{"id":11760,"date":"2019-03-08T09:38:00","date_gmt":"2019-03-08T08:38:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/mit-armut-kann-man-kein-geld-verdienen\/"},"modified":"2019-03-08T09:38:00","modified_gmt":"2019-03-08T08:38:00","slug":"mit-armut-kann-man-kein-geld-verdienen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/mit-armut-kann-man-kein-geld-verdienen\/","title":{"rendered":"\u201eMit Armut kann man kein Geld verdienen\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Seit zehn Jahren leitet Thomas Feld als theologischer Vorstand die Diakonie im Oldenburger Land. Ein Anlass, beim Abend der Begegnung gemeinsam mit Dr. Christoph K\u00fcnkel, auf die Herausforderungen in dieser T\u00e4tigkeit zu schauen. Oberlandeskirchenrat a.D. K\u00fcnkel war bis 2017 Vorstandssprecher der Diakonie in Niedersachsen. Er machte es gleich zu Beginn deutlich: \u201eEs gibt f\u00fcr mich keine Kirche ohne Diakonie und keine Diakonie ohne Kirche. Kirche ohne Tat, ist nur Geschw\u00e4tz, und Diakonie ohne das g\u00f6ttliche Wort ist nur Getue.\u201c Und Feld betonte: \u201eKirche muss in ihrer Gestalt als Diakonie als ernst zu nehmender gesellschaftlicher Akteur pr\u00e4sent bleiben.\u201c<br \/>&nbsp;&nbsp; <br \/>K\u00fcnkel und Feld gingen in ihrem Gespr\u00e4ch immer wieder auf das Spannungsverh\u00e4ltnis Markt und Hilfe ein. Nat\u00fcrlich sei die Diakonie den Marktverh\u00e4ltnissen genauso unterworfen, wie die Mitbewerber, doch es gebe Grenzen.&nbsp; \u201eIch m\u00f6chte, dass ein Mitarbeiter in der Diakonie, Klienten bestm\u00f6glich versorgt, professionell und fachlich, weil das Gegen\u00fcber wie andere auch ein Recht darauf hat, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Diesem Recht aber steht der Markt zuweilen im Weg. Zumindest dann, wenn nicht mehr der Klient im Vordergrund des Interesses steht, sondern das Unternehmen. Diese Spannung zu benennen und an ihr zu arbeiten &#8211; ist eine spezifisch kirchliche, eine spezifisch diakonische Aufgabe\u201c, sagte K\u00fcnkel.&nbsp; Feld betonte, der Markt komme \u00fcberall da an Grenzen, wo wir es mit echter, substanzieller, wirtschaftlicher Armut zu tun haben. \u201eAlle Hilfen, die wir in diesem Bereich anbieten, arbeiten, wenn alles gut geht, gerade ausk\u00f6mmlich. In der Regel k\u00f6nnen wir diese Arbeitsfelder aber nur mit Hilfe von kirchlichen Zusch\u00fcssen, Mitteln aus der Konzessionsabgabe und in nicht geringem Umfang \u00fcber Spenden vieler engagierter B\u00fcrger aufrechterhalten. Mit Armut kann man kein Geld verdienen! Wer hier t\u00e4tig werden will, muss bereit sein Geld mitzubringen.\u201c Das betreffe so unverzichtbare Arbeitsfelder wie die Bahnhofsmission, die Wohnungslosenhilfe, die Tagesaufenthalte, die Schuldner-, Schwangerschafts- und Schwangerschaftskonfliktberatung sowie die allgemeine kirchliche Sozialberatung und nicht zuletzt die Migrations- und Fl\u00fcchtlingshilfe. Und mit Blick auf die Zukunft sagte Feld: \u201eDiakonische Hilfe, die vom anderen ausgeht und ihn wahrnimmt, ohne schon an M\u00f6glichkeiten der Refinanzierung zu denken, darf nicht verloren gehen \u2013 welche Gestalt auch immer unsere kreisdiakonischen Werke haben werden. Ich w\u00fcnsche sehr, dass es uns gelingt auch in Zukunft daf\u00fcr hilfreiche Strukturen zu entwickeln.\u201c<br \/>&nbsp;&nbsp; <br \/>Auf die Spannung zwischen Wirtschaftlichkeit und diakonischer Kultur wies K\u00fcnkel im Gespr\u00e4ch auch am Feld der Altenhilfehin: \u201eEs hat sich inzwischen bis zu Herrn Spahn rumgesprochen, dass es Grenzen der Verwirtschaftlichung f\u00fcr so intime Vorg\u00e4nge wie die Pflege von Kranken und Hochbetagten gibt. Pflege im Minutentakt ist nur ein anderer Ausdruck f\u00fcr Pflege im Akkord. Ein solcher Begriff aus der industriellen Fertigung ist mit der Hinwendung zu Menschen nicht vereinbar. Es wird Zeit, dass wir von diesen Berechnungsmodellen Abschied nehmen, denen auch wir in der Diakonie aufgesessen sind.\u201c<br \/>&nbsp;&nbsp; <br \/>Fast 200 Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kultur und den verschiedenen diakonischen Arbeitsbereichen waren zum Abend der Begegnung in den Oldenburgischen Landtag gekommen. Begr\u00fc\u00dft wurden sie durch den Bischof der ev.-Luth. Kirche in Oldenburg Thomas Adomeit. Er dankte den Diakonie-Mitarbeitenden genauso wie den Partnern aus Kommunen, St\u00e4dten, der \u00d6kumene und befreundeten Verb\u00e4nden und Organisationen. &quot;Gemeinsam kann es uns gelingen, f\u00fcr eine Gesellschaft einzutreten, die den Menschen und seine Bed\u00fcrfnisse in die Mitte stellt&quot;, sagte Adomeit. Dabei sieht der Bischof durchaus Luft nach oben. Er nannte als signifikantes Beispiel die Bezahlung von Mitarbeitenden in pflegenden und anderen sozialen Berufen&quot;. Mitarbeitende der Diakonie nutzen die Gelegenheit, den G\u00e4sten des Abends die Verdi-Forderungen in der laufenden Tarifrunde vorzustellen.<br \/>&nbsp;&nbsp; <br \/><span style=\"font-style: italic\">Kerstin Kempermann<\/span><br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit zehn Jahren leitet Thomas Feld als theologischer Vorstand die Diakonie im Oldenburger Land. Ein Anlass, beim Abend der Begegnung gemeinsam mit Dr. Christoph K\u00fcnkel, auf die Herausforderungen in dieser T\u00e4tigkeit zu schauen. Oberlandeskirchenrat a.D. K\u00fcnkel war bis 2017 Vorstandssprecher der Diakonie in Niedersachsen. Er machte es gleich zu Beginn deutlich: \u201eEs gibt f\u00fcr mich keine Kirche ohne Diakonie und keine Diakonie ohne Kirche. Kirche ohne Tat, ist nur Geschw\u00e4tz, und Diakonie ohne das g\u00f6ttliche Wort ist nur Getue.\u201c Und Feld betonte: \u201eKirche muss in ihrer Gestalt als Diakonie als ernst zu nehmender gesellschaftlicher Akteur pr\u00e4sent bleiben.\u201c&nbsp;&nbsp; K\u00fcnkel und Feld&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"false","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[43],"tags":[44],"class_list":["post-11760","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kirche-oldenburg","tag-kirche-oldenburg"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11760","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11760"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11760\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11760"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11760"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11760"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}