{"id":13097,"date":"2019-11-01T11:37:08","date_gmt":"2019-11-01T10:37:08","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/gemeinsam-statt-getrennt\/"},"modified":"2019-11-01T11:37:08","modified_gmt":"2019-11-01T10:37:08","slug":"gemeinsam-statt-getrennt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/gemeinsam-statt-getrennt\/","title":{"rendered":"Gemeinsam statt getrennt"},"content":{"rendered":"<p>Zum zweiten Mal hatte die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Niedersachsen (ACKN) anl\u00e4sslich des Reformationstages (31. Oktober) zu einer zentralen \u00f6kumenischen Veranstaltung im Oldenburger Land eingeladen. Im Mittelpunkt standen nicht die gro\u00dfen Kirchen des Oldenburger Landes, sondern mit den Baptisten und der Neuapostolischen Kirche (NAK) zwei kleine Religionsgemeinschaften. Die Veranstaltung in der St. Josef Kirche in Cloppenburg, zu der \u00fcber 300 Zuh\u00f6rerinnen und Zuh\u00f6rer &#8211; unter ihnen aus Delmenhorst auch Julius Dr. Hanna Ayd\u0131n, Erzbischof der syrisch-orthodoxen Kirche in Deutschland &#8211; kamen, erwies sich als eine hochinteressante Lehrstunde \u00fcber die Vielfalt der Religionen.<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;<br \/> Unter Moderation der ev.-luth. Pfarrerin Sabine Spieker-Lauh\u00f6fer aus Oldenburg und Dr. Gabriele Lachner von der ACKN stellten der Oldenburger Pastor Martin Seydlitz von der Ev.- freikirchlichen Gemeinde (Baptisten) und Apostel Dirk Schulz von der NAK aus Hamburg Glaubensinhalte und Strukturen ihrer Kirchen vor. Zur musikalischen Unterst\u00fctzung hatten beide Ch\u00f6re ihrer Gemeinden mitgebracht, die Orgel spielte Nikolas B\u00e4umer.<\/p>\n<p>Die Neuapostolische Kirche geh\u00f6rt seit diesem Jahr der ACKN an und beteiligt sich seitdem am \u00f6kumenischen Austausch. Die vielen Nachfragen der Zuh\u00f6renden zeigten das gro\u00dfe Interesse an den ihnen unbekannten Kirchen. Auch Seydlitz und Schulz mussten immer wieder erstaunt einr\u00e4umen, wie wenig sie \u00fcber die jeweils andere Kirche wussten.<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;<br \/> Wer h\u00e4tte noch vor f\u00fcnf Jahren gedacht, dass eine solche Veranstaltung zum Reformationsfest in einer katholischen Kirche stattfinden k\u00f6nne, fragte Thomas Adomeit, Bischof der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg, in seiner Begr\u00fc\u00dfung. Die Reformation sei f\u00fcr eine gemeinsame Kirche ein gro\u00dfer Stolperstein gewesen. \u201eHeute aber k\u00f6nnen wir uns austauschen und voneinander lernen\u201c, freute er sich. \u201eHeute k\u00f6nnen wir die Zukunft gestalten \u2013 gemeinsam statt getrennt.\u201c<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> Der Abend widmete sich der Suche nach der Wahrheit. Vor gut 500 Jahren h\u00e4tte sich die Kirche an vielen Wahrheitsfragen entzweit, sagten Spieker-Lauh\u00f6fer und Lachner. Gestritten wurde nicht nur \u00fcber den Ablass, sondern auch dar\u00fcber, wie Jesus in Brot und Wein gegenw\u00e4rtig sei, ob man dem Gewissen mehr folgen m\u00fcsse als dem Wort kirchlicher W\u00fcrdentr\u00e4ger oder ob man mehr gute Werke tun m\u00fcsse oder Gottes Gnade allein reiche. Ihre Gespr\u00e4chspartner Pastor Seydlitz und Apostel Schulz &#8211; im Rang ist er einem Bischof vergleichbar, baten sie, diese Punkte aus Sicht ihrer Kirche zu erkl\u00e4ren.<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> \u201eWir sind ein ganz buntes V\u00f6lkchen\u201c, beschrieb Seydlitz seine ca. 500-k\u00f6pfige Gemeinde. \u201eUnd wir streiten gerne\u201c. Seine Kirche kenne keine Hierarchie und kaum Amtsstrukturen. Baptisten h\u00e4tten keine Bekenntnisse, die f\u00fcr alle g\u00fcltig seien. Jede Gemeinde k\u00f6nne auch Grundsatzentscheidungen wie die Anerkennung anderer Taufen, den Umgang mit Homosexuellen, die Stellung der Frau oder Fragen der Mitgliedschaft eigenst\u00e4ndig kl\u00e4ren. Grundlage sei nur die Bibel. \u201eBaptisten denken auf Ortsebene, nicht auf Weltebene.\u201c Seine Kirche sei konservativ, aber \u00f6kumenefreundlich, sagte er.<\/p>\n<p>Zum Evangelium bekenne sich auch die Neuapostolische Kirche, erz\u00e4hlte Schulz. In Deutschland habe sie ca. 330.000 Mitglieder, ihre Struktur sei streng hierarchisch, aber \u00fcberwiegend ehrenamtlich strukturiert. Neuapostolen glauben an die baldige Wiederkehr Christi und daran, dass auch noch Verstorbene Sakramente wie z.B. die Taufe empfangen k\u00f6nnen.<br \/> &nbsp;&nbsp; &nbsp;<br \/> In der anschlie\u00dfenden Andacht erl\u00e4uterte Weihbischof Wilfried Theising sein Wahrheitsverst\u00e4ndnis. Wahrheit sei kein abstrakter Gedanke, sondern mit Jesus eine Person. In der Eucharistie begegne er immer wieder Jesus Christus als Geschenk Gottes. Es freue ihn in der \u00d6kumene, wenn gesagt werden k\u00f6nne: Er ist unsere gemeinsame Wahrheit: Jesus Christus.<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> Bei aller Verschiedenheit gebe es eine gemeinsame Grundlage, fasste Gabriele Lachner den Abend zusammen. Alle verbinde das Ziel, Gottes Wort in der Welt gro\u00df und vernehmbar zu machen. \u201eGott ist die Liebe und wir alle seine Kinder. Die Sch\u00f6pfung ist seine Sch\u00f6pfung und er schaut voller Barmherzigkeit auf seine Gesch\u00f6pfe. Diese Wahrheit lasst uns nicht verdunkeln mit unserem Kleinklein, sondern zum Leuchten bringen\u201c, forderte auch Spieker\u2013Lauh\u00f6fer die Zuh\u00f6renden auf.<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> <em>Ein Beitrag von Dr. Ludger Heuer<\/em>.<\/p>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum zweiten Mal hatte die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Niedersachsen (ACKN) anl\u00e4sslich des Reformationstages (31. Oktober) zu einer zentralen \u00f6kumenischen Veranstaltung im Oldenburger Land eingeladen. Im Mittelpunkt standen nicht die gro\u00dfen Kirchen des Oldenburger Landes, sondern mit den Baptisten und der Neuapostolischen Kirche (NAK) zwei kleine Religionsgemeinschaften. 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