{"id":13667,"date":"2020-02-09T13:50:00","date_gmt":"2020-02-09T12:50:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/klimapolitik-forscher-warnt-vor-mechanischem-verstaendnis\/"},"modified":"2020-02-09T13:50:00","modified_gmt":"2020-02-09T12:50:00","slug":"klimapolitik-forscher-warnt-vor-mechanischem-verstaendnis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/klimapolitik-forscher-warnt-vor-mechanischem-verstaendnis\/","title":{"rendered":"Klimapolitik: Forscher warnt vor mechanischem Verst\u00e4ndnis"},"content":{"rendered":"<p>Bremen (epd). Der Bremer Parteienforscher Lothar Probst warnt mit Blick auf die Proteste gegen die Klimapolitik vor einem mechanischen Verst\u00e4ndnis von Politik. \u00abWer glaubt, dass Politik kraft ihrer Autorit\u00e4t nur die richtigen Hebel umlegen muss, um die von der Wissenschaft als notwendig erachteten Ergebnisse zu erzielen, \u00fcbersieht die Natur politischer Prozesse und die unterschiedlichen Rollen von Politik und Wissenschaft\u00bb, schreibt Probst in einem Beitrag f\u00fcr den Bremer \u00abKurier am Sonntag\u00bb. Politik mit der Brechstange k\u00f6nne in ein autorit\u00e4res System m\u00fcnden, mahnt der emeritierte Professor.<\/p>\n<p>Wissenschaftler k\u00f6nnten ihre Erkenntnisse mitteilen, Alarm schlagen und die Politik beraten, aber sie k\u00f6nnten nicht die Rolle von gew\u00e4hlten und politisch legitimierten Parteien \u00fcbernehmen, erl\u00e4utert der Politikwissenschaftler. Parteien m\u00fcssten in der Demokratie die \u00d6ffentlichkeit von der Richtigkeit ihrer Politik \u00fcberzeugen und Mehrheiten f\u00fcr politische Entscheidungen gewinnen. \u00abDas ist in einer fragmentierten, durch unterschiedliche Interessen gepr\u00e4gten Gesellschaft ein schwieriges Unterfangen.\u00bb<\/p>\n<p>Parteien seien deshalb gut beraten, ihre Politik nicht mit der Brechstange gegen und ohne die Gesellschaft durchzusetzen. Wenn der politische Entscheidungsprozess dem Diktat des wissenschaftlich Notwendigen unterworfen werde, bestehe die Gefahr, dass die Politik autorit\u00e4r werde. \u00abUnd zwar im doppelten Sinne, denn der Ruf nach radikalen Ver\u00e4nderungen ruft auch radikale Gegenbewegungen aus\u00bb, f\u00fchrt Probst aus.<\/p>\n<p>Gleichwohl verf\u00fcge die Politik \u00fcber mehr Handlungsspielr\u00e4ume als sie gegenw\u00e4rtig wahrnehme. Die Politik m\u00fcsse eine F\u00fchrungsrolle \u00fcbernehmen und eine klimafreundliche Politik unter anderem durch geeignete institutionelle Arrangements st\u00fctzen. Das k\u00f6nne etwa durch die Einsetzung eines Klimarates geschehen, parit\u00e4tisch mit Politikern, B\u00fcrgern und Experten besetzt. Er k\u00f6nne die Einhaltung der Ziele der Klimakonferenz von Paris \u00fcberwachen.<\/p>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bremen (epd). 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