{"id":11555,"date":"2019-01-29T09:01:00","date_gmt":"2019-01-29T08:01:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/niedersachsen-kuendigt-vertraege-mit-ditib-imamen-ditib-kritisiert-entscheidung-und-nennt-begruendung-haltlos\/"},"modified":"2019-01-29T09:01:00","modified_gmt":"2019-01-29T08:01:00","slug":"niedersachsen-kuendigt-vertraege-mit-ditib-imamen-ditib-kritisiert-entscheidung-und-nennt-begruendung-haltlos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/niedersachsen-kuendigt-vertraege-mit-ditib-imamen-ditib-kritisiert-entscheidung-und-nennt-begruendung-haltlos\/","title":{"rendered":"Niedersachsen k\u00fcndigt Vertr\u00e4ge mit Ditib-Imamen &#8211; Ditib kritisiert Entscheidung und nennt Begr\u00fcndung haltlos"},"content":{"rendered":"<p>Hannover (epd). In nieders\u00e4chsischen Gef\u00e4ngnissen werden k\u00fcnftig keine hauptamtlichen Imame des t\u00fcrkischen Verbandes \u00abDitib\u00bb mehr als Seelsorger arbeiten. Justizministerin Barbara Havliza (CDU) hat die entsprechende Vereinbarung mit dem Islamverband gek\u00fcndigt, wie das Ministerium am Dienstag mitteilte. Der Ditib-Landesverband reagierte entt\u00e4uscht und mit Unverst\u00e4ndnis.<\/p>\n<p>Dem Landesverband gelinge es nicht, \u00absich von fremden staatlichen Einfl\u00fcssen zu l\u00f6sen und zu einer unabh\u00e4ngigen, in Deutschland verorteten Religionsgemeinschaft zu entwickeln\u00bb, begr\u00fcndete Havliza die Entscheidung. Die drei bislang als Seelsorger t\u00e4tigen Imame seien aus der T\u00fcrkei entsandt worden. Sie seien als Beamte bei der t\u00fcrkischen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet besch\u00e4ftigt und w\u00fcrden auch von dort bezahlt.<\/p>\n<p>\u00abIn so einem sensiblen Bereich wie dem Justizvollzug ist es wichtig, ein ungetr\u00fcbtes Vertrauen darin zu haben, dass die Seelsorgerinnen und Seelsorger unabh\u00e4ngig vom Einfluss dritter Staaten sind\u00bb, betonte die Ministerin. Das gelte insbesondere dann, wenn sie direkten Kontakt zu Inhaftierten h\u00e4tten. Nach Sch\u00e4tzungen des Ministeriums sind rund 1.000 der rund 4.700 Inhaftierten muslimischen Glaubens. Das sind mehr als 20 Prozent.<\/p>\n<p>Der Ditib-Landesverband Niedersachsen-Bremen kritisierte die Entscheidung: \u00abDie Vorw\u00fcrfe des Justizministeriums sind nicht tragbar, haltlos und eindeutig politisch motiviert\u00bb, hei\u00dft es in einer am Dienstag verbreiteten Stellungnahme. Der Landesverband und auch die bestellten Seelsorger h\u00e4tten stets auf Grundlage der Gesetze agiert. Die Seelsorger h\u00e4tten immer Anerkennung von den Insassen, den Vertretern der Haftanstalten und den etablierten Religionsgemeinschaften erhalten.<\/p>\n<p>Der Vorsitzende Ali \u00dcnl\u00fc betonte gegen\u00fcber dem epd, es sei unrealistisch, von Ditib eine v\u00f6llige Abkopplung von der t\u00fcrkischen Religionsbeh\u00f6rde zu fordern. Es st\u00fcnden nun einmal nicht gen\u00fcgend in Deutschland ausgebildete Imame zur Verf\u00fcgung. Und die Gemeinden k\u00f6nnten Imame aus eigenen Mitteln nicht bezahlen. Im \u00dcbrigen arbeite Ditib mit Diyanet zusammen, sei aber nicht ihr verl\u00e4ngerter Arm.<\/p>\n<p>Auch die Gr\u00fcnen im Landtag haben die K\u00fcndigung kritisiert. Nun m\u00fcssten Ehrenamtliche die Hauptlast schultern, sagte der innenpolitische Sprecher Belit Onay der \u00abNeuen Osnabr\u00fccker Zeitung\u00bb. Das Justizministerium m\u00fcsse schnellstm\u00f6glich ein Konzept vorlegen, wie es die L\u00fccke mit hauptamtlichen, qualifizierten Kr\u00e4ften f\u00fcllen wolle.<\/p>\n<p>Die CDU-Fraktion im Landtag begr\u00fc\u00dfte hingegen die Entscheidung der Justizministerin. T\u00fcrkische Staatsbeamte d\u00fcrften nicht in den Justizvollzugsanstalten in Niedersachsen arbeiten, sagte deren rechtspolitischer Sprecher Christian Calderone. Dieser Schritt sei auch notwendig geworden, nachdem Muslimbr\u00fcder bei einer Ditib-Konferenz Anfang des Jahres in K\u00f6ln teilgenommen h\u00e4tten. Die zuvor nicht\u00f6ffentlich gemachte Veranstaltung hatte Kritik bei Politikern und auch bei islamischen Theologen in Deutschland hervorgerufen.<\/p>\n<p>Am Freitag hatte die Landesregierung verk\u00fcndet, sie werde ihre Zusammenarbeit mit Ditib in allen anderen Bereichen trotz der N\u00e4he zum t\u00fcrkischen Staat fortsetzen. Ausgangspunkt f\u00fcr die \u00dcberpr\u00fcfung und die jetzige K\u00fcndigung war laut Havliza Ende November der R\u00fccktritt des langj\u00e4hrigen Vorsitzenden Yilmaz Kilic und des gesamten Ditib-Landesvorstandes. Sie waren aus Protest gegen die Einflussnahme aus der T\u00fcrkei zur\u00fcckgetreten.<\/p>\n<p>Nicht betroffen von der K\u00fcndigung seien die neben- oder ehrenamtlich t\u00e4tigen Seelsorger, die zwar zu einer deutschen Ditib-Moscheegemeinde geh\u00f6rten, aber nicht aus der T\u00fcrkei entsandt und nicht von dort bezahlt w\u00fcrden. Ebenfalls nicht betroffen sind den Angaben zufolge Imame des Landesverbandes \u00abSchura\u00bb. F\u00fcr alle zurzeit und k\u00fcnftig in der muslimischen Gef\u00e4ngnisseelsorge t\u00e4tigen Personen gebe es zus\u00e4tzlich zur geltenden Sicherheits\u00fcberpr\u00fcfung eine Abfrage beim nieders\u00e4chsischen Verfassungsschutz.<\/p>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hannover (epd). In nieders\u00e4chsischen Gef\u00e4ngnissen werden k\u00fcnftig keine hauptamtlichen Imame des t\u00fcrkischen Verbandes \u00abDitib\u00bb mehr als Seelsorger arbeiten. 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