{"id":12419,"date":"2019-07-06T08:55:00","date_gmt":"2019-07-06T06:55:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/sea-watch-maschinist-wir-machen-ganz-sicher-weiter\/"},"modified":"2019-07-06T08:55:00","modified_gmt":"2019-07-06T06:55:00","slug":"sea-watch-maschinist-wir-machen-ganz-sicher-weiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/sea-watch-maschinist-wir-machen-ganz-sicher-weiter\/","title":{"rendered":"Sea-Watch-Maschinist: Wir machen ganz sicher weiter"},"content":{"rendered":"<p>Oldenburg (epd). Trotz der Festnahme und laufenden Ermittlungen gegen die Kapit\u00e4nin Carola Rackete wollen die Sea-Watch-Seenotretter ihre Arbeit fortsetzen. Sollte die italienische Polizei die beschlagnahmte \u00abSea-Watch 3\u00bb nicht mehr freigeben, m\u00fcsse zwar ein neues Rettungsschiff her, sagte der Chefmaschinist des Schiffes, S\u00f6ren Moje, am Sonnabend in Oldenburg im Gespr\u00e4ch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). \u00abAber solange es noch Tote im Mittelmeer geben wird, machen wir ganz sicher weiter.\u00bb<\/p>\n<p>Moje geh\u00f6rt zu den Rednern einer Kundgebung in Oldenburg. Das Aktionsb\u00fcndnis \u00abSeebr\u00fccke\u00bb hatte f\u00fcr den Sonnabend bundesweit zu Demonstrationen f\u00fcr eine ungehinderte Seenotrettung im Mittelmeer aufgerufen. Moje betonte: \u00abWir brauchen einen Aufschrei in der Bev\u00f6lkerung.\u00bb Menschen k\u00f6nnten helfen, indem sie beispielsweise f\u00fcr die Seenotrettung spendeten, zu den Demos gingen oder Briefe an das Bundesinnenministerium schrieben, damit sich etwas \u00e4ndere. \u00abWir brauchen mehr laute Stimmen und eine klare Kante gegen den Rechtspopulismus und diejenigen, die uns diffamieren.\u00bb<\/p>\n<p>Er sei seit rund zwei Jahren als Seenotretter aktiv, sagte der 33-J\u00e4hrige. Nach seiner Beobachtung sei die Arbeit der Retter in dieser Zeit immer mehr kriminalisiert worden. \u00abEs wird immer abstruser.\u00bb Schiffe, die in Italien nicht anlegen d\u00fcrften, m\u00fcssten auf See ausharren. Wenn doch ein Schiff einlaufe, werde es erst einmal f\u00fcr einige Wochen oder l\u00e4nger festgesetzt: \u00abDadurch fehlen Rettungskapazit\u00e4ten.\u00bb<\/p>\n<p>Moje begr\u00fc\u00dfte deshalb die Unterst\u00fctzung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Der EKD-Ratsvorsitzende und bayerische Landesbischof, Heinrich Bedford-Strohm, hatte betont, zivile Seenotretter d\u00fcrften nicht kriminalisiert werden. Er hatte sich zudem daf\u00fcr ausgesprochen, ein breites gesellschaftliches B\u00fcndnis unter Beteiligung der Kirchen ins Leben zu rufen, um ein eigenes Rettungsschiff ins Mittelmeer zu entsenden. \u00abF\u00fcr diese Solidarit\u00e4t sind wir dankbar\u00bb, sagte Moje.<\/p>\n<p>Die Entscheidung von Carola Rackete, unerlaubt in den Hafen der Insel Lampedusa zu steuern, war aus Sicht des leitenden Maschinisten an Bord \u00ababsolut richtig und notwendig\u00bb. Rackete habe den Notstand ausgerufen, weil der Zustand der 40 Fl\u00fcchtlinge an Bord sich zusehends verschlechterte. Einige seien suizidgef\u00e4hrdet gewesen. Trotzdem habe die italienische Regierung 60 Stunden sp\u00e4ter noch immer nicht reagiert. \u00abAm Ende wurde die Situation untragbar.\u00bb Anders als der Kapit\u00e4nin drohe ihm selbst kein Strafverfahren.<\/p>\n<p>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oldenburg (epd). Trotz der Festnahme und laufenden Ermittlungen gegen die Kapit\u00e4nin Carola Rackete wollen die Sea-Watch-Seenotretter ihre Arbeit fortsetzen. Sollte die italienische Polizei die beschlagnahmte \u00abSea-Watch 3\u00bb nicht mehr freigeben, m\u00fcsse zwar ein neues Rettungsschiff her, sagte der Chefmaschinist des Schiffes, S\u00f6ren Moje, am Sonnabend in Oldenburg im Gespr\u00e4ch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). \u00abAber solange es noch Tote im Mittelmeer geben wird, machen wir ganz sicher weiter.\u00bb Moje geh\u00f6rt zu den Rednern einer Kundgebung in Oldenburg. 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