{"id":12975,"date":"2019-10-04T08:47:00","date_gmt":"2019-10-04T06:47:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/experte-landwirtschaft-muss-klimawandel-als-chance-verstehen\/"},"modified":"2019-10-04T08:47:00","modified_gmt":"2019-10-04T06:47:00","slug":"experte-landwirtschaft-muss-klimawandel-als-chance-verstehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/experte-landwirtschaft-muss-klimawandel-als-chance-verstehen\/","title":{"rendered":"Experte: Landwirtschaft muss Klimawandel als Chance verstehen"},"content":{"rendered":"<p>Oldenburg (epd). Die landwirtschaftlichen Betriebe sollten nach Ansicht des Klimabeauftragten der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Ansgar Lasar, den Klimawandel als Chance begreifen. \u00abLandwirte k\u00f6nnen jedes Jahr von neuem \u00fcberlegen, welche Fr\u00fcchte sie wo und wann anbauen\u00bb, sagte er in Oldenburg im Gespr\u00e4ch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd): \u00abBauern haben sich schon immer den ver\u00e4ndernden Bedingungen der Witterung angepasst. Es gilt offen zu sein f\u00fcr neue Ideen.\u00bb<\/p>\n<p>Die langfristigen Klimaprojektionen deuten Lasar zufolge auf l\u00e4ngere Vegetationsphasen hin. \u00abDas hei\u00dft, dass wir bis zu zwei Ernten pro Jahr auf einem Feld einbringen k\u00f6nnen.\u00bb Nach der Ernte des Wintergetreides k\u00f6nnte eine Zwischenfrucht angebaut und im Fr\u00fchjahr als Tierfutter geerntet werden. Anschlie\u00dfend k\u00f6nne beispielsweise Mais ausges\u00e4t werden, um nach dessen Ernte im Herbst schon wieder die n\u00e4chste Frucht anzubauen.<\/p>\n<p>Wegen der w\u00e4rmeren Witterung sei es weiter sinnvoll, \u00fcber den Anbau von w\u00e4rmeliebenden Kulturen wie etwa Sojabohnen nachzudenken, die als Tierfutter hochbegehrt seien und bisher importiert werden m\u00fcssten. Denkbar sei auch der Anbau der S\u00fc\u00dfkartoffel, die in Deutschland immer mehr Liebhaber finde.<\/p>\n<p>Echte Probleme seien dagegen bei der Wasserversorgung der Felder zu erwarten, sagte Lasar. \u00abDie Klimaberechnungen sagen \u00fcber das gesamte Jahr mehr Regen voraus. Aber leider zu viel auf einmal und nicht dort, wo es ben\u00f6tigt wird.\u00bb Au\u00dferdem sei im Winter mehr Regen als im Sommer zu erwarten, wenn die Pflanzen den gr\u00f6\u00dften Wasserbedarf haben. Darum m\u00fcssten f\u00fcr die hei\u00dfe Jahreszeit gro\u00dfe Wasserreserven angelegt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp; Gefragt sei ein \u00fcbergreifendes Wassermanagement, erl\u00e4uterte der Experte. \u00dcberschwemmungsgebiete sollten ausgewiesen werden, in die bei Starkregenf\u00e4llen das kostbare S\u00fc\u00dfwasser geleitet und wo auch das \u00fcbersch\u00fcssige Regenwasser aus dem Winter aufgefangen werden k\u00f6nne. Dort w\u00fcrde es in das Grundwasser versickern und so im Boden gespeichert bleiben.<\/p>\n<p>Das Grundwasser sei &#8211; sehr vereinfacht &#8211; ein unterirdisches zusammenh\u00e4ngendes Gew\u00e4sser, verdeutlichte Lasar. Wasser, das an einer Stelle ins Grundwasser versickere, k\u00f6nne in einigen Kilometern Entfernung f\u00fcr die Bew\u00e4sserung der Felder wieder genutzt werden. Die Eigent\u00fcmer solcher \u00dcberschwemmungsgebiete m\u00fcssten von der Gesellschaft entsch\u00e4digt werden.<\/p>\n<p>Bislang werde viel Regenwasser \u00fcber Entw\u00e4sserungskan\u00e4le in die Nordsee geleitet. \u00abDoch jeder Tropfen S\u00fc\u00dfwasser, der in die salzige Nordsee gelangt, ist f\u00fcr die Landwirtschaft unwiederbringlich verloren\u00bb, unterstrich Lasar. \u00abDie Landwirte sind in der Lage, mit dem Klimawandel umzugehen und die Ertr\u00e4ge zu sichern.\u00bb Zwar gebe es manche Herausforderung. \u00abAber mit der n\u00f6tigen Unterst\u00fctzung kriegen wir das hin\u00bb.<\/p>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oldenburg (epd). 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