{"id":13069,"date":"2019-10-30T10:07:44","date_gmt":"2019-10-30T09:07:44","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/eine-lebensschule-das-evangelische-bildungszentrum-hermannsburg-feiert-100-jubilaeum\/"},"modified":"2019-10-30T10:07:44","modified_gmt":"2019-10-30T09:07:44","slug":"eine-lebensschule-das-evangelische-bildungszentrum-hermannsburg-feiert-100-jubilaeum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/eine-lebensschule-das-evangelische-bildungszentrum-hermannsburg-feiert-100-jubilaeum\/","title":{"rendered":"Eine \u00abLebensschule\u00bb &#8211; Das Evangelische Bildungszentrum Hermannsburg feiert 100. Jubil\u00e4um"},"content":{"rendered":"<p>Vor hundert Jahren schwappte aus Skandinavien die Volkshochschulbewegung nach Deutschland. Im Heideort Hermannsburg gr\u00fcndeten Christen eine Heimvolkshochschule, die heute die bundesweit \u00e4lteste ist.<\/p>\n<p>Hermannsburg\/ Kr. Celle (epd). Als Hanna Meyer 1961 nach Hermannsburg kam, wurden junge Frauen und M\u00e4nner noch getrennt unterrichtet &#8211; die einen im Sommer, die anderen im Winter. \u00abZu Omas Zeiten wurden auch die alten Webst\u00fchle noch regelm\u00e4\u00dfig genutzt, die wir w\u00e4hrend meines Kurses als \u00dcberbleibsel der Vergangenheit besichtigt haben\u00bb, sagt Meyers Enkelin, Sarah Drewes. Die 20-J\u00e4hrige hat k\u00fcrzlich den \u00abWinterkurs\u00bb am Evangelischen Bildungszentrum in dem Heideort abgeschlossen, wie in fr\u00fcheren Zeiten schon ihre Gro\u00dfmutter und sp\u00e4ter ihre Mutter. Und doch blicken die Drewes nur auf einen Teil der Geschichte der Heimvolkshochschule, die am ersten Novemberwochenende ihr 100. Jubil\u00e4um feiert.<\/p>\n<p>Angeregt durch den d\u00e4nischen P\u00e4dagogen Nikolai Frederik Severin Grundtvig (1783-1872) brach nach dem Ersten Weltkrieg auch in Deutschland eine Bewegung auf. Unabh\u00e4ngig vom Staat wollte sie Volksbildung betreiben. In Hermannsburg gab der damalige Missionsdirektor Georg Haccius (1847-1926) den Ansto\u00df. \u00abJe mehr nun in Deutschland die Selbstverwaltung und die Demokratisierung zunimmt, desto wichtiger ist es, dass wir unsere l\u00e4ndliche Bev\u00f6lkerung zur Mitarbeit heranbilden und erziehen\u00bb, war seine \u00dcberzeugung. Auf Basis des christlichen Glaubens lutherischer Pr\u00e4gung gr\u00fcndete er die Heimvolkshochschule.<\/p>\n<p>Heute ist sie nach Angaben ihres Leiters, Stephan Haase, die \u00e4lteste unter den 23 Heimvolkshochschulen in Deutschland. Wie eine klassische Volkshochschule bietet sie eine Vielfalt von rund 300 Seminaren im Jahr zwischen Paddel-Wochenenden f\u00fcr V\u00e4ter und Kinder \u00fcber Malkurse bis zur Auseinandersetzung \u00fcber religi\u00f6se und politische Fragen. In Hermannsburg k\u00f6nnen bis zu 140 Menschen dabei abseits von ihrem Alltag \u00fcbernachten. In dem ruhig gelegenen Ort gebe es wenig Ablenkungen, sagt Haase. Das w\u00fcssten die G\u00e4ste zu sch\u00e4tzen: \u00abMan begegnet sich hier wirklich.\u00bb<\/p>\n<p>Mit Neuerungen wie einer Lehrk\u00fcche, in der die Teilnehmer selbst \u00f6kologisch und mit regionalen Zutaten kochen k\u00f6nnen, versuche das Haus nahe an Themen zu bleiben, die die Menschen bewegten, sagt Haase. Sogenannte \u00ablange Kurse\u00bb von mehreren Monaten, mit denen die Bildungsarbeit in Hermannsburg begonnen hat, gibt es bis heute. \u00abMoving times\u00bb nennt sich das laut Haase bundesweit einzigartige f\u00fcnfmonatige Angebot f\u00fcr junge Erwachsene.<\/p>\n<p>In ihren Urspr\u00fcngen unterrichtete die Schule jeweils im Winter vor allem Landwirte und andere junge Erwachsene vom Land in mehrw\u00f6chigen Kursen. Ab 1922 wurden auch Frauen aufgenommen, zun\u00e4chst in eigenen Kursen im Sommer. W\u00e4hrend der NS-Zeit musste die Heimvolkshochschule schlie\u00dfen, aus wirtschaftlichen Gr\u00fcnden, wie es hie\u00df und wegen politischer Einschr\u00e4nkungen.<\/p>\n<p>Als der Betrieb 1946 neu startete, war der Bedarf gro\u00df, sagt Albrecht Schack, der bis 1999 vier Jahrzehnte lang an der Heimvolkshochschule unterrichtete. Fl\u00fcchtlinge waren ins Land gestr\u00f6mt, der Krieg hatte L\u00fccken in Schullaufbahnen und Ausbildungen gerissen. Zwar habe die Aufarbeitung der Vergangenheit zun\u00e4chst wohl nicht den Stellenwert gehabt, den man heute erwarten w\u00fcrde. Doch an den Grundgedanken, demokratisches Denken und Mitwirken zu vermitteln und eine christliche \u00abLebensschule\u00bb zu sein, kn\u00fcpften die sp\u00e4teren Generationen an.<\/p>\n<p>Eines ist dabei nach Sarah Drewes Erfahrung und schon der ihrer Mutter und Gro\u00dfmutter geblieben. Alle drei h\u00e4tten Selbstbewusstsein gewonnen und die Weichen f\u00fcr ihr weiteres Leben gestellt. \u00abIch konnte einen etwas distanzierteren Blick auf mich, meine Entscheidungen und mein Leben an sich werfen\u00bb, sagt Sarah Drewes. \u00abDas alles vermittelt der Winterkurs anscheinend \u00fcber all die Zeit, auch wenn er sich ver\u00e4ndert.\u00bb<\/p>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor hundert Jahren schwappte aus Skandinavien die Volkshochschulbewegung nach Deutschland. Im Heideort Hermannsburg gr\u00fcndeten Christen eine Heimvolkshochschule, die heute die bundesweit \u00e4lteste ist. Hermannsburg\/ Kr. Celle (epd). 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