{"id":12191,"date":"2019-05-24T20:21:00","date_gmt":"2019-05-24T18:21:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/reformierte-kirche-verliert-bis-2060-fast-die-haelfte-ihrer-mitglieder\/"},"modified":"2019-05-24T20:21:00","modified_gmt":"2019-05-24T18:21:00","slug":"reformierte-kirche-verliert-bis-2060-fast-die-haelfte-ihrer-mitglieder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/reformierte-kirche-verliert-bis-2060-fast-die-haelfte-ihrer-mitglieder\/","title":{"rendered":"Reformierte Kirche verliert bis 2060 fast die H\u00e4lfte ihrer Mitglieder"},"content":{"rendered":"<p>Emden (epd). Die Zahl der Mitglieder der Evangelisch-reformierten Kirche wird einer wissenschaftlichen Prognose zufolge bis zum Jahr 2060 in Deutschland um gut 42 Prozent zur\u00fcckgehen. Das h\u00e4tten Finanzwissenschaftler der Universit\u00e4t Freiburg berechnet, sagte am Freitag der Vizepr\u00e4sident der Kirche, Helge Johr, vor der Synode der Reformierten in Emden. Parallel dazu gingen die Finanzmittel \u00abdeutlich sp\u00fcrbar\u00bb zur\u00fcck. Doch Johr machte auch deutlich: Die Kirche kann den Mitgliederschwund noch abfedern.<\/p>\n<p>Anfang Mai hatte die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) die Studie zur Mitglieder- und Finanzentwicklung ver\u00f6ffentlicht. Sie prognostiziert allen Landeskirchen bis 2060 einen R\u00fcckgang ihrer Mitglieder und der Finanzkraft um die H\u00e4lfte, also im Durchschnitt etwas deutlicher als bei den Reformierten. Die reformierte Kirche hatte die f\u00fcr sie geltenden Zahlen bisher noch geheim gehalten, um sie nun zun\u00e4chst ihren Synodalen vorzustellen.<\/p>\n<p>Derzeit z\u00e4hlen rund 173.500 Mitglieder in 145 Gemeinden zwischen Ostfriesland und dem Allg\u00e4u zur reformierten Kirche. 2060 seien es voraussichtlich 100.000, sagte Johr und berief sich dabei auf die Prognose des Forschungszentrums Generationenvertr\u00e4ge der Freiburger Universit\u00e4t. Die Finanzkraft werde sich auf 56 Prozent des gegenw\u00e4rtigen Volumens reduzieren.<\/p>\n<p>Der gr\u00f6\u00dfere Teil des R\u00fcckgangs bei den Reformierten habe demografische Gr\u00fcnde, f\u00fchrte Johr aus. Doch den Gemeinden fehle es auch an gl\u00e4ubigem Nachwuchs, weil mehr Menschen austr\u00e4ten und zugleich immer weniger Kinder getauft w\u00fcrden. Aber gerade mit Blick auf die Taufquote k\u00f6nne die Kirche aktiv werden: \u00abDas kann durchaus Mut machen. Wir haben jetzt Chancen, Weichen zu stellen.\u00bb<\/p>\n<p>Schon kleine Ver\u00e4nderungen in der Entwicklung k\u00f6nnten auf Dauer erhebliche Auswirkungen haben, rechnete Johr vor. Gebe es im Durchschnitt der Gemeinden j\u00e4hrlich nicht einmal eine einzige Taufe mehr und einen einzigen Austritt weniger, bedeute das bis 2060 etwa 10.000 Gemeindeglieder mehr.<\/p>\n<p>Kirchenpr\u00e4sident Martin Heimbucher sagte, zentral sei in diesem Zusammenhang eine einladende Kirche: \u00abWas hindert uns daran, zur Taufe einzuladen?\u00bb Die Emder Pastorin Reinhild Gedenk erg\u00e4nzte in einer ausf\u00fchrlichen Debatte, die Kirche m\u00fcsse die Menschen fragen: \u00abWas braucht ihr eigentlich?