{"id":13948,"date":"2020-03-20T11:24:00","date_gmt":"2020-03-20T10:24:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/zwischen-youtube-telefon-und-gebet-coronavirus-stellt-pastorenschaft-vor-neue-herausforderungen\/"},"modified":"2020-03-20T11:24:00","modified_gmt":"2020-03-20T10:24:00","slug":"zwischen-youtube-telefon-und-gebet-coronavirus-stellt-pastorenschaft-vor-neue-herausforderungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/zwischen-youtube-telefon-und-gebet-coronavirus-stellt-pastorenschaft-vor-neue-herausforderungen\/","title":{"rendered":"Zwischen Youtube, Telefon und Gebet &#8211; Coronavirus stellt Pastorenschaft vor neue Herausforderungen"},"content":{"rendered":"<p>Das Coronavirus hat das \u00f6ffentliche Leben zum Erliegen gebracht. F\u00fcr die Kirchen gilt sogar ein Gottesdienstverbot. Doch die Pastorinnen und Pastoren finden neue Wege, um den Menschen in ihren Gemeinden in dieser ungew\u00f6hnlichen Zeit beizustehen.<\/p>\n<p>Emden\/Oldenburg (epd). Das Telefon von Pastorin Steffi Sander im ostfriesischen Hinte steht nicht mehr still. Menschen wollen wissen, ob trotz Corona noch Taufen m\u00f6glich sind, ob die Konfirmation wie geplant gefeiert werden kann oder ob denn am Sonntag der Gottesdienst wie gewohnt stattfindet. \u00abVon wegen, alles kommt zum Stillstand! Bei uns l\u00e4uft alles im Krisenmodus und auf Hochtouren\u00bb, sagt die evangelisch-reformierte Theologin und weist auf einen angefangenen Brief auf ihrem Monitor an ihre Konfirmanden und deren Eltern. \u00abIch muss schweren Herzens die Konfirmation auf unbekannte Zeit verschieben.\u00bb<\/p>\n<p>Sander will den Kontakt zu den Menschen ihrer Gemeinde aufrechterhalten &#8211; auch wenn alle Gottesdienste wegen der Infektionsgefahr von den Beh\u00f6rden verboten sind. Trotz des Verbots will sie mit ihrer Gemeinde gemeinsam Gottesdienst feiern: \u00abUnd zwar am K\u00fcchentisch.\u00bb An alle rund 2.000 Haushalte hat sie einen Brief verteilt. Wenn am Sonntag um 10 Uhr die Glocken l\u00e4uten, sollen die Menschen zu Hause eine Kerze entz\u00fcnden. \u00abIn meinem Brief steht eine kleine Liturgie mit Gebeten, einem Psalm und einem geistlichen Impuls. So k\u00f6nnen wir im Geiste verbunden gemeinsam feiern.\u00bb<\/p>\n<p>Ihr Braunschweiger Kollege Pastor Werner Busch hat seinen Schreibtisch unterdessen in das Gemeindehaus der St. Katharinengemeinde verlegt. \u00abDas Telefon ist jetzt mein wichtigstes Kommunikationsmittel\u00bb, sagt er. Er verbringt so viel Zeit wie m\u00f6glich dort, um erreichbar zu sein. Denn bei aller digitalen Aktivit\u00e4t der Kirchen steht f\u00fcr ihn fest: \u00abEs gibt Dinge, die man nicht ins Internet verlegen kann.\u00bb Ihm bereiten derzeit vor allem die Trauerfeiern und Beerdigungen Kopfschmerzen.<\/p>\n<p>Denn derzeit entscheiden die Landkreise, wie viele Trauernde einen verstorbenen Menschen auf seinem letzten Weg zum Grab begleiten d\u00fcrfen. Generell d\u00fcrfen Trauerfeiern nur noch unter freiem Himmel stattfinden. Mancherorts sind dazu nur sechs Personen zugelassen &#8211; inklusive Pastor. F\u00fcr Busch wird damit eine Grenze der Mitmenschlichkeit \u00fcberschritten. \u00abEine Trauerfeier ist nicht verschiebbar.