{"id":13947,"date":"2020-03-21T11:18:00","date_gmt":"2020-03-21T10:18:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/geschlossene-werkstaetten-improvisieren-und-hoffen-auf-staatsgelder\/"},"modified":"2020-03-21T11:18:00","modified_gmt":"2020-03-21T10:18:00","slug":"geschlossene-werkstaetten-improvisieren-und-hoffen-auf-staatsgelder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/geschlossene-werkstaetten-improvisieren-und-hoffen-auf-staatsgelder\/","title":{"rendered":"Geschlossene Werkst\u00e4tten: Improvisieren und Hoffen auf Staatsgelder"},"content":{"rendered":"<p>Wegen der Corona-Pandemie machen auch immer mehr Behindertenwerkst\u00e4tten dicht. Die Tr\u00e4ger begr\u00fc\u00dfen das. Doch zugleich stehen sie vor gro\u00dfen Herausforderungen. Die Menschen mit Handicap m\u00fcssen anderweitig betreut werden &#8211; trotz fehlendem Fachpersonal.<\/p>\n<p>Cloppenburg\/Kassel (epd). Erst Schleswig-Holstein, dann Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin: Mehrere Landesregierungen haben per Erlass die Schlie\u00dfung der meisten Werkst\u00e4tten f\u00fcr Menschen mit Behinderung angeordnet &#8211; au\u00dfer f\u00fcr jene, \u00abdie den Besuch der Werkstatt als eine tagesstrukturierende Ma\u00dfnahme ben\u00f6tigen\u00bb. Folglich stehen die R\u00e4der der meisten Einrichtungen still. Doch die Lage in Deutschland ist uneinheitlich.<\/p>\n<p>Obwohl nicht mehr gearbeitet wird, haben die Menschen mit Handicap weiter einen sozialrechtlichen Anspruch auf \u00abLeistungen zur Teilhabe\u00bb, m\u00fcssen also betreut, begleitet und versorgt werden. Doch daf\u00fcr fehlt den Arbeitsst\u00e4tten oft ad hoc das Fachpersonal. Jetzt wird improvisiert.<\/p>\n<p>Doppelt tragisch sind die Einschr\u00e4nkungen f\u00fcr die Caritas in Altenoythe im Oldenburger M\u00fcnsterland. Die \u00abSoziale Arbeitsst\u00e4tte (WfbM)\u00bb hatte &#8211; ganz auf der H\u00f6he der Zeit &#8211; gerade begonnen, dringend ben\u00f6tigte Schutzmasken f\u00fcr medizinisches Personal herzustellen. Jetzt seien Teile der Einrichtung f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten geschlossen, hei\u00dft es auf Anfrage. Nun m\u00fcssten die eigenen Mitarbeiter ran und versuchen, \u00abm\u00f6glichst viele Mund-Nasen-T\u00fccher zu n\u00e4hen, die wir nur an Gesundheitseinrichtungen liefern d\u00fcrfen\u00bb.<\/p>\n<p>Bei der L\u00fcbecker Marli GmbH arbeiten 610 Menschen in f\u00fcnf Werkst\u00e4tten &#8211; normalerweise. \u00abUnsere Werkst\u00e4tten sind faktisch geschlossen\u00bb, sagte Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Axel Willenberg dem Magazin \u00abKlarer Kurs\u00bb der GDW &#8211; Genossenschaft der Werkst\u00e4tten f\u00fcr behinderte Menschen Mitte eG in Kassel. Aber auch alle anderen Mitarbeiter seien versorgt. \u00abKeiner wird alleine gelassen. Und wer dringenden Bedarf hat zu arbeiten, der kann arbeiten.