{"id":12923,"date":"2019-09-24T09:55:00","date_gmt":"2019-09-24T07:55:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/theologe-laender-sollen-religionsunterricht-fuer-minderheiten-staerken\/"},"modified":"2019-09-24T09:55:00","modified_gmt":"2019-09-24T07:55:00","slug":"theologe-laender-sollen-religionsunterricht-fuer-minderheiten-staerken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/theologe-laender-sollen-religionsunterricht-fuer-minderheiten-staerken\/","title":{"rendered":"Theologe: L\u00e4nder sollen Religionsunterricht f\u00fcr Minderheiten st\u00e4rken"},"content":{"rendered":"<p>(epd). Die Bundesl\u00e4nder sollten bei der k\u00fcnftigen Gestaltung des Religionsunterrichts in Schulen nach Auffassung des evangelischen Theologen Andreas Kubik-Boltres die Minderheiten st\u00e4rken. Er halte es f\u00fcr sinnvoll, den j\u00fcdischen und islamischen Religionsunterricht sowie den Weltanschauungsunterricht f\u00fcr Humanisten weiter auszubauen, sagte Kubik-Boltres in einem Gespr\u00e4ch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Bis eine Kooperation mit dem christlichen Religionsunterricht, wie sie derzeit in einigen Kreisen bereits diskutiert werde, wirklich auf Augenh\u00f6he m\u00f6glich sei, k\u00f6nnten noch 20 Jahre ins Land gehen: \u00abInterreligi\u00f6se Kooperation ist ein interessantes Modell, hat aber die Tendenz, die Kleinen unterzubuttern.\u00bb<\/p>\n<p>Minderheiten sollten sich zun\u00e4chst mit ihrem eigenen Unterricht etablieren d\u00fcrfen und nicht innerhalb dieses Prozesses von den Christen vereinnahmt werden, sagte der Professor f\u00fcr evangelische Religionsp\u00e4dagogik an der Universit\u00e4t Osnabr\u00fcck. Am Wochenende hatten sich dort w\u00e4hrend einer Tagung j\u00fcdische, muslimische und christliche Theologen, Vertreter humanistischer Verb\u00e4nde sowie Juristen \u00fcber die Zukunft religi\u00f6ser Bildung an \u00f6ffentlichen Schulen ausgetauscht.<\/p>\n<p>Christen f\u00fchrten als Vorbild gerne den gemeinsamen Unterricht f\u00fcr katholische und evangelische Sch\u00fcler an, der an vielen Schulen erfolgreich praktiziert werde, sagte Kubik-Boltres. F\u00fcr Kooperationen spreche zudem, dass die Zahl der Kinder j\u00fcdischen und muslimischen Glaubens und derer humanistischer Weltanschauung f\u00fcr einen eigenen Unterricht oft nicht ausreiche.<\/p>\n<p>Dennoch sollten Katholiken und Protestanten sensibler mit den \u00c4ngsten der kleineren Weltanschauungsgruppen umgehen und ihnen nicht die Begeisterung \u00fcber erfolgreich laufende eigene Kooperationsmodelle \u00fcberst\u00fclpen. Zudem seien Schulen schon jetzt kreativ im Umgang mit religi\u00f6ser Vielfalt und praktizierten etwa in Absprache mit j\u00fcdischen und muslimischen Gemeinden vor Ort gemischt-religi\u00f6sen Unterricht.<\/p>\n<p>Vor allem die Humanisten f\u00fchlen sich laut Kubik-Boltres benachteiligt. Nach dem Grundgesetz h\u00e4tten sie ebenso wie Muslime und Juden das Recht auf einen eigenen weltanschaulichen Unterricht. Mit dem sogenannten Ersatzfach \u00abWerte und Normen\u00bb k\u00f6nnten sie sich nicht identifizieren, weil sie dessen Inhalte nicht mitbestimmen k\u00f6nnten. Lediglich an einigen Schulen in Berlin werde das Fach \u00abHumanistische Lebenskunde\u00bb angeboten. Eine andere Gruppe der Humanisten fordere die Abschaffung jeglichen Religionsunterrichts zugunsten eines allgemeinen Faches \u00abEthik\u00bb, was jedoch mit dem Grundgesetz nicht vereinbar w\u00e4re.<\/p>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(epd). 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