{"id":11813,"date":"2019-03-20T09:47:00","date_gmt":"2019-03-20T08:47:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/maennlichkeit-und-muetterlichkeit-rueckfall-in-alte-rollen-die-geburt-des-ersten-kindes-setzt-der-gleichberechtigung-oft-ein-ende\/"},"modified":"2019-03-20T09:47:00","modified_gmt":"2019-03-20T08:47:00","slug":"maennlichkeit-und-muetterlichkeit-rueckfall-in-alte-rollen-die-geburt-des-ersten-kindes-setzt-der-gleichberechtigung-oft-ein-ende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/maennlichkeit-und-muetterlichkeit-rueckfall-in-alte-rollen-die-geburt-des-ersten-kindes-setzt-der-gleichberechtigung-oft-ein-ende\/","title":{"rendered":"M\u00e4nnlichkeit und M\u00fctterlichkeit: R\u00fcckfall in alte Rollen &#8211; Die Geburt des ersten Kindes setzt der Gleichberechtigung oft ein Ende"},"content":{"rendered":"<p>Statt nach der Geburt ihrer Kinder so viel Zeit wie m\u00f6glich zu Hause zu verbringen, arbeiten viele V\u00e4ter sogar mehr als zuvor. Immer mehr Paare folgen wieder ganz klassischen Mustern der Rollenverteilung.<\/p>\n<p>Osnabr\u00fcck (epd). Die Geburt des ersten Kindes ist f\u00fcr viele Paare ein magischer Augenblick: Der Wunsch nach dem ersehnten Baby hat sich erf\u00fcllt, das Gl\u00fcck ist perfekt. Eigentlich ein Grund, um beruflich etwas k\u00fcrzer zu treten und so viel Zeit wie m\u00f6glich zu Hause mit dem Nachwuchs zu verbringen. Doch tats\u00e4chlich arbeiten V\u00e4ter sogar h\u00e4ufiger als M\u00e4nner ohne Nachwuchs. Im Jahr 2017 waren nach Angaben des Statistischen Bundesamts 91 Prozent der V\u00e4ter im Alter zwischen<br \/>18 und 64 Jahren berufst\u00e4tig. Bei kinderlosen M\u00e4nnern lag der Anteil bei nur 77 Prozent.<\/p>\n<p>Und nicht nur das: V\u00e4ter arbeiteten den Angaben zufolge auch h\u00e4ufiger in Vollzeit. W\u00e4hrend 94 Prozent der V\u00e4ter die volle Stundenzahl ableisteten, taten das nur 88 Prozent der kinderlosen M\u00e4nner. Der Soziologe Harald Rost vom Staatsinstitut f\u00fcr Familienforschung an der Universit\u00e4t Bamberg macht daf\u00fcr vor allem finanzielle Gr\u00fcnde verantwortlich: \u00abVor dem ersten Kind sind meistens beide berufst\u00e4tig, dann geht in der Regel die Frau in Elternzeit, wodurch das Familieneinkommen sinkt.\u00bb Es entst\u00fcnden aber zus\u00e4tzliche Kosten, etwa durch die Anschaffung einer Babyausr\u00fcstung und der Einrichtung eines Kinderzimmers. \u00abDurch eine Erweiterung ihrer Erwerbst\u00e4tigkeit wollen V\u00e4ter den Einkommensverlust ausgleichen.\u00bb<\/p>\n<p>Zwar sei es durchaus so, dass V\u00e4ter heute eine aktive Rolle im Leben ihrer Kinder spielen wollten. \u00abUnd auch die Zeit, die V\u00e4ter mit ihren Kindern verbringen, hat sich erh\u00f6ht.\u00bb So gingen mittlerweile 35 Prozent aller V\u00e4ter nach der Geburt in Elternzeit &#8211; allerdings in aller Regel nur f\u00fcr zwei Monate. \u00abNur f\u00fcnf bis sechs Prozent aller V\u00e4ter arbeiten Teilzeit. Hier klaffen Wunsch und Realit\u00e4t noch weit auseinander\u00bb, sagte Rost dem Evangelischen Pressedienst (epd).