{"id":13273,"date":"2019-12-06T11:17:10","date_gmt":"2019-12-06T10:17:10","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/verabschiedung-mit-einem-ueberraschungsgast\/"},"modified":"2019-12-06T11:17:10","modified_gmt":"2019-12-06T10:17:10","slug":"verabschiedung-mit-einem-ueberraschungsgast","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/verabschiedung-mit-einem-ueberraschungsgast\/","title":{"rendered":"Verabschiedung mit einem \u00dcberraschungsgast"},"content":{"rendered":"<p>Die \u00dcberraschung war perfekt, als bei der Verabschiedung in den Ruhestand von Pfarrer Wilfried Scheuer am ersten Adventssonntag in der Visbeker Emmauskirche Bischof Heinrich Timmerevers aus Dresden mit in die Kirche einzog. Beide&nbsp; waren lange Jahre in Visbek als Gemeindepfarrer t\u00e4tig, bevor Heinrich Timmerevers zun\u00e4chst bisch\u00f6flicher Offizial in Vechta wurde und 2016 zum Bischof des Bistums Dresden Mei\u00dfen ernannt wurde.<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> Fast 34 Jahre war Wilfried Scheuer Pfarrer in Visbek und in allen Ansprachen und Gru\u00dfworten kam die gro\u00dfe Wertsch\u00e4tzung und der Respekt f\u00fcr das, was der 64j\u00e4hrige in Visbek geleistet hat, zum Ausdruck. Bevor er ihn offiziell mit Urkunde in den Ruhestand versetzte, w\u00fcrdigte Bischof Adomeit noch einmal Scheuers Wirken in Visbek. Er beschrieb ihn als einen freundlichen und den Menschen zugewandten Pfarrer, der mit \u201eleisen T\u00f6nen\u201c, aber konsequenter Beharrlichkeit seine Gemeinde gestaltet habe. Im Zentrum seines Tuns habe immer Gottes Wort und seine Verk\u00fcndigung gestanden, was die Menschen gesp\u00fcrt h\u00e4tten.<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> Adomeit erinnerte noch einmal an den Werdegang von Wilfried Scheuer, der zun\u00e4chst so gar nichts mit dem Pfarrberuf zu tun hatte: Geboren in Wilhelmshaven, machte er zun\u00e4chst eine Ausbildung zum Steuerberaterfachgehilfen. Doch eine ehrenamtliche Ausbildung zum Lektor \u00e4nderte seinen Lebensweg. \u201eBei der Lektorenausbildung habe ich f\u00fcr die Kirche Feuer gefangen\u201c, beschreibt er seine Wandlung und studierte daraufhin Theologie in Wuppertal und G\u00f6ttingen. Sein Vikariat machte er in Wildeshausen und bei einer Suchtberatungsstelle in Oldenburg und der Suchtklinik der Diakonie in Ahlhorn. Anfang 1986 \u00fcbernahm er dann die Predigtstellen in Visbek und Langf\u00f6rden mit damals 1000 Gemeindegliedern, die heute auf 1900 angewachsen sind. In seine lange Zeit in Visbek und Langf\u00f6rden fallen viele Ereignisse, die die Gemeinde voran gebracht haben: Der Neubau der Emmauskirche in den 1990ger Jahren, die \u00dcberf\u00fchrung der alten Bartningschen Kirche nach Litauen, die Freundschaft zur ev. Kirche in Litauen, der Bau einer Friedhofskapelle auf dem Visbeker Friedhof, die Gr\u00fcndung der VILA Stiftung und vieles andere. Bei all diesen Ma\u00dfnahmen wirkte Wilfried Scheuer als \u201eSpiritus rector\u201c mit. Aber auch Langf\u00f6rden, der kleinere Teil der Gemeinde, lag ihm am Herzen: Hier begleitete er Bauma\u00dfnahmen wie den Bau des Glockenturmes und die Grundsanierung des Gemeindehauses. Besonders lag ihm genau wie in Visbek die Vertiefung des \u00f6kumenischen Dialogs am Herzen. So wird allen Langf\u00f6rdenern der Abend der 1000 Lichter in lebendiger Erinnerung bleiben, als mit einer Lichterprozession von der katholischen zur evangelischen Kirche gelebte \u00d6kumene praktiziert wurde. Ebenfalls wirkte er an der Gr\u00fcndung der \u00f6kumenischen Bibelgespr\u00e4che ma\u00dfgeblich mit.