{"id":13799,"date":"2020-03-01T10:56:00","date_gmt":"2020-03-01T09:56:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/theologe-fordert-nach-sterbehilfe-urteil-ausbau-der-palliativmedizin\/"},"modified":"2020-03-01T10:56:00","modified_gmt":"2020-03-01T09:56:00","slug":"theologe-fordert-nach-sterbehilfe-urteil-ausbau-der-palliativmedizin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/theologe-fordert-nach-sterbehilfe-urteil-ausbau-der-palliativmedizin\/","title":{"rendered":"Theologe fordert nach Sterbehilfe-Urteil Ausbau der Palliativmedizin"},"content":{"rendered":"<p>G\u00f6ttingen (epd). Der G\u00f6ttinger evangelische Theologe und Sozialethiker Christian Polke fordert nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zur Sterbehilfe mehr Geld f\u00fcr Palliativmedizin, Pflegeeinrichtungen und die sozialpsychologische Begleitung sterbender Menschen. \u00abNiemand darf sich aus einer Notlage oder aus \u00c4ngsten heraus zum Suizid gedr\u00e4ngt f\u00fchlen\u00bb, sagte der Professor am Sonntag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Auch pflegende Angeh\u00f6rige m\u00fcssten unterst\u00fctzt werden. Zugleich sei der Gesetzgeber nun verpflichtet, seine Bedenken gegen die \u00abgesch\u00e4ftsm\u00e4\u00dfige\u00bb Sterbehilfe rechtlich konkreter zu fassen.<\/p>\n<p>Polke zufolge sind Beratungspflichten, hohe Auflagen f\u00fcr Sterbehilfe-Vereine und eine bessere schmerzmedizinische und sozialpolitische Flankierung n\u00f6tig. Statt eines Verbotes solcher Vereine sei eine gute Sozial- und Gesundheitspolitik gefragt.<\/p>\n<p>Das h\u00f6chste deutsche Gericht hatte in der vergangenen Woche das Gesetz zum \u00abVerbot der gesch\u00e4ftsm\u00e4\u00dfigen F\u00f6rderung der Selbstt\u00f6tung\u00bb gekippt. Das 2015 beschlossene Gesetz sei verfassungswidrig, weil es das allgemeine Pers\u00f6nlichkeitsrecht einschr\u00e4nke. Dieses Recht umfasse auch ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben und das Recht, sich dabei Hilfe von Dritten zu suchen, hie\u00df es zur Begr\u00fcndung. Polke sprach von einem \u00abklaren, transparenten und rechtlich in sich schl\u00fcssigen Urteil\u00bb.<\/p>\n<p>Aus Sicht des Ethikers stehen Gesellschaft und Kirche jetzt vor der Aufgabe, gegen die Tabuisierung von Tod und Sterben anzugehen und einen offenen Austausch dar\u00fcber zu f\u00fchren. \u00abAngst ist weder in der Politik noch in der eigenen Lebensf\u00fchrung ein guter Ratgeber\u00bb, sagte Polke, der auch Mitglied im Zentrum f\u00fcr Medizinrecht der Uni G\u00f6ttingen ist. \u00abEs w\u00e4re jedenfalls ein Schaden, wenn man glaubte, wir br\u00e4uchten uns fortan mit Autonomie am Lebensende nicht mehr auseinanderzusetzen.\u00bb<\/p>\n<p>Skeptisch \u00e4u\u00dferte sich Polke zu der von Kirchen und \u00c4rzten ge\u00e4u\u00dferten Kritik, das Urteil werde zu einem Dammbruch f\u00fchren und Selbstt\u00f6tungen gesellschaftsf\u00e4hig machen. \u00abDammbruch-Argumente sind immer mit Vorsicht zu genie\u00dfen, sie m\u00fcssen n\u00e4mlich empirisch gedeckt sein\u00bb, sagte er.<\/p>\n<p>Aus christlicher Sicht sei das Leben ein Geschenk Gottes, mit dem der Mensch selbstverantwortlich umgehen d\u00fcrfe, sagte Polke. \u00abMan kann nicht tiefer fallen als in die H\u00e4nde dessen, der uns alle geschaffen und gewollt hat. Wer dass glaubt, wird versuchen, individuelle Selbstbestimmung zu achten, aber doch auch die \u00fcberzogenen Erwartungen an menschliche Autonomie ernst zu nehmen.\u00bb In gewisser Weise bestimme der Mensch in Sterben und Tod nicht mehr \u00fcber sich selbst.<\/p>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>G\u00f6ttingen (epd). Der G\u00f6ttinger evangelische Theologe und Sozialethiker Christian Polke fordert nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zur Sterbehilfe mehr Geld f\u00fcr Palliativmedizin, Pflegeeinrichtungen und die sozialpsychologische Begleitung sterbender Menschen. \u00abNiemand darf sich aus einer Notlage oder aus \u00c4ngsten heraus zum Suizid gedr\u00e4ngt f\u00fchlen\u00bb, sagte der Professor am Sonntag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Auch pflegende Angeh\u00f6rige m\u00fcssten unterst\u00fctzt werden. 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