\u00bb<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Ausbildungsexpertin fordert neuen Blick der Kirche auf J\u00fcngere<br \/><\/span>Emden (epd). Die evangelische Ausbildungsexpertin Christiane de Vos hat im Zusammenhang mit der Nachwuchsarbeit der Kirche einen neuen Blick auf junge Menschen gefordert. \u00abWir m\u00fcssen wissen, wie tickt die Generation der Millenials\u00bb, sagte die Referentin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) vor der reformierten Synode in Emden. Unter \u00abMillenials\u00bb wird die Generation verstanden, die zwischen den fr\u00fchen 1980er und den sp\u00e4ten 1990er Jahren geboren wurde. Die Nachwuchsarbeit war am Freitag Thema einer ausf\u00fchrlichen Debatte im Parlament der Evangelisch-reformierten Kirche.<\/p>\n<p>In der Generation der um die Jahrtausendwende Geborenen erkl\u00e4rten einer Jugendstudie zufolge 52 Prozent der Befragten, sie glaubten an Gott. \u00abGlaube ja &#8211; Kirche nein\u00bb, das sei ein Ergebnis der Studie, erl\u00e4uterte Oberkirchenr\u00e4tin de Vos, Expertin f\u00fcr Hochschulwesen und theologische Ausbildung bei der EKD. Sie bezeichnete die Gewinnung des Nachwuchses als eine Beziehungsaufgabe, die nicht durch aufwendige Werbekampagnen erledigt werden k\u00f6nne. Ein gutes Rezept vor Ort sei etwa, Kirchengemeinden f\u00fcr Schul- und Studienpraktika zu \u00f6ffnen.<\/p>\n<p>Nach Diskussionen in Arbeitsgruppen sammelten die 60 Synodalen der Evangelisch-reformierten Kirche am Freitag Ideen, wie Beziehungsarbeit gestaltet und Jugendliche besser angesprochen werden k\u00f6nnten. Dabei ging es unter anderem um Jugendfreizeiten, Camps f\u00fcr Konfirmanden, besondere Jugendgottesdienste, Orientierungstage am Ende der Schulzeit und Stipendien f\u00fcr Studierende. De Vos betonte, bei der Planung von Projekten sei es wichtig, Jugendliche zu beteiligen.<\/p>\n<p>Kirchenpr\u00e4sident Martin Heimbucher hatte im Vorfeld der Synode gesagt, schon jetzt k\u00f6nnten nicht mehr alle Pfarrstellen, die durch Pensionierungen frei w\u00fcrden, besetzt werden. Pro Jahr legten in der reformierten Kirche drei Studierende ihr Examen ab. Doch allein im kommenden Jahr wollten sieben Pastoren in den Ruhestand treten.<\/p>\n<p>Zwischen der Kirche und den jungen Menschen gebe es eine \u00abKommunikationsl\u00fccke\u00bb, r\u00e4umte der Theologe ein. Bis zur Konfirmation sei der Kontakt gut, danach lasse er sp\u00fcrbar nach.<\/p>\n<p>Zur Evangelisch-reformierten Kirche mit Sitz in Leer geh\u00f6ren rund 173.500 Mitglieder in 145 Gemeinden zwischen Ostfriesland und dem Allg\u00e4u. In der reformierten Kirche arbeiten derzeit eigenen Angaben zufolge 130 Pastorinnen und Pastoren, davon 111 im Gemeindedienst sowie 19 mit gesamtkirchlichen Aufgaben. Bis zum Jahr 2025 gehen 34 in den Ruhestand.<\/p>\n<p>Weitere Informationen unter: www.reformiert.de <\/p>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Emden (epd). Die Zahl der Mitglieder der Evangelisch-reformierten Kirche wird einer wissenschaftlichen Prognose zufolge bis zum Jahr 2060 in Deutschland um gut 42 Prozent zur\u00fcckgehen. 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