<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> Auch in Visbek war ihm in den 34 Jahren seines Wirkens die \u00d6kumene eine Herzensangelegenheit. Erinnert sei an das Evangelikar, das von 99 katholischen und evangelischen Christen geschrieben worden ist und seither im Rahmen eines besonderen Gottesdienstes j\u00e4hrlich zwischen der Emmaus-Kirche, der katholischen St.-Vitus-Kirche und der katholischen Kirche in Rechterfeld wechselt. Am Entstehen dieses Werkes waren in besonderem Ma\u00dfe die beiden Pfarrer Scheuer und Timmerevers beteiligt. Auch dieser tiefen \u00f6kumenischen Verbundenheit wegen hatte der Bischof von Dresden und Mei\u00dfen den weiten Weg auf sich genommen, um an der Verabschiedung teilzunehmen. In sehr pers\u00f6nlichen Worten dankte Heinrich Timmerevers Wilfried Scheuer f\u00fcr die langj\u00e4hrige fruchtbare Zusammenarbeit. Sie habe ihm im Gespr\u00e4ch mit seinem \u201eim Du verbundenen\u201c Amtsbruder neue Wege der \u00d6kumene aufgezeigt, ohne Trennendes zu verwischen. Im Andenken an diese f\u00fcr ihn fruchtbare Zeit der Zusammenarbeit stehe jetzt in seinem Amtszimmer in Dresden eine Miniatur des Kreuzes aus der Emmauskirche, das damals ein Geschenk an ihm war.<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> In seiner Predigt legte Pfarrer Wilfried Scheuer dann den Predigttext des ersten Adventsonntages aus dem R\u00f6merbrief des Apostels Paulus dahingehend aus, dass gerade die Adventszeit uns Christen dazu auffordere, Gottes Gesetz der N\u00e4chstenliebe zu praktizieren. Diese Botschaft im Trubel der Weihnachtsm\u00e4rkte und des Kaufrausches nicht zu vergessen und dem N\u00e4chsten mit seinen N\u00f6ten und Sorgen zugewandt zu bleiben, sei f\u00fcr uns Christen wichtiger denn je.<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> Bischof Adomeit dankte aber auch der Familie von Wilfried Scheuer, wisse er doch darum, dass das Leben in einem Pfarrhaus nie Privates von Beruflichem trennen k\u00f6nne und den Angeh\u00f6rigen oft viel abverlange. Er freue sich, dass Marlies Scheuer und die beiden Kinder Martin und Gesine immer an der Seite ihres Mannes und ihres Vaters gestanden h\u00e4tten und so zum Gelingen seiner Gemeindearbeit beigetragen haben.<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> Beim anschlie\u00dfenden Empfang im Saal Diekhaus setze sich der Reigen der anerkennenden und wertsch\u00e4tzenden Worte fort. B\u00fcrgermeister Meyer lobte die gute Zusammenarbeit mit der politischen Gemeinde. Man habe vieles auf den Weg gebracht, was ohne Pfarrer Scheuer mit seiner ruhigen und ausgleichenden Art nicht m\u00f6glich gewesen w\u00e4re. Pfarrer L\u00fccker von der katholischen Gemeinde erinnerte noch einmal an die \u00f6kumenischen Aktivit\u00e4ten. Doris Fangmann als Vorsitzende des Gemeindekirchenrates fasste alle Redebeitr\u00e4ge der Anerkennung und Wertsch\u00e4tzung zusammen mit der \u00dcbergabe eines Abschiedsgeschenkes in Form einer Stele, die Komponenten seines Tuns beinhaltet: Die Bibel, die Kirche und alles, was Pfarrer Wilfried Scheuer f\u00fcr Visbek und Langf\u00f6rden bewirkt hat.<br \/> Seine Nachfolger, das Pfarrerehepaar Hilgen-Frerichs, bisher in Bakum und Dinklage t\u00e4tig, werden ab 2020 seine Nachfolge antreten.<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> <em>Carsten Homann<\/em><\/p>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die \u00dcberraschung war perfekt, als bei der Verabschiedung in den Ruhestand von Pfarrer Wilfried Scheuer am ersten Adventssonntag in der Visbeker Emmauskirche Bischof Heinrich Timmerevers aus Dresden mit in die Kirche einzog. 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