<\/p>\n<p>Der Kindheits- und Familienforscher Dominik Krinninger vom Institut f\u00fcr Erziehungswissenschaft der Universit\u00e4t Osnabr\u00fcck spricht sogar von einer \u00abRetraditionalisierung\u00bb nach der Erf\u00fcllung des Kinderwunsches: \u00abBei Paaren gibt es vorher oft eine klare \u00dcbereinkunft in puncto faire Aufteilung, wer sich wie um das Kind k\u00fcmmert und wer welche Aufgaben etwa im Haushalt \u00fcbernimmt.\u00bb Nach dem ersten Kind stellten sich jedoch schnell traditionelle Muster ein:<br \/>Mehrheitlich sei es die Frau, die fortan weniger erwerbst\u00e4tig sei und den Gro\u00dfteil des Haushalts erledige. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts arbeiten 71 Prozent aller M\u00fctter, aber weniger als ein Drittel tut dies in Vollzeit.<\/p>\n<p>\u00abTats\u00e4chlich haben wir heute in den Krippen eine Situation wie vor 40 Jahren in den Kinderg\u00e4rten\u00bb, sagt Krinninger. Damals besuchte nur etwa ein Drittel der Drei- bis Sechsj\u00e4hrigen den Kindergarten, heute sind es mehr als 90 Prozent. Bei den unter Dreij\u00e4hrigen sind heute rund 30 Prozent in institutioneller Betreuung. \u00abEin Kindergartenbesuch ist die Norm, ein Krippenbesuch nicht.\u00bb<\/p>\n<p>Warum sich Paare zunehmend wieder f\u00fcr eine traditionelle Rollenverteilung entscheiden, habe viele Gr\u00fcnde, meint der P\u00e4dagoge.Oft sei es schwierig, \u00fcberhaupt einen Krippenplatz zu bekommen. Zudem m\u00fcsse er mit vertretbarem Aufwand f\u00fcr die Eltern zu erreichen sein: \u00abWenn er am anderen Ende der Stadt liegt, l\u00e4sst sich das nur schlecht in den Alltag integrieren.\u00bb Gleichzeitig spielten die Erwartungen an die Geschlechter eine nicht zu untersch\u00e4tzende Rolle: \u00abF\u00fcr viele Paare ist es besser vorstellbar, dass die Frau zur\u00fccksteckt. Hier kommen &#8211; oft unbewusst &#8211; gesellschaftliche Muster zum Tragen: Vorstellungen von M\u00e4nnlichkeit und M\u00fctterlichkeit.\u00bb<\/p>\n<p>Das sieht auch die Dortmunder Psychologin und Psychotherapeutin Cornelia Wien so: \u00abGesellschaftlich sind wir immer noch nicht wirklich in der Gleichberechtigungsphase angekommen.\u00bb Bei beruflich erfolgreichen M\u00fcttern mache sich sehr schnell ein Schuldbewusstsein bemerkbar, dass die Karriere auf Kosten der Familie gehe. \u00abDas ist bei M\u00e4nnern in aller Regel nicht gegeben.\u00bb<\/p>\n<p>Frauen st\u00fcnden unter einem besonderen Druck, viel mehr als M\u00e4nner: \u00abSie m\u00f6chten \u00fcberall super sein, im Beruf und zu Hause mit den Kindern und dem Partner.\u00bb Wenn beide Eltern voll arbeiteten, sei das meistens nur mit Unterst\u00fctzung von au\u00dfen machbar: \u00abUnd dann muss man entweder sehr gut verdienen oder den Zugriff auf Oma und Opa haben.\u00bb<\/p>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Statt nach der Geburt ihrer Kinder so viel Zeit wie m\u00f6glich zu Hause zu verbringen, arbeiten viele V\u00e4ter sogar mehr als zuvor. 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