{"id":11900,"date":"2019-04-01T14:30:00","date_gmt":"2019-04-01T12:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/organspende-bischof-und-aerzte-praesidentin-gegen-widerspruchsloesung-breite-kritik-an-plaenen-von-bundesgesundheitsminister-spahn\/"},"modified":"2019-04-01T14:30:00","modified_gmt":"2019-04-01T12:30:00","slug":"organspende-bischof-und-aerzte-praesidentin-gegen-widerspruchsloesung-breite-kritik-an-plaenen-von-bundesgesundheitsminister-spahn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/organspende-bischof-und-aerzte-praesidentin-gegen-widerspruchsloesung-breite-kritik-an-plaenen-von-bundesgesundheitsminister-spahn\/","title":{"rendered":"Organspende: Bischof und \u00c4rzte-Pr\u00e4sidentin gegen Widerspruchsl\u00f6sung &#8211; Breite Kritik an Pl\u00e4nen von Bundesgesundheitsminister Spahn"},"content":{"rendered":"<p>Mit einem neuen Gesetzentwurf will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den Mangel an Spenderorganen in Deutschland beheben. Doch die Reaktionen aus Niedersachsen sind eher negativ.<\/p>\n<p>Hannover (epd). In der Diskussion um eine Neuregelung der Organspende haben der hannoversche Landesbischof Ralf Meister und Niedersachsens \u00c4rztekammer-Pr\u00e4sidentin Martina Wenker eine Widerspruchsl\u00f6sung abgelehnt. \u00abIch halte den Weg der Widerspruchsregelung f\u00fcr falsch\u00bb, sagte Meister am Montag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Eine solche Entscheidung m\u00fcsse freiwillig sein: \u00abBei der Frage einer Organentnahme muss ich selbst zu Lebzeiten aktiv Ja sagen und das Kreuzchen auf dem Organspendeausweis machen\u00bb, betonte der evangelische Theologe. Auch Wenker sowie Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann (SPD) pl\u00e4dierten f\u00fcr eine freiwillige Regelung.<\/p>\n<p>Eine Gruppe von Bundestagsabgeordneten um Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und den SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach hatte zuvor in Berlin einen fraktions\u00fcbergreifenden Gesetzentwurf zur Einf\u00fchrung einer Widerspruchsregelung bei Organspenden vorgelegt. Danach soll k\u00fcnftig prinzipiell jeder im Fall des Hirntodes Organspender sein, der zu Lebzeiten nicht einen gegenteiligen Wunsch dokumentiert oder seinen Angeh\u00f6rigen mitgeteilt hat. Ziel des Entwurfs ist, die Zahl der gespendeten Organe zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Der Entscheidung f\u00fcr oder gegen eine Organspende gingen viele pers\u00f6nliche und emotionale Fragen voraus, sagte Meister, der selbst einen Organspende-Ausweis bei sich tr\u00e4gt. Sie ber\u00fchrten das Vertrauen in die \u00c4rzte ebenso wie die Menschenw\u00fcrde. \u00abDeshalb muss ich in Verantwortung vor Gott und den Menschen frei entscheiden, ob Organe und Gewebe entnommen werden.\u00bb<\/p>\n<p>\u00c4rztekammer-Pr\u00e4sidentin Wenker sagte dem epd: \u00abF\u00fcr mich ist eine Spende nur dann eine Spende, wenn sie freiwillig geschieht.\u00bb Eine Widerspruchsl\u00f6sung werde die m\u00f6glicherweise bestehenden \u00c4ngste einzelner Menschen, sich mit dem eigenen Tod besch\u00e4ftigen zu m\u00fcssen, eher verst\u00e4rken. Daher pl\u00e4diere sie weiterhin f\u00fcr eine Informations- und Entscheidungsl\u00f6sung. Wenker ist zugleich Vizepr\u00e4sidentin der Bundes\u00e4rztekammer.<\/p>\n<p>Um den Mangel an Spenderorganen in Deutschland zu beheben, m\u00fcsse es unter anderem eine intensive Aufkl\u00e4rung der Bev\u00f6lkerung geben, sagte sie. Zugleich m\u00fcsse die Erkennung potenzieller Organspender auf Intensivstationen verbessert werden. Dies sei durch die verbindliche Einf\u00fchrung von Transplantationsbeauftragten zu erreichen, die den Prozess der Organspende begleiteten und die in jedem Einzelfall belastenden Gespr\u00e4che mit den Angeh\u00f6rigen f\u00fchrten. Niedersachsen sei mit einer neuen landesgesetzlichen Regelung auf dem Weg dorthin.<\/p>\n<p>Ministerin Reimann sagte, Spahns Entwurf wolle aus einer freiwilligen Spende eine Pflicht zur Organabgabe machen. \u00abDas w\u00e4re ein starker Eingriff in die Grundrechte einer Person.\u00bb F\u00fcr sie habe die Selbstbestimmung den h\u00f6chsten Stellenwert, unterstrich Reimann.<br \/>N\u00f6tig sei eine eigene bewusste Entscheidung. Schweigen k\u00f6nne nicht als Zustimmung gewertet werden. \u00ab\u00dcber den eigenen K\u00f6rper selbst bestimmen zu k\u00f6nnen, ist unser h\u00f6chstes Gut.\u00bb<\/p>\n<p>Auch der Dachverband Evangelische Frauen in Deutschland wandte sich gegen eine Widerspruchsl\u00f6sung. Der Gesetzentwurf sei ein \u00abParadigmenwechsel und eine Pervertierung des Spende-Gedankens\u00bb, sagte die Vorsitzende Susanne Kahl-Passoth in Hannover.<br \/>\u00abDefinitionsgem\u00e4\u00dfe Voraussetzung einer Spende ist Freiwilligkeit. Und eben diese will Spahn abschaffen.\u00bb Der Gesetzentwurf setze eine Art \u00abSozialpflichtigkeit\u00bb des toten menschlichen K\u00f6rpers voraus, kritisieren die evangelischen Frauen.<\/p>\n<p>In Deutschland warten derzeit rund 9.400 Menschen auf ein lebensrettendes Spenderorgan. In Niedersachsen war die Zahl der Organspenden zuletzt gesunken: von 73 im Jahr 2016 auf 62 zwei Jahre sp\u00e4ter.<\/p>\n<p>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit einem neuen Gesetzentwurf will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den Mangel an Spenderorganen in Deutschland beheben. Doch die Reaktionen aus Niedersachsen sind eher negativ. Hannover (epd). 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