{"id":13500,"date":"2020-01-14T12:29:58","date_gmt":"2020-01-14T11:29:58","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/100-jahre-kinderkirche\/"},"modified":"2020-01-14T12:29:58","modified_gmt":"2020-01-14T11:29:58","slug":"100-jahre-kinderkirche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/100-jahre-kinderkirche\/","title":{"rendered":"100 Jahre Kinderkirche"},"content":{"rendered":"<p>Bunt und fr\u00f6hlich geht es zu am Sonntagmorgen in Westerstede in der Kinderkirche \u2013 und das schon seit 100 Jahren. F\u00fcr Pastorin Sabine Karwath und ihr Team war das ein Grund zu feiern und eine Festschrift herauszubringen.<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> Sabine Karwath leitet den Kindergottesdienst seit 30 Jahren. 15 bis 20 Kinder kommen derzeit regelm\u00e4\u00dfig sonntags in die Kinderkirche. Dazu geh\u00f6ren die Kindergottesdienste (Kigo) selbst, Krabbelgottesdienste, aber auch kreative Nachmittage f\u00fcr Jungen und M\u00e4dchen und Ausfl\u00fcge. \u201eIch verstehe Kigo sowohl als Teil des Bildungsauftrages, den Kirche wahrnimmt, als auch des seelsorgerlichen Auftrages.\u201c<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> F\u00fcr Karwath hat die Kirche den Gottesdienst f\u00fcr die Kleinen seit den letzten Impulsen in den 80er- und 90er-Jahren vergessen: \u201eKigo ist Beziehungsarbeit, und die kostet Zeit, Verl\u00e4sslichkeit und Geld in Ausstattung und Ausbildung. Ich bin Anh\u00e4ngerin der Gemeindep\u00e4dagogik, die kein Aufgabengebiet in der Gemeinde gegen das andere ausspielt, sondern vernetzt.\u201c<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> <strong>Kigo \u2013 mehr als nur frohe Botschaft<\/strong><br \/> Lebendig und mit vielen Fotos beschreibt die 80-seitige Festschrift die Kigo-Arbeit \u2013 Engagierte berichten \u00fcber ihre Motivation sich einzubringen oder erinnern sich an ihre Kinderzeit. Geholfen haben der Pastorin der ehemalige Kigo-Mitarbeiter Wilhelm Sparn und Bettina H\u00fcniken aus der Gemeinde. \u201eDurch Zufall stie\u00df ich im Fr\u00fchjahr 2019 bei den Recherchen zu einer anderen Veranstaltung in der Chronik von Pastor Chemnitz aus dem Jahr 1920 auf die Notiz, Missionar Sommer habe am 7. September 1919 den Kindergottesdienst in Westerstede gegr\u00fcndet\u201c, berichtet Karwath. F\u00fcr sie stand sofort fest, dass es eine Festschrift geben sollte. Eine Homepage \u00fcber die Arbeit mit Kindern in der Gemeinde besteht bereits seit \u00fcber einem Jahr.<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> \u201eMenschen aus unserer Gemeinde unterst\u00fctzten uns von Beginn an, erz\u00e4hlten ihre Erlebnisse, \u00f6ffneten ihre Fotoalben und luden uns zum Gespr\u00e4ch ein.\u201c Und schnell wurde deutlich \u2013 der Kindergottesdienst hat seinen festen Platz in der Gemeinde, seit \u00fcber 100 Jahren, selbst in der dunklen Zeit der deutschen Geschichte. Die Historie des Kindergottesdienstes sei Anfang des 19. Jahrhunderts eng mit der Geschichte der \u201eSonntagsschule\u201c aus dem angels\u00e4chsischen Raum verkn\u00fcpft. Der Gedanke, Kindern nicht nur die frohe Botschaft von Jesus Christus zu erz\u00e4hlen, sondern ihnen gleichzeitig Lesen, Rechnen und Schreiben beizubringen, stammt urspr\u00fcnglich aus England, aus den Anfangsjahren der industriellen Revolution, so Karwath. \u201eIn den Norden Deutschlands brachte die Idee der Sonntagsschule der Vareler Johann Georg Oncken.\u201c Johann Hinrich Wichern kam als Lehrer der ersten Sonntagsschule in Hamburg mit dieser P\u00e4dagogik in Ber\u00fchrung und \u00fcbernahm sie, als er 1833 das Rauhe Haus in Hamburg-Horn gr\u00fcndete.<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> Anfang des 20. Jahrhunderts trafen sich in Westerstede die Kinder am Sonntagmorgen regelm\u00e4\u00dfig von 11 bis 12 Uhr, am Nachmittag kamen die gro\u00dfen M\u00e4dchen in St. Petri zusammen: \u201eBesonders f\u00fcr die Kinder aus den umliegenden D\u00f6rfern bedeutete diese Stunde das Highlight des Sonntags, denn viele von ihnen waren in der Landwirtschaft fest eingespannt\u201c, so Sabine Karwath. Der Sonntag sei frei von Arbeit gewesen \u2013 und der Kindergottesdienst habe Abwechslung geboten.<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> Die Rahmenbedingungen haben sich gewandelt. Eine Herausforderung der Gegenwart sieht Karwath in der Termin\u00fcberfrachtung der Kinder. \u201eSonntag ist der Tag der Familie: lange ausschlafen, Papa ist endlich einmal da.\u201c Ein weiteres Problem: \u201eEltern m\u00fcssen ihre Kinder bringen, wir sind eine 170 Quadratkilometer gro\u00dfe Fl\u00e4chengemeinde.\u201c<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> Ein Beispiel, das Geschichte mit Gegenwart verbindet, sind die \u201enickenden Neger\u201c: Spardosen, die den Kopf bewegten, wenn ein Geldst\u00fcck hineingeworfen wurde. Damit hatte die oldenburgische Kirche damals Gemeinden in Ghana und Togo unterst\u00fctzt. \u201eViele \u00e4ltere Westersteder erinnern sich noch an diese Dose\u201c, wei\u00df Karwath. Sie verschwanden mit dem aufkommenden Eine-Welt-Bewusstsein. Aber dem sozialen Engagement ist die Kindergottesdienstgruppe bis heute treu geblieben und unterst\u00fctzt ein indisches Kinderprojekt.<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> Der Kindergottesdienst wird sonntags von 11 bis 12 Uhr in der Westersteder Kirche St. Petri gefeiert. Die Festschrift kann bei Pastorin Karwath unter Telefon 04488\/20 26 bestellt werden. Weitere Infos gibt es unter <a href=\"http:\/\/www.kigo-wst.de\">www.kigo-wst.de<\/a>.<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> <em>Ein Beitrag von Hans-Christian Roestel \/ Evangelische Zeitung<\/em><\/p>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bunt und fr\u00f6hlich geht es zu am Sonntagmorgen in Westerstede in der Kinderkirche \u2013 und das schon seit 100 Jahren. 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