{"id":1392,"date":"2015-03-27T19:10:00","date_gmt":"2015-03-27T18:10:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/fuer-uns-gestorben-evangelische-kirche-legt-grundlagentext-zur-kreuzestheologie-vor\/"},"modified":"2015-03-27T19:10:00","modified_gmt":"2015-03-27T18:10:00","slug":"fuer-uns-gestorben-evangelische-kirche-legt-grundlagentext-zur-kreuzestheologie-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/fuer-uns-gestorben-evangelische-kirche-legt-grundlagentext-zur-kreuzestheologie-vor\/","title":{"rendered":"\u00abF\u00fcr uns gestorben\u00bb- Evangelische Kirche legt Grundlagentext zur Kreuzestheologie vor"},"content":{"rendered":"<p>Tod und Auferstehung Jesu sind der Kern des christlichen Glaubens. Seit der Entstehung des Christentums wird aber auch um das rechte Verst\u00e4ndnis dieser Lehre gerungen. Zur Kreuzestheologie hat die EKD nun einen Grundlagentext vorgelegt.<\/p>\n<p>Das Christentum ist ohne das Kreuz nicht denkbar. Als Symbol versinnbildlicht es Tod und Leiden Jesu. Es h\u00e4ngt in Kirchen, steht auf Friedh\u00f6fen oder findet sich in der christlichen Kunst. Kurz vor Ostern, dem Fest an dem Christen an den Tod Jesu erinnern und seine Auferstehung feiern, legte der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am Donnerstag einen Grundlagentext zur Kreuzestheologie vor.<\/p>\n<p> Dar\u00fcber, wie im 21. Jahrhundert \u00fcber das Kreuz gepredigt werden kann, wird immer wieder heftig diskutiert. Zuletzt entz\u00fcndete sich vor sechs Jahren im Rheinland nach einer Radioandacht ein Streit an der Frage, ob Jesus Christus f\u00fcr die S\u00fcnden der Menschen gestorben ist. Viele moderne Theologen sehen im Verst\u00e4ndnis des Kreuzestodes als S\u00fchnopfer ein grausames und sadistisches Gottesbild, das der Lehre Jesu von der unbedingten Liebe Gottes widerspricht. Konservative Christen halten dagegen am Opfergedanken fest und argumentieren, der Kreuzestod Jesu verliere ohne die Opfervorstellung seine besondere Bedeutung.<\/p>\n<p> \u00abDer EKD-Grundlagentext zeichnet eine mittlere Linie zwischen denjenigen, die unter allen Umst\u00e4nden an der klassischen Gestalt der S\u00fchnopfer-Vorstellung festhalten wollen und den anderen, die die sie sofort streichen wollen\u00bb, sagt der Berliner Kirchenhistoriker Christoph Markschies, der als Vorsitzender der Kammer f\u00fcr Theologie den Text ma\u00dfgeblich miterarbeitet hat. Anliegen des Textes sei es deshalb, \u00abgegen allzu vorschnelle Kritik zu erkl\u00e4ren, warum es sinnvoll ist gerade dieses christliche Erbe zu bewahren\u00bb. Zun\u00e4chst sei es daher darum gegangen, \u00abruhig und sachlich\u00bb die Befunde darzustellen.<\/p>\n<p> Der EKD-Text spannt einen Bogen von der Bibel bis zur Gegenwart, greift Kirchenlieder, aber auch Passionskonzerte und Jesusfilme auf und referiert die darin transportierte Kreuzestheologie. \u00abDie Frage nach der Bedeutung der Passion ist bis zum heutige Tage nicht verstummt, und sie wird auch in Zukunft nicht verstummen. Das ist gut\u00bb, hei\u00dft es in dem Text. \u00abDenn diese Frage verhindert, dass sein Kreuz zu einer Selbstverst\u00e4ndlichkeit wird, zu einem blo\u00dfen Symbol and\u00e4chtiger Erniedrigung oder gar zu einem Schmuckst\u00fcck, bei dessen Anblick wir die Schmerzensschreie des Gekreuzigten nicht mehr h\u00f6ren.\u00bb<\/p>\n<p> Einen gro\u00dfen Raum nehmen die Interpretationen des Leidens und Sterbens Jesu in der Theologiegeschichte ein: Die Satisfaktionslehre des mittelalterlichen Theologen Anselm von Canterbury, die das Sterben Jesu als S\u00fchneopfer interpretiert, steht neben Martin Luthers Vorstellung des stellvertretenden Kreuzestodes als Ausdruck der Liebe und Barmherzigkeit Gottes. Aber auch Theologen der Aufkl\u00e4rung reihen sich ein wie Friedrich Schleiermacher, der das Sterben Christi als inneres Mitgef\u00fchl mit der S\u00fcnde der Welt deutet.<\/p>\n<p> \u00abWie kein anderes Zeichen macht das Kreuz Jesu Christi deutlich, dass die Liebe Gottes den Weg der tiefsten Erniedrigung geht, damit wir leben k\u00f6nnen\u00bb, hei\u00dft es in dem EKD-Dokument. Der Grundlagentext, der mit Blick auf das Reformationsjubil\u00e4um 2017 erarbeitet wurde, setzt sich intensiv mit den biblischen Befunden auseinander: \u00abDie Betrachtung des Kreuzestodes im Horizont der biblische Texte kann den Verdacht ausr\u00e4umen, es sei auf Golgatha um die Vollstreckung eines g\u00f6ttlichen Strafbed\u00fcrfnisses gegangen.\u00bb Vielmehr stehe hinter dem Leiden Jesu das leidenschaftliche Dr\u00e4ngen Gottes auf Vers\u00f6hnung des Menschen mit Gott sowie zwischen den Menschen.<\/p>\n<p> \u00abDas Kreuz ist das christliche Zeichen der Menschenfreundlichkeit Gottes und der Vers\u00f6hnung der Welt\u00bb, schreibt der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm im Vorwort. Er formuliert den Auftrag, der sich nach Ansicht der Autoren aus der Auseinandersetzung mit der Kreuzestheologie ergibt: \u00abChristliche Theologie steht vor der Aufgabe, das Verst\u00e4ndnis der Liebe Gottes im Kreuz immer wieder neu zu erkl\u00e4ren und zu entfalten.\u00bb<\/p>\n<p><i>Barbara Schneider \/ epd<\/i><br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tod und Auferstehung Jesu sind der Kern des christlichen Glaubens. Seit der Entstehung des Christentums wird aber auch um das rechte Verst\u00e4ndnis dieser Lehre gerungen. Zur Kreuzestheologie hat die EKD nun einen Grundlagentext vorgelegt. Das Christentum ist ohne das Kreuz nicht denkbar. Als Symbol versinnbildlicht es Tod und Leiden Jesu. Es h\u00e4ngt in Kirchen, steht auf Friedh\u00f6fen oder findet sich in der christlichen Kunst. Kurz vor Ostern, dem Fest an dem Christen an den Tod Jesu erinnern und seine Auferstehung feiern, legte der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am Donnerstag einen Grundlagentext zur Kreuzestheologie vor. Dar\u00fcber, wie im&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"false","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[43],"tags":[44],"class_list":["post-1392","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kirche-oldenburg","tag-kirche-oldenburg"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1392","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1392"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1392\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1392"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1392"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1392"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}