass Gewalt immer Gegengewalt produziere. &quot;Jesus hat gesagt, haltet auch die andere Wange hin.&quot; Erst wenn Gewalt nicht mehr mit Gewalt beantwortet werde, gebe es eine Chance f\u00fcr echten Frieden.<br \/>&nbsp;&nbsp; <br \/>Gefahr drohe auch dem friedlichen Miteinander in Deutschland, mahnte Adomeit. Kontroversen w\u00fcrden immer h\u00e4ufiger voller Aggression und mit hasserf\u00fcllter Polemik ausgetragen. &quot;Das steht uns nicht gut an in unserer Gesellschaft.&quot;<br \/>&nbsp;&nbsp; <br \/>Die Gef\u00e4hrdung gehe von politischen Extremisten aus, die versuchten, die Gesellschaft zu spalten. Es seien menschenverachtende Dinge wieder aussprechbar geworden, die bisher mit einem Tabu belegt gewesen seien, kritisierte der Bischof. &quot;Diese Verrohung der Sprache pr\u00e4gt schon jetzt die Kultur. Dagegen m\u00fcssen wir aufstehen und mit unserer Sprache der christlichen N\u00e4chstenliebe widersprechen.&quot;<\/p>\n<p>Der neue Oldenburger Bischof Thomas Adomeit wirbt zudem f\u00fcr eine politische Kirche. Die Menschen erwarteten von ihrer Kirche eine Orientierung f\u00fcr die Gesellschaft, sagte der 48-j\u00e4hrige Theologe. &quot;Neben der Verk\u00fcndigung des Evangeliums bleibt es eine Aufgabe des Bischofs, \u00f6ffentlich Fragen an die Politik zu stellen und Antworten einzufordern.&quot; Dabei m\u00fcsse es um die Finanzierbarkeit von Sozialstationen genauso gehen wie etwa um die Folgen der Digitalisierung.<\/p>\n<p>Adomeit wurde Ende September zum Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg gew\u00e4hlt. Am 23. Januar wird er in der Oldenburger St. Lambertikirche offiziell in sein Amt eingef\u00fchrt.<br \/>&nbsp; &nbsp;<br \/>Ein wichtiges Anliegen sei ihm, die \u00d6kumene im Oldenburger Land zu st\u00e4rken, sagte Adomeit. Diese Botschaft nehme er auch von der katholischen Seite wahr. Seit mehr als 50 Jahren pflegten die evangelische und die katholische Kirche in der Region das Gespr\u00e4ch auf Kirchenleitungsebene. &quot;Die Kirche der Zukunft kann nur \u00f6kumenisch gedacht werden&quot;, unterstrich er.<br \/>&nbsp; &nbsp;<br \/>Dass das Abendmahl noch nicht gemeinsam gefeiert werden k\u00f6nne, sei jedoch ein &quot;Schmerzpunkt&quot;, den aber auch die katholische Seite so formuliere. Er sei sich aber sicher, &quot;dass wir eines Tages gemeinsam am Altar des Herrn stehen und zusammen Abendmahl feien k\u00f6nnen&quot;, sagte Adomeit: &quot;Ich hoffe, ich erlebe es. Die Geschwindigkeit an dieser Stelle geben die katholischen Geschwister vor.&quot;<br \/>&nbsp; &nbsp;<br \/>Seine eigene Kirche sei derzeit sehr auf die Konsolidierung von Strukturen und der finanziellen M\u00f6glichkeiten konzentriert, sagte der Bischof. Viele Haupt- und Ehrenamtliche in der Kirche blickten besorgt auf die Synode und fragten sich, wo der n\u00e4chste Sparschnitt erfolgt. Adomeit warb um Vertrauen: Die Synodalen seien mit kritischem, aber auch zuversichtlichem Blick dabei, die oldenburgische Kirche zu erneuern und zukunftssicherer zu machen. Er wolle daf\u00fcr sorgen, dass dieser Prozess transparent erfolgt.<br \/>&nbsp; &nbsp;<br \/>Der Bischof k\u00fcndigte an, im neuen Jahr alle Kreiskirchenr\u00e4te zu besuchen und \u00fcber die anstehenden Ver\u00e4nderungen Gespr\u00e4che zu f\u00fchren, besonders auch \u00fcber die Entwicklung der Pfarrstellen. Die Kirche will bis zum Jahr 2030 fast jede dritte Pfarrstelle abbauen.<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic\">J\u00f6rg Nielsen\/epd<\/span><br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der oldenburgische Bischof Thomas Adomeit hat mehr Engagement in Politik und Gesellschaft f\u00fcr den Frieden gefordert. &quot;Es ist entsetzlich, dass Krieg als Ultima Ratio &#8211; also als letztes Mittel &#8211; wieder eine politische Option geworden ist&quot;, sagte er im Gespr\u00e4ch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) mit Blick auf die biblische Jahreslosung &quot;Suche Frieden und jage ihm nach&quot; f\u00fcr 2019.&nbsp;&nbsp; In der Politik sei ein Wechsel weg von der Verteidigungshaltung und hin zu einer politischen Einflussnahme mit Gewalt zu beobachten, sagte Adomeit. &quot;Ich glaube, dass manches Tun nicht unter dem Label, den Frieden zu sichern, gedacht wird, sondern als Interessensvertretung. 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