{"id":12921,"date":"2019-09-26T09:15:00","date_gmt":"2019-09-26T07:15:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/staatsanwaltschaft-erhebt-anklage-gegen-vorgesetzte-von-niels-hoegel-verantwortliche-sollen-aus-sorge-um-reputation-mordenden-krankenpfleger-nicht-gestoppt-haben\/"},"modified":"2019-09-26T09:15:00","modified_gmt":"2019-09-26T07:15:00","slug":"staatsanwaltschaft-erhebt-anklage-gegen-vorgesetzte-von-niels-hoegel-verantwortliche-sollen-aus-sorge-um-reputation-mordenden-krankenpfleger-nicht-gestoppt-haben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/staatsanwaltschaft-erhebt-anklage-gegen-vorgesetzte-von-niels-hoegel-verantwortliche-sollen-aus-sorge-um-reputation-mordenden-krankenpfleger-nicht-gestoppt-haben\/","title":{"rendered":"Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Vorgesetzte von Niels H\u00f6gel &#8211; Verantwortliche sollen aus Sorge um Reputation mordenden Krankenpfleger nicht gestoppt haben"},"content":{"rendered":"<p>Der Ex-Krankenpfleger Niels H\u00f6gel sitzt wegen 85 Morden lebensl\u00e4nglich hinter Gittern. Nun sollen sich auch seine fr\u00fcheren Vorgesetzten verantworten. Laut der Anklage haben sie ihn weiter t\u00f6ten lassen, um das Ansehen ihrer Klinik zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Oldenburg (epd). Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hat f\u00fcnf ehemalige Vorgesetzte des wegen 85-fachen Mordes verurteilten fr\u00fcheren Krankenpflegers Niels H\u00f6gel angeklagt. Den Besch\u00e4ftigten des Klinikums Oldenburg werde Totschlag durch Unterlassen vorgeworfen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Trotz deutlicher Hinweise h\u00e4tten sie H\u00f6gel bei den Morden an Patienten nicht gestoppt. Am Nachmittag best\u00e4tigte das Klinikum auf Nachfrage, dass zwei der Angeklagten mit sofortiger Wirkung freigestellt wurden. Die drei weiteren Angeklagten arbeiten nicht mehr in der Klinik. Zuerst hatte die Oldenburger \u00abNordwest-Zeitung\u00bb dar\u00fcber berichtet.<\/p>\n<p>Angeklagt sind dem Sprecher zufolge der langj\u00e4hrige Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer, die damalige Pflegedirektorin, der ehemalige Chefarzt der Herzchirurgie, der Chefarzt der An\u00e4sthesie sowie ein Stationsleiter. Dem Gesch\u00e4ftf\u00fchrer und der Pflegedirektorin werden jeweils 63 F\u00e4lle vorgeworfen, einem Chefarzt 60 F\u00e4lle, dem zweiten Chefarzt und dem Stationsleiter je drei F\u00e4lle. Ihnen drohen zwischen f\u00fcnf und 15 Jahren Haft. H\u00f6gel wurde Anfang Juni vom Landgericht Oldenburg zu lebenslanger Haft verurteilt.<\/p>\n<p>Die Anklage gehe davon aus, dass die Verantwortlichen sp\u00e4testens ab Ende Oktober 2001 die von H\u00f6gel ausgehende Gefahr erkannt h\u00e4tten, hie\u00df es. Zu diesem Zeitpunkt habe eine interne Liste vorgelegen, aus der ersichtlich gewesen sei, dass H\u00f6gel weit h\u00e4ufiger bei Reanimationen mit Todesfolge dabei war als andere Pflegekr\u00e4fte.<\/p>\n<p>In der Folge sei es zu mehreren Besprechungen gekommen, bei denen auch das Einschalten der Strafverfolgungsbeh\u00f6rden thematisiert worden sei. Doch es sei entschieden worden, die Polizei nicht zu informieren. Laut der Anklage waren die Angeschuldigten \u00abaus Sorge um ihre pers\u00f6nliche Reputation, die Reputation der kardiochirurgischen Intensivstation und des Klinikums Oldenburg insgesamt\u00bb unt\u00e4tig geblieben.<\/p>\n<p>Stattdessen sei H\u00f6gel aufgrund des Verdachtes auf die An\u00e4sthesie-Station versetzt worden. Auch dort sei er auff\u00e4llig geworden. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft habe der Chefarzt der Station sp\u00e4testens von diesem Zeitpunkt an ebenfalls die von dem Pfleger ausgehende Gefahr erkannt. Die Pflegedirektorin und der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer h\u00e4tten daf\u00fcr gesorgt, dass H\u00f6gel bei laufenden Bez\u00fcgen f\u00fcr drei Monate freigestellt wurde und schlie\u00dflich das Klinikum mit einem guten Zeugnis verlassen konnte.<\/p>\n<p>Die Anklage wirft den Angeschuldigten vor, mit dem falschen Zeugnis die von H\u00f6gel ausgehende t\u00f6dliche Gefahr f\u00fcr Patienten verschleiert zu haben. So habe der Ex-Krankenpfleger eine neue Anstellung am Krankenhaus Delmenhorst bekommen k\u00f6nnen, wo er weiter mordete. Darum seien diese drei Angeschuldigten auch f\u00fcr die 60 Morde und Mordversuche in Delmenhorst in der Zeit vom Dezember 2002 bis Juni 2005 verantwortlich.<\/p>\n<p>Nun muss das Oldenburger Landgericht \u00fcber die Er\u00f6ffnung des Hauptverfahrens entscheiden. Dies d\u00fcrfte jedoch noch dauern: Sowohl H\u00f6gel als auch ein Nebenkl\u00e4ger haben gegen das Mordurteil vom Juni Revision vor dem Bundesgerichtshof beantragt. Bis zum Abschluss dieses Verfahrens ist das Urteil gegen H\u00f6gel nicht rechtskr\u00e4ftig. Doch ohne das rechtskr\u00e4ftige Urteil w\u00e4re H\u00f6gel als Zeuge gegen seine Vorgesetzten wertlos. Er k\u00f6nnte seine Aussage verweigern, um sich nicht selbst weiter zu belasten. Mit einem Urteil steht ihm dieses Recht nicht zu.<\/p>\n<p>Niels H\u00f6gel hatte zwischen 2000 und 2005 in Kliniken in Oldenburg und Delmenhorst mindestens 85 Patienten ermordet. In weiteren 15 F\u00e4llen wurde er aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Laut Feststellung des Gerichts vergiftete er seine Patienten mit Medikamenten, die zum Herzstillstand f\u00fchrten, um sie anschlie\u00dfend reanimieren zu k\u00f6nnen. So wollte er vor Kollegen als kompetenter Retter gl\u00e4nzen. Wegen sechs weiterer Taten war er bereits in fr\u00fcheren Prozessen verurteilt worden.<\/p>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Ex-Krankenpfleger Niels H\u00f6gel sitzt wegen 85 Morden lebensl\u00e4nglich hinter Gittern. Nun sollen sich auch seine fr\u00fcheren Vorgesetzten verantworten. Laut der Anklage haben sie ihn weiter t\u00f6ten lassen, um das Ansehen ihrer Klinik zu sch\u00fctzen. Oldenburg (epd). Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hat f\u00fcnf ehemalige Vorgesetzte des wegen 85-fachen Mordes verurteilten fr\u00fcheren Krankenpflegers Niels H\u00f6gel angeklagt. Den Besch\u00e4ftigten des Klinikums Oldenburg werde Totschlag durch Unterlassen vorgeworfen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Trotz deutlicher Hinweise h\u00e4tten sie H\u00f6gel bei den Morden an Patienten nicht gestoppt. Am Nachmittag best\u00e4tigte das Klinikum auf Nachfrage, dass zwei der Angeklagten mit&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"false","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[43],"tags":[44],"class_list":["post-12921","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kirche-oldenburg","tag-kirche-oldenburg"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12921","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12921"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12921\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12921"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12921"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12921"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}