{"id":13786,"date":"2020-02-26T09:48:00","date_gmt":"2020-02-26T08:48:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/aufhebung-von-suizidhilfe-verbot-stoesst-auf-unterschiedliches-echo-landesbischof-meister-begruesst-urteil-des-bundesverfassungsgerichts\/"},"modified":"2020-02-26T09:48:00","modified_gmt":"2020-02-26T08:48:00","slug":"aufhebung-von-suizidhilfe-verbot-stoesst-auf-unterschiedliches-echo-landesbischof-meister-begruesst-urteil-des-bundesverfassungsgerichts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/aufhebung-von-suizidhilfe-verbot-stoesst-auf-unterschiedliches-echo-landesbischof-meister-begruesst-urteil-des-bundesverfassungsgerichts\/","title":{"rendered":"Aufhebung von Suizidhilfe-Verbot st\u00f6\u00dft auf unterschiedliches Echo &#8211; Landesbischof Meister begr\u00fc\u00dft Urteil des Bundesverfassungsgerichts"},"content":{"rendered":"<p>Das h\u00f6chste deutsche Gericht hat ein wegweisendes Urteil zum Verbot der Sterbehilfe gesprochen. Die Meinungen dar\u00fcber gehen in Niedersachsen und Bremen auseinander. Ein evangelischer Bischof weicht dabei von der Linie seiner Kollegen ab.<\/p>\n<p>Hannover\/Bremen (epd). Das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zur organisierten Sterbehilfe st\u00f6\u00dft in Niedersachsen und Bremen auf ein unterschiedliches Echo. Sowohl in der evangelischen Kirche als auch im Gesundheitswesen gab es gegens\u00e4tzliche Reaktionen. Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister, Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) sowie Justizministerin Barbara Havliza (CDU) begr\u00fc\u00dften die Entscheidung. Viele andere Kirchenvertreter sowie die Pr\u00e4sidentin der \u00c4rztekammer, Martina Wenker, zeigten sich entt\u00e4uscht oder skeptisch.<\/p>\n<p>Das h\u00f6chste deutsche Gericht hatte zuvor das Gesetz zum \u00abVerbot der gesch\u00e4ftsm\u00e4\u00dfigen F\u00f6rderung der Selbstt\u00f6tung\u00bb gekippt. Das 2015 beschlossene Gesetz sei verfassungswidrig, weil es das allgemeine Pers\u00f6nlichkeitsrecht einschr\u00e4nke, entschieden die Karlsruher Richter.<\/p>\n<p>Meister sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd) \u00abIch glaube, dass das Urteil eine wichtige Kl\u00e4rung ist.\u00bb Es mache deutlich, dass zur W\u00fcrde des Menschen auch das Selbstbestimmungsrecht geh\u00f6re. \u00abAls Christ sage ich: Die Gabe Gottes, n\u00e4mlich mein Leben, hat er in meine Verantwortung gelegt. Diese Verantwortung w\u00e4hrt bis zum letzten Atemzug. Und da ich an das ewige Leben glaube, habe ich auch die Rechtfertigung, den Zeitpunkt und die Art und Weise, wie ich sterbe, mitzugestalten.\u00bb Gleichwohl m\u00fcsse die Kirche alles tun, dass eine solche Entscheidung nicht \u00abwie ein Marktgeschehen\u00bb organisiert werde.<\/p>\n<p>Der Oldenburger evangelische Bischof Thomas Adomeit bedauerte das Urteil dagegen. \u00abEs w\u00e4chst nun die Gefahr, dass in Zukunft Alte, Schwererkrankte und Gebrechliche zur Selbstt\u00f6tung ermutigt werden\u00bb, sagte er: \u00abDas Sterben ist Teil unseres eigenen Lebens. Es darf nicht anderen, organisierten Interessen und Angeboten unterworfen werden.\u00bb<\/p>\n<p>Kritisch zu dem Urteil \u00e4u\u00dferte sich auch die Bremische Evangelische Kirche. \u00abDamit ist einer Entwicklung T\u00fcr und Tor ge\u00f6ffnet, die f\u00fcr uns als Kirche nur schwer ertr\u00e4glich ist\u00bb, sagte Bremens leitender Theologe Bernd Kuschnerus dem epd. \u00abIst das T\u00f6ten erst einmal legal, dann ist der Damm gebrochen, und es wird bald gesellschaftsf\u00e4hig.\u00bb Der Gesetzgeber m\u00fcsse nun dringend die Regelungen pr\u00e4zisieren.