{"id":12755,"date":"2019-08-11T10:31:00","date_gmt":"2019-08-11T08:31:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/bremen-erinnert-an-deutschen-volkermord-in-afrika\/"},"modified":"2019-08-11T10:31:00","modified_gmt":"2019-08-11T08:31:00","slug":"bremen-erinnert-an-deutschen-volkermord-in-afrika","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/bremen-erinnert-an-deutschen-volkermord-in-afrika\/","title":{"rendered":"Bremen erinnert an deutschen Volkermord in Afrika"},"content":{"rendered":"<p>Bremen (epd). Mit einer Gedenkstunde haben am Sonntag mehr als 200 Menschen in Bremen an die Opfer des V\u00f6lkermordes durch deutsche Kolonialtruppen zwischen 1904 und 1908 im heutigen Namibia erinnert.<\/p>\n<p>Der Herero-Aktivist Israel Kaunatjike forderte am Mahnmal des V\u00f6lkermordes im Nelson-Mandela-Park eine offizielle Entschuldigung Deutschlands. Die Bundesregierung m\u00fcsse endlich den V\u00f6lkermord anerkennen und Reparationen zahlen. Bis heute litten die Menschen in Namibia unter den Folgen der Kolonialherrschaft. Noch immer seien 60 Prozent des Landes in den H\u00e4nden der Nachfahren wei\u00dfer Siedler.<\/p>\n<p>Als Auftakt f\u00fcr den Genozid gilt die Schlacht von Ohamakari am 11. August 1904, auch als \u00abSchlacht am Waterberg\u00bb bekannt. Aus existenzieller Not heraus erhoben sich im einstigen Deutsch-S\u00fcdwestafrika von 1904 bis 1908 die Herero gegen die Kolonialmacht. Unter Generalleutnant Lothar von Trotha schlug eine rund 15.000 Soldaten umfassende Streitmacht die Rebellion der Einheimischen milit\u00e4risch nieder. Bis zu 80.000 Angeh\u00f6rige der Herero, Nama und anderer Ureinwohner starben im Verlauf des Kolonialkrieges, der auch als \u00aberster V\u00f6lkermord des 20. Jahrhunderts\u00bb bezeichnet wird.<\/p>\n<p>Kaunatjike forderte weiter, dass die indigenen V\u00f6lker und die Opferverb\u00e4nde an den Verhandlungen \u00fcber Entsch\u00e4digungen beteiligt werden. \u00abNur wenn wir bei den Gespr\u00e4chen dabei sind und mitreden d\u00fcrfen, werden wir die Ergebnisse akzeptieren\u00bb, sagte er und erg\u00e4nzte: \u00abEntwicklungshilfe kann Reparationen nicht ersetzen.\u00bb<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcne Bundestagsabgeordnete Kirsten Kappert-Gonther rief zu einer aktiven Auseinandersetzung mit der Kolonialgeschichte Deutschlands auf. Die wichtigsten Werkzeuge sollten dabei \u00abDialog und Demut\u00bb sein. Virginie Kamche vom Afrika-Netzwerk Bremen f\u00fcgte mit Blick auf den allt\u00e4glichen Rassismus der Gegenwart hinzu: \u00abWir brauchen in unserer globalisierten Welt eine Erinnerungs-, Vergebungs- und Vers\u00f6hnungskultur.\u00bb<\/p>\n<p>In Bremen erinnert ein Mahnmal mit 300 roten Sandsteinen vom Waterberg an das Verbrechen. Der Erinnerungsort entstand in der N\u00e4he des Hauptbahnhofes unmittelbar vor dem backsteinernen Elefanten, der im Juli 1932 als zentrales \u00abKolonialehrenmal\u00bb f\u00fcr das Deutsche Reich eingeweiht wurde. Kurz nach der Unabh\u00e4ngigkeit Namibias 1990 hatte die Bremische B\u00fcrgerschaft den Elefanten zum \u00abAntikolonial-Denkmal\u00bb umgewidmet. Zuvor hatte die bremische Landesregierung \u00fcber Jahre den Kampf der Befreiungsbewegung der SWAPO unterst\u00fctzt, die heute Regierungspartei in Namibia ist.<\/p>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bremen (epd). Mit einer Gedenkstunde haben am Sonntag mehr als 200 Menschen in Bremen an die Opfer des V\u00f6lkermordes durch deutsche Kolonialtruppen zwischen 1904 und 1908 im heutigen Namibia erinnert. Der Herero-Aktivist Israel Kaunatjike forderte am Mahnmal des V\u00f6lkermordes im Nelson-Mandela-Park eine offizielle Entschuldigung Deutschlands. 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