\u00bb Der Pastor appelliert deshalb an die Kirchenleitungen, mit den staatlichen Beh\u00f6rden bei aller gebotenen Vorsicht einen verantwortbaren Rahmen zu schaffen.<\/p>\n<p>In Hannovers S\u00fcdstadtgemeinde gl\u00fchen ebenfalls die Telefondr\u00e4hte. Pastorin Anke Merscher-Sch\u00fcler schreibt gerade das Gemeindemagazin um, das ab Freitag ausliegen soll. \u00abWir k\u00f6nnen im Moment nur reagieren\u00bb, klagt sie. Sechs Taufen hat sie schon absagen und mehreren Brautpaaren erkl\u00e4ren m\u00fcssen, dass sie ihre Trauung auf einen sp\u00e4teren Zeitpunkt verschieben m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Zudem muss die Pastorin Absprachen mit dem Evangelischen Kirchenfunk Niedersachsen (ekn) treffen. Eine Andacht soll in der leeren Pauluskirche aufgezeichnet werden, die dann am Sonntag f\u00fcr alle Menschen im Internet unter <a href=\"http:\/\/www.landeskirche-hannover.de\">www.landeskirche-hannover.de<\/a> abgerufen werden kann. Am Telefon habe sie den Eindruck gewonnen, dass die Menschen zwar besonnen mit der ungewohnten Situation umgehen, aber auf mutmachende Worte ihrer Kirche nicht verzichten wollen, sagt die Pastorin.<\/p>\n<p>\u00abAls ich vom Gottesdienstverbot geh\u00f6rt habe, habe ich erst mal gedacht, jetzt kommt eine ruhige Zeit auf dich zu\u00bb, sagt der Bremer Pastor Benedikt Rogge und lacht auf. \u00abAber genau das Gegenteil ist der Fall.\u00bb Auch in der St.-Ansgarii-Gemeinde versuche das Team, mit der Gemeinde Kontakt zu halten. Ein Youtube-Kanal ist bereits f\u00fcr Andachten eingerichtet. Au\u00dferdem k\u00f6nnten die Menschen Nachrichten mit Gebetsanliegen an das Seelsorgeteam schicken. \u00abJeden Mittwoch um 17 Uhr feiern wir mit zwei oder drei Hauptamtlichen in der Kirche trotz Corona einen kurzen Gottesdienst. Dabei nehmen wir die Gebetsanliegen mit in die F\u00fcrbitte auf.\u00bb<\/p>\n<p>Der oldenburgische Bischof Thomas Adomeit versucht derweil nach besten Kr\u00e4ften seinen Pastorinnen und Pastoren den R\u00fccken zu st\u00e4rken. \u00abIch schreibe jeden Tag den Br\u00fcder und Schwestern eine E-Mail mit einem geistlichen Impuls und neuen Handlungsempfehlungen.\u00bb Denn die Anordnungen der staatlichen Beh\u00f6rden \u00e4nderten sich oft st\u00fcndlich. Das Coronoavirus habe den Alltag v\u00f6llig ausgebremst. \u00abWas bisher \u00fcblich war, muss nun neu erfunden werden.\u00bb Er sei begeistert von den vielen kreativen Ideen und dem Vertrauen in den Gemeinden, die Krise zu schultern, sagt der \u00abPastor der Pastoren\u00bb. \u00abWir m\u00fcssen und wir werden unseren seelsorgerlichen Auftrag erf\u00fcllen und die Menschen gut durch diese Zeit zu begleiten.\u00bb<\/p>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Coronavirus hat das \u00f6ffentliche Leben zum Erliegen gebracht. F\u00fcr die Kirchen gilt sogar ein Gottesdienstverbot. Doch die Pastorinnen und Pastoren finden neue Wege, um den Menschen in ihren Gemeinden in dieser ungew\u00f6hnlichen Zeit beizustehen. Emden\/Oldenburg (epd). Das Telefon von Pastorin Steffi Sander im ostfriesischen Hinte steht nicht mehr still. 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