<\/p>\n<p>Niedersachsens \u00c4rztekammer-Pr\u00e4sidentin Martina Wenker nahm die Entscheidung ebenfalls mit Skepsis auf. Die Gesellschaft brauche mehr Informationen \u00fcber Schmerztherapie oder Palliativmedizin, sagte sie in Hannover auf epd-Anfrage: \u00abAber keine offene T\u00fcr f\u00fcr gesch\u00e4ftsm\u00e4\u00dfige Beihilfe zum Suizid.\u00bb Die Mitwirkung eines Arztes bei der Selbstt\u00f6tung sei keine \u00e4rztliche Aufgabe.<\/p>\n<p>Die nieders\u00e4chsische Diakonie, Tr\u00e4gerin zahlreicher evangelischer Krankenh\u00e4user, zeigte sich besorgt, dass das Urteil kranke Menschen verunsichern k\u00f6nnte. \u00abSterbende sollen die Sicherheit behalten, dass sie ein Recht haben auf eine hospizlich-palliative Begleitung und eine umf\u00e4ngliche Pflege bis zuletzt\u00bb, unterstrich Vorstandssprecher Hans-Joachim Lenke. Die Entscheidung d\u00fcrfe nicht dazu f\u00fchren, unter finanziellem oder sozialem Druck auf lebensverl\u00e4ngernde Ma\u00dfnahmen zu verzichten. Patienten d\u00fcrften nicht die Sorge haben, sie seien f\u00fcr ihre Angeh\u00f6rigen oder die Allgemeinheit zu teuer.<\/p>\n<p>Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) betonte dagegen, die Richter h\u00e4tten eine Entscheidung getroffen, die den W\u00fcnschen und der Situation todkranker Menschen Rechnung trage. Es sei nicht Aufgabe des Staates, unheilbar kranken Menschen Vorschriften zu machen. \u00abIch m\u00f6chte, dass Menschen in Frieden sterben k\u00f6nnen, ohne ins Ausland fahren zu m\u00fcssen oder auf die Hilfe selbst ernannter Sterbehelfer angewiesen zu sein.\u00bb<\/p>\n<p>Landesjustizministerin Barbara Havliza (CDU) sprach von einem einschneidenden Urteil: \u00abEs wird k\u00fcnftig im Zentrum der Debatten stehen, wenn wir uns als Gesellschaft fragen, wie man den Menschen ein Sterben in W\u00fcrde erm\u00f6glichen kann, ohne zugleich den Schutz des Lebens aufzugeben\u00bb, sagte sie dem epd. Im Kern finde sie es richtig, dass jeder Mensch in bestimmten Situationen das Recht habe, frei zu entscheiden, ob er aus dem Leben scheiden wolle. \u00abZugleich haben Staat und Gesellschaft aber eine Verpflichtung, das Leben so gut wie m\u00f6glich zu sch\u00fctzen.\u00bb<\/p>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das h\u00f6chste deutsche Gericht hat ein wegweisendes Urteil zum Verbot der Sterbehilfe gesprochen. Die Meinungen dar\u00fcber gehen in Niedersachsen und Bremen auseinander. Ein evangelischer Bischof weicht dabei von der Linie seiner Kollegen ab. Hannover\/Bremen (epd). Das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zur organisierten Sterbehilfe st\u00f6\u00dft in Niedersachsen und Bremen auf ein unterschiedliches Echo. Sowohl in der evangelischen Kirche als auch im Gesundheitswesen gab es gegens\u00e4tzliche Reaktionen. Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister, Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) sowie Justizministerin Barbara Havliza (CDU) begr\u00fc\u00dften die Entscheidung. Viele andere Kirchenvertreter sowie die Pr\u00e4sidentin der \u00c4rztekammer, Martina Wenker, zeigten sich entt\u00e4uscht oder skeptisch. Das h\u00f6chste deutsche Gericht&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"false","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[43],"tags":[44],"class_list":["post-13786","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kirche-oldenburg","tag-kirche-oldenburg"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13786","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13786"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13786\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13786"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13786"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13786"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}