{"id":12060,"date":"2019-05-04T09:00:00","date_gmt":"2019-05-04T07:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/woche-fuer-das-leben-rueckt-suizidpraevention-in-den-blickpunkt-ekd-ratschef-gott-liebt-auch-diejenigen-die-sich-selbst-getoetet-haben\/"},"modified":"2019-05-04T09:00:00","modified_gmt":"2019-05-04T07:00:00","slug":"woche-fuer-das-leben-rueckt-suizidpraevention-in-den-blickpunkt-ekd-ratschef-gott-liebt-auch-diejenigen-die-sich-selbst-getoetet-haben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/woche-fuer-das-leben-rueckt-suizidpraevention-in-den-blickpunkt-ekd-ratschef-gott-liebt-auch-diejenigen-die-sich-selbst-getoetet-haben\/","title":{"rendered":"\u00abWoche f\u00fcr das Leben\u00bb r\u00fcckt Suizidpr\u00e4vention in den Blickpunkt &#8211; EKD-Ratschef: Gott liebt auch diejenigen, die sich selbst get\u00f6tet haben"},"content":{"rendered":"<p>Seit 25 Jahren wirbt die \u00abWoche f\u00fcr das Leben\u00bb der evangelischen und katholischen Kirche f\u00fcr den Schutz des Lebens. Diesmal steht das Thema Suizid im Vordergrund. Die Kirchen wollen Wege f\u00fcr eine bessere Pr\u00e4vention aufzeigen.<\/p>\n<p>Hannover (epd). Mit einem \u00f6kumenischen Festgottesdienst haben die beiden gro\u00dfen Kirchen am Sonnabend in Hannover ihre bundesweite \u00abWoche f\u00fcr das Leben\u00bb er\u00f6ffnet. Bei der Aktion, die seit 25 Jahren begangen wird, steht diesmal die Suizidpr\u00e4vention im Mittelpunkt. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, forderte zum Auftakt in der Marktkirche mehr Zuwendung f\u00fcr Menschen, die sich das Leben nehmen wollten. Die \u00abradikale Liebe Gottes\u00bb gelte auch ihnen und denen, die sich selbst get\u00f6tet h\u00e4tten.<\/p>\n<p>\u00abWie k\u00f6nnte Gott die fallenlassen, die f\u00fcr sich nur noch den Todes-Ausweg gesehen haben, wo er ihre Verzweiflung doch so gut kennt\u00bb, f\u00fchrte Bedford-Strohm aus. Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hob die Angebote der Kirchen f\u00fcr Menschen hervor, die am Leben verzweifelten, vor allem das Engagement der Telefonseelsorge. Laut Statistik nehmen sich jedes Jahr in Deutschland etwa 10.000 Menschen das Leben. Noch deutlich mehr versuchen es.<\/p>\n<p>Bei einem \u00abFest der Begegnung\u00bb in der Marktkirche stellten sich Selbsthilfegruppen, Beratungsstellen und Hilfsorganisationen vor, unter ihnen die Robert-Enke-Stiftung. Der Fu\u00dfball-Nationaltorh\u00fcter Robert Enke von Hannover 96 hatte sich im November 2009 das Leben genommen. Er litt unter einer Depression.<\/p>\n<p>Bedford-Strohm prangerte in seiner Predigt das fr\u00fchere Versagen der Kirche in Umgang mit Selbstt\u00f6tungen an. \u00abEs ist eine historische Schuld der Kirche, dass sie viel zu lange diese offenen Arme Gottes dementiert hat\u00bb, betonte der M\u00fcnchner Bischof. Sie habe Menschen, die sich das Leben genommen h\u00e4tten, als Selbstm\u00f6rder verdammt, habe ihnen das Begr\u00e4bnis verweigert und so die Schuldgef\u00fchle der Angeh\u00f6rigen potenziert. Damit sei sie ihnen \u00abdas Zeugnis der Auferstehung schuldig geblieben\u00bb.<\/p>\n<p>Kardinal Marx betonte: \u00abMenschen zu begleiten und Leben zu sch\u00fctzen ist eine gro\u00dfe Aufgabe f\u00fcr die Kirche.\u00bb Im Blick auf Suizide h\u00e4tten die Christen dabei nicht immer den richtigen Ton getroffen. Es gehe darum, verzweifelten Menschen zuzuh\u00f6ren, sie zu verstehen und die Zeichen und Signale f\u00fcr m\u00f6gliche Todesw\u00fcnschen wahrzunehmen.<br \/>\u00abDamit das Schweigen aufh\u00f6rt und die Tabuisierung\u00bb, sagte Marx. Die Gesellschaft m\u00fcsse \u00abf\u00fcr das Thema wachwerden\u00bb.<\/p>\n<p>Niedersachsens Ministerpr\u00e4sident Stephan Weil (SPD) bezeichnete die Suizidpr\u00e4vention in einem anschlie\u00dfenden Gespr\u00e4ch als \u00abKernaufgabe staatlicher Sozialarbeit\u00bb. So m\u00fcssten die Lehrer an den Schulen genau hinschauen, wie es den Sch\u00fclern gehe.<\/p>\n<p>Der fr\u00fchere Bundesgesundheitsminister Hermann Gr\u00f6he (CDU) begr\u00fc\u00dfte die Angebote der Kirchen zur Suizidpr\u00e4vention. \u00abJeder Mensch kann im Laufe seines Lebens in eine Situation geraten, in der alles ausweglos erscheint\u00bb, erkl\u00e4rte Gr\u00f6he in Berlin als Kirchen-Beauftragter der Unionsfraktion im Bundestag. Depression d\u00fcrfe deshalb kein Tabuthema sein.<\/p>\n<p>Menschen mit Todesw\u00fcnschen schwankten hin und her zwischen dem Willen zum Weiterleben und dem Wunsch, tot zu sein, sagte die Leiterin des nationalen Suizidpr\u00e4ventionsprogramms, die K\u00f6lner Psychiatrie-Professorin Barbara Schneider, am Rande der Er\u00f6ffnung dem epd. \u00abWichtig ist, sie in dieser Ambivalenz abzuholen und auf die Seite des Lebens zu bringen.\u00bb Menschen in einer solchen Situation seien froh, wenn sie auf Suizidgedanken angesprochen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Die Aktionswoche wird bis zum 11. Mai in katholischen und evangelischen Kirchengemeinden begangen. Sie steht diesmal unter dem Motto \u00abLeben sch\u00fctzen. Menschen begleiten. Suizide verhindern.\u00bb Die Aktion wirbt seit 1994 immer zwei Wochen nach Ostern f\u00fcr die Anerkennung der Schutzw\u00fcrdigkeit und Schutzbed\u00fcrftigkeit des menschlichen Lebens in allen Phasen.<\/p>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit 25 Jahren wirbt die \u00abWoche f\u00fcr das Leben\u00bb der evangelischen und katholischen Kirche f\u00fcr den Schutz des Lebens. Diesmal steht das Thema Suizid im Vordergrund. Die Kirchen wollen Wege f\u00fcr eine bessere Pr\u00e4vention aufzeigen. Hannover (epd). Mit einem \u00f6kumenischen Festgottesdienst haben die beiden gro\u00dfen Kirchen am Sonnabend in Hannover ihre bundesweite \u00abWoche f\u00fcr das Leben\u00bb er\u00f6ffnet. Bei der Aktion, die seit 25 Jahren begangen wird, steht diesmal die Suizidpr\u00e4vention im Mittelpunkt. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, forderte zum Auftakt in der Marktkirche mehr Zuwendung f\u00fcr Menschen, die sich das Leben nehmen wollten. 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