{"id":13328,"date":"2019-12-17T10:42:00","date_gmt":"2019-12-17T09:42:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wenn-andere-feiern-mitarbeiter-aus-der-pflege-und-von-rettungsdiensten-sind-auch-weihnachten-im-dienst\/"},"modified":"2019-12-17T10:42:00","modified_gmt":"2019-12-17T09:42:00","slug":"wenn-andere-feiern-mitarbeiter-aus-der-pflege-und-von-rettungsdiensten-sind-auch-weihnachten-im-dienst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wenn-andere-feiern-mitarbeiter-aus-der-pflege-und-von-rettungsdiensten-sind-auch-weihnachten-im-dienst\/","title":{"rendered":"Wenn andere feiern &#8211; Mitarbeiter aus der Pflege und von Rettungsdiensten sind auch Weihnachten im Dienst"},"content":{"rendered":"<p>Emden (epd). Die Kerzen am Adventskranz verbreiten ein mildes Licht, auch wenn es aus Brandschutzgr\u00fcnden Elektrokerzen sind. Nach ihrer Arbeit pflegen die Frauen und M\u00e4nner aus der Wohngruppe der Behinderteneinrichtung Lobetalarbeit in Celle an winterlichen Tagen ein Ritual. Bei Kaffee und Tee liest Erzieher Sebastian Wiesenberg ihnen eine Geschichte vor. \u00abWir wollen es uns gem\u00fctlich machen\u00bb, sagt Wiesenberg, der in diesem Jahr auch an Heiligabend Dienst hat. Doch nicht immer geht es bei denjenigen, die von ihrem Beruf an Weihnachten gefordert sind, nur besinnlich zu.<\/p>\n<p>Rund ein Viertel aller Erwerbst\u00e4tigen arbeiten laut Bundesanstalt f\u00fcr Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zumindest gelegentlich an Sonn- und Feiertagen. Die meisten im Dienstleistungsbereich. Neben der Gastronomie geh\u00f6ren vor allem die Pflege, Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste zu den Bereichen, in denen die Arbeit an Feiertagen verbreitet ist. Ein Grund daf\u00fcr liegt im Arbeitszeitgesetz, das eine Feiertagsruhe vorschreibt, aber f\u00fcr diese Branchen Ausnahmen erlaubt.<\/p>\n<p>In der Zweigstelle Altencelle der Lobetalarbeit werden rund 150 Menschen mit Behinderungen im Schichtdienst betreut und gepflegt &#8211; rund um die Uhr und nat\u00fcrlich an jedem Tag. Bei den Dienstpl\u00e4nen nimmt Einrichtungsleiterin Gisela Thiessen R\u00fccksicht etwa auf die famili\u00e4re Situation und sucht die Abstimmung mit den Kollegen. \u00abAber es ist kein reines Wunschkonzert\u00bb, sagt sie. \u00abWir m\u00fcssen vor allem eine gute Versorgung sicherstellen.\u00bb Sebastian Wiesenberg sieht das pragmatisch. \u00abMan arbeitet freiwillig alle zwei Jahre Heiligabend und dann wieder Silvester\u00bb, sagt er mit einem Augenzwinkern. \u00abAber es ist ein sch\u00f6nes Arbeiten, gerade zu Weihnachten.\u00bb<\/p>\n<p>In der diakonischen Lobetalarbeit wird eine besondere Atmosph\u00e4re schon vor dem Festtag deutlich. Heilerziehungspflegerin Alexandra Mock schneidet in ihrer Wohngruppe von Erwachsenen mit geistiger Behinderung einen Beutel vom Adventskalender. Die mit 70 Jahren \u00e4lteste Bewohnerin summt vor sich hin. Sprechen k\u00f6nne sie nicht, berichtet Mock. Doch jetzt schleichen sich h\u00f6rbar Worte des Adventsliedes ein &#8211; \u00abMacht hoch die T\u00fcr\u00bb.<\/p>\n<p>Regelm\u00e4\u00dfige Sonn- und Feiertagsarbeit ist laut der Bundesanstalt f\u00fcr Arbeitsschutz aber auch eine Belastung. Der Takt schwingt nicht mehr im Gleichklang mit den meisten anderen. Wer h\u00e4ufiger am Wochenende arbeite, trage ein h\u00f6heres Gesundheitsrisiko und k\u00f6nne oft schlechter abschalten, sagt Sprecher J\u00f6rg Feldmann. Und es gebe eine soziale Komponente: \u00abTage, an denen viele Menschen gemeinsam freie Zeit haben, sind wichtig.\u00bb Feiertagsarbeit lasse sich zum Teil nicht vermeiden, sie sollte aber nicht unn\u00f6tig ausgeweitet werden.<\/p>\n<p>Pascal Springers Dienst kann Leben retten. In der Nordsee vor Niedersachsen liegt die Plattform zur Stromverarbeitung, auf der der Offshore-Rettungssanit\u00e4ter der Johanniter in diesem Jahr vom 19.Dezember bis zum 2. Januar im Einsatz ist. In der Praxis dort hat er es vom Husten \u00fcber Schnittwunden bis zum Herzinfarkt mit allen m\u00f6glichen Erkrankungen zu tun. Unterst\u00fctzt wird er per Telemedizin von \u00c4rzten aus Oldenburg und Berlin. Der 35-J\u00e4hrige aus Balingen bei T\u00fcbingen verbringt die Festtage rund 800 Kilometer von seiner Frau und den f\u00fcnf und drei Jahre alten S\u00f6hnen entfernt. Immer wieder hat er aber auch zwei Wochen am St\u00fcck frei. \u00abEs ist ein Leben in zwei Welten\u00bb, sagt er. M\u00f6glich sei das nur, weil seine Frau ihm den R\u00fccken frei halte und er wisse, dass Freunde und Familie f\u00fcr sie da sind.<\/p>\n<p>Um Festtagsstimmung sind aber auch die Arbeiter der Plattform aus aller Welt bem\u00fcht, wei\u00df Springer, der sein erstes Weihnachten auf See verbringen wird. Er \u00fcberlegt, mit Rauchfleisch von der schw\u00e4bischen Alb eine heimische Spezialit\u00e4t mitzubringen, so wie es auch die Kollegen aus anderen L\u00e4ndern t\u00e4ten.<\/p>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Emden (epd). Die Kerzen am Adventskranz verbreiten ein mildes Licht, auch wenn es aus Brandschutzgr\u00fcnden Elektrokerzen sind. Nach ihrer Arbeit pflegen die Frauen und M\u00e4nner aus der Wohngruppe der Behinderteneinrichtung Lobetalarbeit in Celle an winterlichen Tagen ein Ritual. 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