{"id":13189,"date":"2019-11-21T10:11:00","date_gmt":"2019-11-21T09:11:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/digitalisierung-experte-sieht-bei-kirchen-grossen-nachholbedarf\/"},"modified":"2019-11-21T10:11:00","modified_gmt":"2019-11-21T09:11:00","slug":"digitalisierung-experte-sieht-bei-kirchen-grossen-nachholbedarf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/digitalisierung-experte-sieht-bei-kirchen-grossen-nachholbedarf\/","title":{"rendered":"Digitalisierung: Experte sieht bei Kirchen gro\u00dfen Nachholbedarf"},"content":{"rendered":"<p>Emden (epd). Die Kirchen in Deutschland m\u00fcssen nach Auffassung des Theologen und Medienp\u00e4dagogen Roland Rosenstock (53) bei den Themen digitale Bildung und Kommunikation massiv aufholen. \u00abDigitale Kompetenzen sind Kern- und Lebenskompetenzen\u00bb, sagte der Professor f\u00fcr praktische Theologie an der Universit\u00e4t Greifswald am Donnerstag zum Auftakt der zweit\u00e4gigen Synode der Evangelisch-reformierten Kirche in Emden. Wenn sich die Kirche abh\u00e4ngen lasse, k\u00f6nne sie gesellschaftlich nicht mitgestalten. Die Digitalisierung in der Kirche war Schwerpunkt der Synodentagung am Donnerstag.<\/p>\n<p>\u00abAlgorithmen, die jetzt programmiert werden, bestimmen morgen unseren Alltag\u00bb, sagte Rosenstock, betonte aber auch: \u00abAlgorithmen sind kein Hexenwerk, sondern folgen demokratischen Vorgaben.\u00bb Diese Normen unter anderem aus ethischer Sicht zu gestalten, sei eine Herausforderung auch f\u00fcr die Kirchen.<\/p>\n<p>Wie dringlich das Thema ist, verdeutlichte Rosenstock im Zusammenhang mit den Pl\u00e4nen der Bundesregierung. Ihr Ziel ist es, dass alle staatlichen Verwaltungsleistungen bis 2022 digital verf\u00fcgbar sind. Dann werde es m\u00f6glich sein, digital aus der Kirche auszutreten, f\u00fchrte der Medienp\u00e4dagoge aus. \u00abDie Herausforderung ist dann, dass Menschen ab 2022 auch digital in die Kirche eintreten k\u00f6nnen.\u00bb<\/p>\n<p>J\u00fcngere Menschen k\u00f6nnten vielfach nur noch \u00fcber digitale Wege erreicht werden. So seien es nicht mehr die klassischen Nachrichtenkan\u00e4le, \u00fcber die sich Jugendliche ihre Meinung bildeten: \u00abInstagram ist das News-Medium der Generation, die zwischen 1997 und 2012 geboren wurde.\u00bb Es seien auch nicht mehr Diakone und Fu\u00dfballtrainer, die heute die Sozialisation der Kinder begleiteten, sondern Youtuber wie Bibi und Gronkh.<\/p>\n<p>In Kirche und Gesellschaft f\u00fchlten sich viele Menschen im Umgang mit dem Digitalen \u00fcberfordert, sagte Rosenstock dem epd. Deshalb m\u00fcsse es mehr als bisher um Bildung in diesem Bereich gehen. \u00abWir brauchen eine digitale Lesef\u00e4higkeit\u00bb, bekr\u00e4ftige der Wissenschaftler im Gespr\u00e4ch mit dem epd. In der Kirche werde in diesem Zusammenhang aber meist \u00fcber Verwaltung und Verk\u00fcndigung nachgedacht.<\/p>\n<p>Die Kirchen haben Rosenstock zufolge den theologischen Auftrag, Beteiligung zu erm\u00f6glichen, auch, um der digitalen Spaltung in der Gesellschaft zu begegnen. Dies k\u00f6nne in den Gemeinden beispielsweise mit Kursen oder der Bereitstellung von Infrastruktur f\u00fcr \u00c4ltere geschehen: \u00abDie wichtigste W\u00e4hrung im digitalen Wandel ist Vertrauen. Da haben die Kirchen einen gro\u00dfen Vorschuss.\u00bb<\/p>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Emden (epd). Die Kirchen in Deutschland m\u00fcssen nach Auffassung des Theologen und Medienp\u00e4dagogen Roland Rosenstock (53) bei den Themen digitale Bildung und Kommunikation massiv aufholen. \u00abDigitale Kompetenzen sind Kern- und Lebenskompetenzen\u00bb, sagte der Professor f\u00fcr praktische Theologie an der Universit\u00e4t Greifswald am Donnerstag zum Auftakt der zweit\u00e4gigen Synode der Evangelisch-reformierten Kirche in Emden. Wenn sich die Kirche abh\u00e4ngen lasse, k\u00f6nne sie gesellschaftlich nicht mitgestalten. 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