{"id":13518,"date":"2020-01-19T11:14:00","date_gmt":"2020-01-19T10:14:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/gedenkstaetten-mit-konstanten-besucherzahlen-und-mehr-provokateuren-75-jahre-nach-der-befreiung-bleibt-das-interesse-hoch\/"},"modified":"2020-01-19T11:14:00","modified_gmt":"2020-01-19T10:14:00","slug":"gedenkstaetten-mit-konstanten-besucherzahlen-und-mehr-provokateuren-75-jahre-nach-der-befreiung-bleibt-das-interesse-hoch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/gedenkstaetten-mit-konstanten-besucherzahlen-und-mehr-provokateuren-75-jahre-nach-der-befreiung-bleibt-das-interesse-hoch\/","title":{"rendered":"Gedenkst\u00e4tten mit konstanten Besucherzahlen und mehr Provokateuren &#8211;  75 Jahre nach der Befreiung bleibt das Interesse hoch"},"content":{"rendered":"<p>Das Interesse an den Gedenkst\u00e4tten an Opfer der NS-Zeit in Niedersachsen und Bremen hat zugenommen. Doch Verantwortliche aus den Einrichtungen warnen zugleich vor einzelnen Provokateuren, die Grenzen verschieben wollten.<\/p>\n<p>Celle\/Bremen (epd). Die KZ-Gedenkst\u00e4tten und Erinnerungsorte in Niedersachsen und Bremen verzeichnen 75 Jahre nach der Befreiung der Konzentrationslager stabile bis steigende Besucherzahlen. Zugleich fallen zunehmend einzelne Provokateure mit antisemitischen und geschichtsverkl\u00e4renden \u00c4u\u00dferungen auf, wie eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) zeigt. F\u00fcr die Stiftung nieders\u00e4chsische Gedenkst\u00e4tten betonte Leiter Jens-Christian Wagner, die Grenzen des Sagbaren h\u00e4tten sich nach rechts verschoben. Dazu habe auch die AfD beigetragen.<\/p>\n<p>In die Gedenkst\u00e4tte an das fr\u00fchere Konzentrations- und Kriegsgefangenenlager Bergen-Belsen sind Wagner zufolge im vergangenen Jahr rund eine Viertelmillionen Menschen gekommen, so wie in den Vorjahren. Gleichbleibend sind laut Landkreis Emsland mit j\u00e4hrlich rund 25.000 Menschen auch die Besucherzahlen in der Gedenkst\u00e4tte Esterwegen. Darunter seien viele Sch\u00fcler, die sich mit der Geschichte der von den Nationalsozialisten errichteten Emslandlager befassten.<\/p>\n<p>In der NS-Gedenkst\u00e4tte Lager Sandbostel im Landkreis Rotenburg haben sich nach Angaben ihres Leiters Andreas Ehresmann die Zahlen 2019 auf hohem Niveau stabilisiert. Er gehe davon aus, dass es etwa 12.000 Besucherinnen und Besucher waren. In Sandbostel waren mehrere Hunderttausend Kriegsgefangene interniert. Noch kurz vor der Befreiung kamen rund 9.500 H\u00e4ftlinge aus dem Konzentrationslager Neuengamme und seinen Au\u00dfenlagern dorthin. Tausende Menschen starben an Hunger und Krankheiten.<\/p>\n<p>Der Denkort \u00abBunker Valentin\u00bb in Bremen z\u00e4hlte 2019 mit mehr als 30.300 Interessierten deutlich mehr Besucher als im Vorjahr. Zum Bau des U-Boot Bunkers waren in der NS-Zeit rund 10.000 Zwangsarbeiter unter unmenschlichen Bedingungen eingesetzt. Von einem Besucherrekord spricht Arne Droldner von der KZ-Gedenkst\u00e4tte Moringen. Im vergangenen Jahr h\u00e4tten 1.577 Personen an F\u00fchrungen zu den Moringer Konzentrationslagern teilgenommen.<\/p>\n<p>Wo neue Dokumentationszentren entstehen, steigt zumeist das Besucherinteresse. In der Gedenkst\u00e4tte Wolfenb\u00fcttel zur Geschichte von Justiz und Strafvollzug im Nationalsozialismus informiert seit November eine Ausstellung \u00fcber Hinrichtungen und Leiden der H\u00e4ftlinge. Allein im ersten Monat wurden dort laut Gedenkst\u00e4ttenstiftung 1.000 Besucher gez\u00e4hlt. Die Gedenkst\u00e4tten Augustaschacht und Gestapokeller bei Osnabr\u00fcck erwarten mit Er\u00f6ffnung einer neuen Dauerausstellung im April ebenfalls einen deutlichen Anstieg der Zahlen.<\/p>\n<p>In Bergen-Belsen beobachten die Mitarbeiter Wagner zufolge seit einigen Jahren eine kleine Minderheit von Besuchern, die jedoch gr\u00f6\u00dfer und lauter werde. Diese Menschen stellten einstudierte \u00abSignalfragen\u00bb, mit denen sie nicht kritisch nachhaken, sondern provozieren wollten. So werde zum Beispiel behauptet, das Massensterben im KZ 1945 sei durch Versorgungsengp\u00e4sse infolge von Luftangriffen verursacht worden. Suggeriert werde, damit seien die Alliierten schuld, erl\u00e4uterte Wagner. Ziel sei es, vermeintlich zu beweisen, dass die Gedenkst\u00e4tte L\u00fcgen im Sinne eines angeblichen \u00abSchuldkultes\u00bb verbreite.<\/p>\n<p>In Moringen sei es im November zu einem antisemitischen Zwischenfall gekommen, sagte Arne Droldner. Neonazis h\u00e4tten Haftbedingungen verharmlost und sp\u00e4ter in T-Shirts mit Aufschriften wie \u00abZensiert!\u00bb und \u00abFuck you Israel\u00bb vor der Gedenkst\u00e4tte posiert. Auch der wissenschaftliche Leiter des Denkortes \u00abBunker Valentin\u00bb, Marcus Meyer, \u00e4u\u00dferte sich mit Blick auf die Erinnerungskultur besorgt. \u00abOhne die \u00dcberlebenden wird es noch mehr gesamtgesellschaftliche Aufgabe, sie zu verteidigen.\u00bb<\/p>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Interesse an den Gedenkst\u00e4tten an Opfer der NS-Zeit in Niedersachsen und Bremen hat zugenommen. Doch Verantwortliche aus den Einrichtungen warnen zugleich vor einzelnen Provokateuren, die Grenzen verschieben wollten. Celle\/Bremen (epd). Die KZ-Gedenkst\u00e4tten und Erinnerungsorte in Niedersachsen und Bremen verzeichnen 75 Jahre nach der Befreiung der Konzentrationslager stabile bis steigende Besucherzahlen. 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