{"id":13891,"date":"2020-03-17T15:44:38","date_gmt":"2020-03-17T14:44:38","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/gott-gibt-geist-der-kraft-der-liebe-und-der-besonnenheit\/"},"modified":"2020-03-17T15:44:38","modified_gmt":"2020-03-17T14:44:38","slug":"gott-gibt-geist-der-kraft-der-liebe-und-der-besonnenheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/gott-gibt-geist-der-kraft-der-liebe-und-der-besonnenheit\/","title":{"rendered":"Gott gibt Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit"},"content":{"rendered":"<p><strong>Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. <\/strong><em>(2. Timotheus 1,7)<\/em><\/p>\n<p>Liebe Schwestern und Br\u00fcder,<br \/> Menschen f\u00fcr den christlichen Glauben und die christliche Gemeinde wollte er gewinnen, der junge Mann mit Namen Timotheus. Doch er hatte sich das wohl zu einfach vorgestellt. Nur wenige wollten seine Botschaft, die meisten wandten sich ab. Timotheus litt am Misserfolg seines Werbens f\u00fcr den christlichen Glauben, Selbstzweifel stellten sich ein. Und andere, die mit anderen Worten und Lehren um Aufmerksamkeit warben, hatten mehr Erfolg als er selbst, auch unter den wenigen Gliedern der christlichen Gemeinde. Keine Frage: Timotheus hatte Zuspruch und Trost, Hoffnung und Unterst\u00fctzung bitter n\u00f6tig. In diese Situation hinein schreibt ihm der Autor des 1. Timotheusbriefes, der sich als der Apostel Paulus ausgibt, einen Brief, dem die oben genannten bekannten Worte entstammen: Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.<\/p>\n<p>Nun d\u00fcrfte der 1. Timotheusbrief, nach allem, was wir wissen, in der ersten H\u00e4lfte des zweiten nachchristlichen Jahrhunderts entstanden sein. Schon allein das verbietet es, einen Vers dort herauszugreifen und ihn als einfach und direkt umzusetzende Richtschnur f\u00fcr unser Glauben und Handeln in der gegenw\u00e4rtigen Zeit zu nehmen. Dazu kommt derzeit die unvergleichlich globale Bedrohung durch die Corona-Pandemie, der wir alle uns zu stellen haben. Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit \u2013 kann diese Botschaft auch heute ein rechtes Wort zur rechten Zeit sein? Dazu&nbsp; vier kurze geistliche Impulse.<\/p>\n<p><strong>Gott hat uns nicht gegeben den Geist <em>der Furcht<\/em>.<\/strong><br \/> Nein, Verzagtheit kommt nicht von Gott, und Furcht ist auch nicht in der Liebe (vg. 1. Johannes 4,18). Die Furcht findet keine neuen Wege und Mittel, mit Herausforderungen umzugehen. Sie kommt aus uns selbst und engt uns ein. \u201aF\u00fcrchte Dich nicht!\u2018 \u2013 vielleicht ist das der christliche Satz schlechthin? F\u00fcrchte Dich nicht und versuch bei allem, was auf Dich eindringt, dein Vertrauen in Gott zu setzen? Den Geist der Furcht hat uns Gott nicht gegeben. Das hei\u00dft aber auch nicht, dass wir deshalb sorglos handeln d\u00fcrfen. Nein, Gott hat uns Anderes und Wichtigeres geschenkt.<\/p>\n<p><strong>Gott gibt den Geist <em>der Kraft<\/em>.<\/strong><br \/> Dieser Kraft brauchen wir, um Sch\u00e4dliches zu vermeiden und Gutes zu erkennen. Wir brauchen gerade jetzt die Kraft, uns f\u00fcr Schw\u00e4chere in der Gemeinschaft einzusetzen, anstatt nur egoistisch Toilettenpapier zu horten und das Nudelregal beim Discounter leer zu kaufen. Meine \u00e4ltere Tochter, die in Spanien lebt, berichtet, dass dort v. a. Fleisch und Schinken in rauen Mengen gekauft&nbsp; werden. Hier Nudeln, dort Fleisch \u2013 sollte das nicht schon genug darauf hindeuten, wie kurzsichtig und wenig durchdacht solches egoistisches Handeln ist? Der Geist der Kraft sprengt die Furcht und befreit so zu verantwortlichem Handeln, auch im Alltag in Supermarkt oder Apotheke.<\/p>\n<p><strong>Gott gibt den Geist <em>der Liebe<\/em>.