\u00bb<\/p>\n<p>Martin Berg, der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Werkst\u00e4tten f\u00fcr behinderte Menschen, geht nicht davon aus, dass s\u00e4mtliche Einrichtungen in der Krise schlie\u00dfen werden, auch wenn sich bereits abzeichnet, dass noch andere Bundesl\u00e4nder mit Betretungsverboten nachziehen. F\u00fcr diesen Fall setzt Berg auf staatliche Hilfen. Die Werkst\u00e4tten seien Teil der Arbeitswelt und somit auch in viele Produktionsketten eingebunden, sagte Berg dem \u00abKlaren Kurs\u00bb. Komme es zu Schlie\u00dfungen, dann hoffe er, \u00abdass Sonderkredite et cetera auch f\u00fcr Sozialunternehmen gelten werden\u00bb.<\/p>\n<p>Unterdessen sorgt sich die Lebenshilfe um die fachgerechte Betreuung der Menschen, deren gewohnter Tagesablauf v\u00f6llig durcheinanderger\u00e4t. Viele Betroffene m\u00fcssten zu Hause bleiben, entweder in Wohneinrichtungen oder bei ihren Familien. \u00abDort kann es zu Schwierigkeiten bei der Versorgung kommen. Hier muss improvisiert werden\u00bb, berichtet die Vorsitzende Ulla Schmidt. Bei Schlie\u00dfungen von Werkst\u00e4tten und Schulen m\u00fcsse die Finanzierung ebenso gesichert werden wie f\u00fcr Unternehmen. \u00abDazu geh\u00f6rt auch die Bezahlung von Assistenzkr\u00e4ften wie Schulhelfern.\u00bb<\/p>\n<p>Matthias M\u00fcnning, Sozialdezernent des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, sicherte zu, man werde die Verg\u00fctung f\u00fcr die Werkst\u00e4tten nicht k\u00fcrzen, \u00abwenn die Betreuung dieser Menschen in einer anderen Form fortgesetzt wird.\u00bb<\/p>\n<p>Die Einrichtungen von Bethel im Raum Bielefeld werden nach und nach geschlossen. Bethel proWerk hat nach eigenen Angaben rund 2.400 Pl\u00e4tze in den Werkst\u00e4tten. \u00abJe nach Schwere der Behinderung und pers\u00f6nlichem Lebensumfeld k\u00f6nnen Besch\u00e4ftigte zu Hause oder in ihren Wohneinrichtungen bleiben, bekommen Betreuungs- oder Besch\u00e4ftigungsangebote.\u00bb, hei\u00dft es in einer Mitteilung. Vom 23. M\u00e4rz an gilt \u00abdie Aussetzung des Regelbetriebs\u00bb &#8211; zun\u00e4chst bis zum 19. April.<\/p>\n<p>Die Tagesst\u00e4tten f\u00fcr Menschen mit Behinderungen beim diakonischen Tr\u00e4ger Hephata in Hessen sind schon geschlossen, f\u00fcr die Werkst\u00e4tten und Tagesf\u00f6rderst\u00e4tten liege die Entscheidung beim Land Hessen: \u00abHephata h\u00e4lt landesweite Schlie\u00dfungen f\u00fcr geboten\u00bb, sagte Vorstandssprecher Maik Dietrich-Gibhardt. Erst recht, nachdem eine Wohngruppe in Treysa in Quarant\u00e4ne ist, nachdem eine Mitarbeiterin positiv auf Covid-19 getestet wurde.<\/p>\n<p>Eine generelle Schlie\u00dfung der Hephata Diakonie sei bislang formal nicht m\u00f6glich gewesen, weil es einen Versorgungsauftrag gebe: \u00abWir k\u00f6nnen den Betrieb erst dann stilllegen, wenn es eine entsprechende Verordnung des Landes Hessen gibt\u00bb, erl\u00e4uterte Dietrich-Gibhardt. Eine solche Verordnung w\u00fcrde Klarheit schaffen.<\/p>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wegen der Corona-Pandemie machen auch immer mehr Behindertenwerkst\u00e4tten dicht. Die Tr\u00e4ger begr\u00fc\u00dfen das. Doch zugleich stehen sie vor gro\u00dfen Herausforderungen. Die Menschen mit Handicap m\u00fcssen anderweitig betreut werden &#8211; trotz fehlendem Fachpersonal. Cloppenburg\/Kassel (epd). 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