{"id":11475,"date":"2019-01-13T11:08:00","date_gmt":"2019-01-13T10:08:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/vater-unser-auf-persisch-christen-unterschiedlicher-kulturen-feiern-zusammen-weihnachten\/"},"modified":"2019-01-13T11:08:00","modified_gmt":"2019-01-13T10:08:00","slug":"vater-unser-auf-persisch-christen-unterschiedlicher-kulturen-feiern-zusammen-weihnachten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/vater-unser-auf-persisch-christen-unterschiedlicher-kulturen-feiern-zusammen-weihnachten\/","title":{"rendered":"\u00abVater unser\u00bb auf Persisch &#8211; Christen unterschiedlicher Kulturen feiern zusammen Weihnachten"},"content":{"rendered":"<p>Rund 500 G\u00e4ste aus verschiedenen Muttersprachen: Das \u00abInterkulturelle Weihnachtsfest\u00bb in Hannover ist eine bunte Feier mit internationalen Liedern und einem festlichen Essen. Inzwischen beteiligen sich elf christliche Migrantengemeinden.<\/p>\n<p>Hannover (epd). Das \u00abVater unser\u00bb ert\u00f6nt aus 500 M\u00fcndern in der Muttersprache: Japanisch, Vietnamesisch, Spanisch, Arabisch, Persisch, Serbisch, Franz\u00f6sisch, Englisch, Deutsch. All diese Stimmen, die beim Hinh\u00f6ren nicht unterschiedlicher sein k\u00f6nnen, sind sich \u00fcbereinander gelagert einig. Ein leichter Weihrauchduft zieht durch den Raum der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde in Hannover. An diesem Wochenende haben Christen aus zehn Kulturen miteinander Weihnachten gefeiert: mit Liedern, Gebeten und einem reich gedeckten Tisch.<\/p>\n<p>\u00abGott liebt die Vielfalt\u00bb, sagt Pastor Michael Rohde als Gastgeber. Aber was brauche es, damit das Miteinander im Alltag besser klappe, fragt er in einer Talkrunde. \u00abSelbst innerhalb desselben Volkes gibt es immer wieder Vorbehalte\u00bb, erg\u00e4nzt Thi My Phuong Tran von der vietnamesischen Gemeinde. Tran ist Ende der 1970er Jahre mit ihrer Mutter aus S\u00fcdvietnam geflohen, sie haben als \u00abBoat People\u00bb in Deutschland seitdem Zuflucht gefunden.<\/p>\n<p>Die meisten Mitglieder ihrer Gemeinde stammten dagegen aus Nordvietnam. Sie waren Vertragsarbeiter in der ehemaligen DDR und kamen nach dem Mauerfall nach Hannover. \u00abZwischen den beiden Volksgruppen gab es anfangs ganz gro\u00dfe Spannungen\u00bb, erz\u00e4hlt Tran.<br \/>\u00abWir mussten miteinander zurechtkommen und haben es mit jedem Tag ein bisschen mehr gelernt.\u00bb Die Missverst\u00e4ndnisse seien im Verlauf der Jahre \u00fcberwunden worden.<\/p>\n<p>Damit das Miteinander klappt, ist ehrliches Interesse an dem Anderen n\u00f6tig, au\u00dferdem Zeit und die Bereitschaft, sich diese Zeit zu nehmen, sagt Pastor Rohde. Doch die wichtigste Regel habe eigentlich Jesus formuliert: \u00abSo wie ihr wollt, dass euch die Leute behandeln, so behandelt sie selbst.\u00bb Vielleicht ist das mit ein Grund, warum das \u00abInterkulturelle Weihnachtsfest\u00bb einen so gro\u00dfen Anklang findet. Abayomi Bankole vom Afrikanischen Dachverband Norddeutschland hat es vor etwa zehn Jahren ins Leben gerufen.<\/p>\n<p>Schon das Datum der Feier spiegelt die Vielfalt wieder: In einigen christlich-orthodoxen L\u00e4ndern wird Weihnachten nach julianischem Kalender am 7. Januar gefeiert. Inzwischen machen insgesamt elf Gemeinden mit, und das Fest hat sich etabliert: \u00abEinige fragen mich im Sommer schon danach\u00bb.<\/p>\n<p>An diesem Wochenende stellt sich das neueste Mitglied vor. Seit fast zehn Jahren k\u00fcmmert sich die Persische christliche Gemeinde \u00abLicht\u00bb um Fl\u00fcchtlinge aus dem Iran, macht Seelsorge, Missionsarbeit oder Suchtberatung. Gerade bei jungen Menschen spielten S\u00fcchte manchmal eine gro\u00dfe Rolle, sagt Azadeh Taghipour, von Beruf promovierte Biologin. \u00abTeilweise vielleicht gerade darum, weil so vieles in Iran verboten ist.\u00bb<\/p>\n<p>Religionen wie das Christentum k\u00f6nnten sich dort nicht frei entfalten, erz\u00e4hlt auch Darya Baniamerian. Die 26-j\u00e4hrige Musikerin ist die Tochter des Pastoren-Ehepaares, das die Gemeinde leitet. Beide Eltern haben sich als Erwachsene zum Christentum bekehrt &#8211; aber unabh\u00e4ngig voneinander. Davor hatte sich die Familie getrennt, lebte sieben Jahre lang auseinander. Mit dem christlichen Glauben h\u00e4tten Mutter und Vater wieder zueinander gefunden, erz\u00e4hlt Darya.<\/p>\n<p>\u00dcber soziale Medien wie Telegram oder Instagram versucht die persische Gemeinde, auch den Christen im Iran Halt zu geben. Sie nimmt Predigten auf, produziert Lieder und sogar kleine Theaterst\u00fccke. Die Bilder oder Videos l\u00e4dt sie dann hoch. \u00abAlles im Kurzformat\u00bb, sagt Taghipour. Und sie kooperiert mit christlichen Medien wie Fernsehsendern, die sich an Standorten au\u00dferhalb Irans befinden, um beispielsweise Live-Gottesdienste zu \u00fcbertragen. Bei Telegram hat die Gemeinde 600 Abonnenten, bei Instagram sind es 3.000. \u00abWir wollen Menschen mit dem Internet einen Ort geben, an dem sie sich treffen.\u00bb<br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rund 500 G\u00e4ste aus verschiedenen Muttersprachen: Das \u00abInterkulturelle Weihnachtsfest\u00bb in Hannover ist eine bunte Feier mit internationalen Liedern und einem festlichen Essen. Inzwischen beteiligen sich elf christliche Migrantengemeinden. Hannover (epd). Das \u00abVater unser\u00bb ert\u00f6nt aus 500 M\u00fcndern in der Muttersprache: Japanisch, Vietnamesisch, Spanisch, Arabisch, Persisch, Serbisch, Franz\u00f6sisch, Englisch, Deutsch. 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