<\/strong><br \/> Geist der Liebe, wem w\u00fcrde dabei nicht das \u201aHohelied der Liebe\u2018 des Apostels Paulus im&nbsp; 1. Korintherbrief einfallen? Nicht um rosarote Gef\u00fchlswelten geht es bei diesem Geist der Liebe. Nein, die Liebe denkt zugewandt und positiv, sie will dem anderen nicht schaden, sondern n\u00fctzen. Sie will beitragen zu einem offenen und vertrauensvollem Miteinander. Wie kann ich denn vielleicht meine Nachbarn praktisch&nbsp; unterst\u00fctzen? Wo bin ich gefordert, wem kann ich helfen oder beistehen und wen kann ich unterst\u00fctzen? Wie kann ich andere Menschen tr\u00f6sten in ihren Sorgen? Wie kann ich selbst zu dem Menschen werden, den ich in schwierigen Zeiten selbst gern um mich h\u00e4tte?<\/p>\n<p><strong>Gott gibt den Geist <em>der Besonnenheit<\/em>.<\/strong><br \/> Besonnenheit, eine alte Kardinaltugend und Grundeinstellung, der es um das rechte Ma\u00df geht. Und so sollen wir, bei aller gesundheitlichen Bedrohung durch das Corona-Virus, trotzdem nicht in Panik geraten. Panik ist nie ein guter Ratgeber. R\u00e4t einem denn nicht schon der gesunde Menschenverstand, den Ratschl\u00e4gen und Hinweisen aus berufenem Munde zu folgen? Wer in schwierigen Zeiten umsichtig, abw\u00e4gend und klug handelt, der handelt besonnen. R\u00fccksichtloser Einsatz f\u00fcr die eigenen Interessen und Belange haben hier keinen Platz. Gewisserma\u00dfen h\u00e4lt der Geist der Besonnenheit auch ein Pl\u00e4doyer daf\u00fcr, Abstand zu halten, und zwar im doppelten Sinn. Einmal direkt, im Kontakt mit meinen Kollegen oder Freunden. Gerade weil ich diese liebe oder achte, sollte ich Ihnen im Moment nicht zu nahe kommen. Und zum anderen, in dem ich mich nicht von allen Sorgen um Gesundheit und Zukunft v\u00f6llig vereinnahmen lasse und so im \u00fcbertragenen Sinn \u201aAbstand\u2018 gewinne von der Herausforderung durch die Pandemie.<\/p>\n<p><strong>Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit<\/strong><br \/> Timotheus brauchte damals Unterst\u00fctzung und Zuspruch. In ganz anderer Weise sind wir heute auf beides angewiesen. Die Christenheit hat diese Worte rund zweitausend Jahre \u00fcberliefert und immer wieder neu gesprochen, weil sie die Erfahrung gemacht hat, dass sie wirken. Warum sollten wir ihnen also nicht vertrauen, allem Augenschein der Welt zum Trotz? Gott schenkt uns seinen Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. Er will und wird auch in Zeiten gro\u00dfer Herausforderungen und \u00c4ngste wirken. Wir k\u00f6nnen unsere Furcht besiegen und gemeinsam gegen Angst und Krankheit aufstehen. Und so k\u00f6nnen wir dann auch in diesen Zeiten unseren Glauben leben und zu ihm stehen. Amen.<\/p>\n<p><em>Der Text der Andacht ist von Pfarrer Olaf Grobleben.<\/em><\/p>\n<p><strong>Weise uns den Weg Gott, geh mit!<\/strong><br \/> Weise uns den Weg Gott, geh mit! Begleite du uns, Gott, Schritt f\u00fcr Schritt.<br \/> Wo wir stolpern, straucheln, zagen, wo uns Angst l\u00e4hmt, zu versagen: Weise uns den Weg, Gott, geh mit.<br \/> Weise uns den Weg Gott, geh mit! Beh\u00fcte du uns, Gott, Schritt f\u00fcr Schritt.<br \/> Wo wir zweifeln, hadern, ringen, wo wir nichts zustande bringen. Weise uns den Weg, Gott, geh mit.<br \/> Weise uns den Weg Gott, geh mit! Sprich du uns Mut zu, Gott, Schritt f\u00fcr Schritt.<br \/> Lass in deinem Licht uns gehen, lass uns deine Spur klar sehen. Weise uns den Weg, Gott, geh mit.<\/p>\n<p><em>Aus: frei T\u00f6ne, Liederbuch zum Reformationssommer 2017, Text: Eugen Eckert 2015. Musik: Gerd-Peter M\u00fcnden 2015. \u00a9 Strube Verlag, M\u00fcnchen<\/em><\/p>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. (2. Timotheus 1,7) Liebe Schwestern und Br\u00fcder, Menschen f\u00fcr den christlichen Glauben und die christliche Gemeinde wollte er gewinnen, der junge Mann mit Namen Timotheus. Doch er hatte sich das wohl zu einfach vorgestellt. Nur wenige wollten seine Botschaft, die meisten wandten sich ab. Timotheus litt am Misserfolg seines Werbens f\u00fcr den christlichen Glauben, Selbstzweifel stellten sich ein. 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