{"id":13085,"date":"2019-10-31T09:05:00","date_gmt":"2019-10-31T08:05:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/reformationstag-evangelische-bischoefe-verurteilen-ausgrenzung\/"},"modified":"2019-10-31T09:05:00","modified_gmt":"2019-10-31T08:05:00","slug":"reformationstag-evangelische-bischoefe-verurteilen-ausgrenzung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/reformationstag-evangelische-bischoefe-verurteilen-ausgrenzung\/","title":{"rendered":"Reformationstag: Evangelische Bisch\u00f6fe verurteilen Ausgrenzung"},"content":{"rendered":"<p>Aufrufe zu Toleranz bestimmten die Predigten zum Reformationstag in diesem Jahr. Die leitenden Theologen in Niedersachsen wandten sich gegen jede Form von Antisemitismus.<\/p>\n<p>Hannover\/Oldenburg (epd). Bei den Feiern am Reformationstag in Niedersachsen haben evangelische Theologen zu mehr Toleranz und Verst\u00e4ndigung in der Gesellschaft aufgefordert. Der Bischof der hannoverschen Landeskirche, Ralf Meister, sagte: \u00abWir leben in Zeiten, in denen Rassismus, Antisemitismus und Fremdenhass wieder laut werden.\u00bb Sie seien auch nicht \u00abin der Mitte angekommen\u00bb, wie es nach dem antisemitischen Anschlag in Halle gehei\u00dfen habe: \u00abSie waren nie weg. Und sie kommen wieder an die Oberfl\u00e4che und rei\u00dfen andere in ihre Dummheit und ihren Wahn\u00bb, warnte der Bischof der gr\u00f6\u00dften deutschen Landeskirche in der Marktkirche in Hannover.<\/p>\n<p>Auch der Oldenburger Bischof Thomas Adomeit wandte sich gegen Antisemitismus. Es erf\u00fclle ihn mit Wut und Traurigkeit, dass j\u00fcdische Geschwister Angst um Leib und Leben haben m\u00fcssten, \u00abweil sie sich zu ihrem Glauben bekennen und zum Gebet versammeln\u00bb, sagte er in einem Radiogottesdienst aus der Stadtkirche in Jever. Es zeige, dass es noch viel zu tun gebe, um dem Anspruch, eine freie und offene Gesellschaft zu sein, n\u00e4herzukommen.<\/p>\n<p>Der Kirchenhistoriker Christoph Markschies ermutigte dazu, biblische Worte nicht nur anzuh\u00f6ren, sondern auch danach zu handeln. Bestimmte biblische S\u00e4tze m\u00fcssten \u00f6ffentlich wiederholt werden, \u00abum gegen Unrecht, Ungerechtigkeit und Unfrieden Widerstand zu leisten\u00bb, sagte der Professor f\u00fcr \u00c4ltere Kirchengeschichte an der Berliner Humboldt-Universit\u00e4t im Braunschweiger Dom und f\u00fcgte hinzu: \u00abWenige Tage, nachdem viele Menschen in einem Bundesland eine rechtsextreme Partei gew\u00e4hlt haben und wenige Wochen nachdem eine Synagoge ohne jeden Polizeischutz fast zum Opfer eines antisemitischen Massenm\u00f6rders geworden w\u00e4re, muss ich dar\u00fcber wenige Worte machen.\u00bb<\/p>\n<p>Der braunschweigische Landesbischof Christoph Meyns rief zu Gottvertrauen, Gelassenheit und Dankbarkeit auf. \u00abAuf dieser spirituellen Grundlage w\u00e4chst in uns die F\u00e4higkeit, \u00fcber den Tellerrand der eigenen Befindlichkeiten hinaus zu sehen und auf das zu schauen, was andere Menschen von uns brauchen\u00bb, sagte er im Dom zu K\u00f6nigslutter. Wer sich um sich selbst keine Sorgen mache, m\u00fcsse auch nicht \u00e4ngstlich um sich kreisen. So werde der Mensch f\u00e4hig, andere zu lieben.<\/p>\n<p>Der Reformationstag erinnert an die Ver\u00f6ffentlichung der 95 Thesen gegen Missst\u00e4nde in der mittelalterlichen Kirche durch Martin Luther (1483-1546) am 31. Oktober 1517. Luther soll sie der \u00dcberlieferung zufolge an die T\u00fcr der Wittenberger Schlosskirche angebracht haben. Seine Thesen l\u00f6sten die Reformation aus, die die Spaltung in evangelische und katholische Kirche zur Folge hatte.<\/p>\n<p>In Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein ist der 31. Oktober in diesem Jahr zum zweiten Mal ein regul\u00e4rer Feiertag. Die Parlamente der vier L\u00e4nder wollten damit ein Ungleichgewicht gegen\u00fcber den s\u00fcddeutschen L\u00e4ndern beseitigen, die zum Teil erheblich mehr Feiertage haben.<\/p>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aufrufe zu Toleranz bestimmten die Predigten zum Reformationstag in diesem Jahr. Die leitenden Theologen in Niedersachsen wandten sich gegen jede Form von Antisemitismus. Hannover\/Oldenburg (epd). Bei den Feiern am Reformationstag in Niedersachsen haben evangelische Theologen zu mehr Toleranz und Verst\u00e4ndigung in der Gesellschaft aufgefordert. Der Bischof der hannoverschen Landeskirche, Ralf Meister, sagte: \u00abWir leben in Zeiten, in denen Rassismus, Antisemitismus und Fremdenhass wieder laut werden.\u00bb Sie seien auch nicht \u00abin der Mitte angekommen\u00bb, wie es nach dem antisemitischen Anschlag in Halle gehei\u00dfen habe: \u00abSie waren nie weg. 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